Brasilien-Spiel verloren – neben dem Podest

18. August 2019

Samstag, 17. August 2019: Grosse Enttäuschung und Tränen auf der Schützenwiese in Winterthur. Die Schweizer gehen an der Heim-WM leer aus und verlieren gegen Brasilien klar und deutlich mit 0:4. Damit bleibt den Einheimischen der undankbare 4. Rang.

Die Schweiz hat in der Vorrunde gegen die Brasilianer in einem knappen Spiel die Oberhand behalten können. Nach einem 0:1-Satzrückstand verwandelten die Schweizer die Partie in einen 3:1-Sieg. Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt: Die Brasilianer sind ein Gegner, welcher der Schweiz nicht unbedingt liegt. Viermal haben die beiden Riegen bisher in einem kleinen Final gegeneinander gespielt, vier Mal hiess der Sieger Brasilien. Zudem haben die Südamerikaner, sie sind zweifacher Weltmeister, insgesamt bereits elf WM-Medaillen gewonnen. Die Schweizer erst drei (zweimal Silber, einmal Bronze).

«Ich habe alles gemacht für den Sieg …»
Natürlich gab es Argumente für die Schweiz. Da wäre der Vorrunden-Sieg oder die Steigerung im Halbfinalspiel, nach der enttäuschenden Österreich-Niederlage im Viertelfinal. Kommt hinzu, dass die Schweizer vor Heimpublikum auflaufen konnten. Ein Faktor, der durchaus das Zünglein an der Waage spielen konnte. Den Faktor «Heimpublikum» machte auch Oliver Lang (Nationaltrainer) in seiner Ansprache vor dem Bronze-Spiel zum Thema. «Ich will, dass wir als Einheit rausgehen und gemeinsam vor dieser grossartigen Kulisse eine Top-Leistung abrufen. Eine mit ganz viel Herz und Leidenschaft. So dass heute Abend jeder in den Spiegel schauen und mit gutem Gewissen sagen kann: Ich habe alles gemacht für den Sieg.»

Auf allen Positionen fehlerhaft
Was die Aufstellung anging, schenkte Lang beim Start den gleichen Spielern das Vertrauen wie am Freitag: Raphael Schlattinger, Jan Meier (Angriff), Mario Kohler (Zuspiel), sowie Martin Dünner und Malik Müller (Abwehr). Die Anfangsphase war ausgeglichen, wobei sich Brasilien leichte Vorteile erspielen konnten, je länger der Satz dauerte. Mit 11:8 ging dieser Durchgang an die Südamerikaner.

Im zweiten Satz schalteten die Schweizer einen Gang höher und gingen früh in Führung. Zwischenzeitlich lagen sie mit 9:7 in Front. Nach einem Brasilien-«Time Out» gingen vier Punkte in Folge an den Gegner. Damit war Satz zwei weg. Gleiches im dritten Satz: Die Schweizer legen vor (5:3) und verlieren den Durchgang mit 8:11. «Vom Service über den ersten Ball, der zu oft unruhig war, bis hin zum ungenauen Zuspiel und dem Abschluss, der Mal top und mal flopp war, hat es auf keiner Position so wirklich gepasst. Auf Top-Niveau reicht das nicht», so Captain Ueli Rebsamen.

Leistung nicht gebracht
Im vierten Satz geriet die Schweiz rasch ins Hintertreffen. Die Spieler steckten den Kopf aber nicht in den Sand. Sie kämpften sich nach einem 4:7-Rückstand wieder auf 7:7 heran. Der Zwischenspurt änderte nichts am Spielausgang. Die Schweiz verliert den letzten WM-Satz in Winterthur mit 9:11. Damit verpassen die Einheimischen die hochgesteckten Ziele vor Heimpublikum. Die Enttäuschung im CH-Lager ist/war verständlicherweise riesig.

«Leider haben wir unsere Leistung an dieser WM nie auf den Platz gebracht. Brasilien war keinesfalls übermächtig. Wir haben es selber vergeigt. Da schliesse ich mich selbstverständlich mit ein. Auch wir haben im ‹Coaching› Fehler gemacht», gibt sich Lang selbstkritisch und weiter: «Dass wir nicht abliefern konnten ist besonders bitter, weil wir hier in Winterthur eine gigantische WM erlebt haben. So etwas hat es, glaube ich, im Faustballsport noch nie gegeben. Es war schlicht sensationell.»

Faustball-WM, Männer. Winterthur. Bronze-Spiel: Schweiz−Brasilien 0:4 (8:11, 9:11, 8:11, 9:11).

Text: Fabio Baranzini, Foto: Peter Friedli/PD Swiss Faustball/adapt: fri.

Alle WM-Infos:www.faustballwm2019.ch und/oder www.swiss-faustball.ch.

Bild ganz oben:Die Schweiz gratuliert Brasilien zu Bronze, die Brasilianer wirkten als Trostspender.

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