Geschichte

Club’95, Gönnerclub des Schweizerischen Turnverbandes

In der STV Verbandsplanung 1993 – 1997 war als Projekt vorgesehen: «Gründung eines STV-Donatoren-Clubs». Begründet wurde dieses Projekt damit, dass viele Sportverbände und Sportvereine Donatoren- und Gönnerclubs hätten. Als Zweck des Clubs wurde vorgegeben, die Förderung und Verbreitung des Turnens in der Schweiz. Der Gönnerclub soll den STV sowohl in ideeller als auch materieller Hinsicht unterstützen.

Als damaliges Mitglied im Zentralvorstand wurde Dr. August Stolz die Projektleitung übertragen. Als Mitdenker und Mitglied in die Projektgruppe holte er sich von allem Anfang an Hansruedi Neeser mit ins Boot. Mit ihm hatte er während der gemeinsamen Zeit im Zentralvorstand (noch unter dem Präsidium von Rita Elsener) solche Ideen diskutiert. Ebenfalls mit dabei war zu diesem Zeitpunkt Hans Huber.

Nachdem der Zentralvorstand das Projekt gutgeheissen hatte, wurde an der AV-STV vom 23. Oktober 1993 in Bassecourt das Patronatskomitee vorgestellt. 30 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Sport mit bekannten Namen wie Bundesrat Georges-André Chevallaz, Jack Günthard, Ständeräte Monica Weber ZH, Ernst Rüesch SG, Otto Schoch AR und Robert Bühler LU, Nationalräte Elisabeth Zölch BE, Karl Tschuppert LU, Hansueli Raggenbass TG und Edgar Oehler SG, Peter Spälti, Verwaltungsratspräsident der Winterthur Versicherungen und Hans Wicki, Präsident von Coop Schweiz usw.

Die Anfangsbegeisterung wich bald einer «Ernüchterung». Das erklärte Ziel, bis Herbst 1994 25 Mitglieder zu finden, die bereit sind, einen Clubbeitrag von 5‘000 Franken zu bezahlen, erwies sich als unrealistisch. Und trotzdem wurde am 1. September 1995 in der geschichtsträchtigen «Turnerstube» in Sursee der «200-er Club STV» gegründet. Ziel war damals mit dem Namen «200er-Club STV» auch die Erreichung von maximal 200 Mitgliedern.

Erst als auf Vorschlag des neu in den Vorstand gewählten ehemaligen eidgenössischen Oberturners Walter Bosshard der Mitgliederbeitrag von 500 auf 300 Franken und der Beitrag für Gönner auf mindestens 3‘000 Franken reduziert wurde, stieg die Mitgliederzahl langsam aber stetig an. Gleichzeitig wurde der Clubname in «Club’95» (entsprechend dem Gründungsjahr) geändert und die maximale Mitgliederzahl auf vorerst 95 fixiert. Später wurde, nachdem die 100er-Grenze an Mitgliedern überschritten wurde (dies passierte erstmals im Jahr 2009), die Mitgliederzahl auf 120 erhöht.

Die Gönnerakquisition bleibt für den Club’95 eine stete Herausforderung. Es gelang zwar immer wieder, Persönlichkeiten und Institutionen zu finden, die den jährlichen Betrag von CHF 3'000 bezahlten. Todesfälle und die nicht einfache Wirtschaftssituation führten jedoch immer wieder zu Abgängen, die nicht mehr ersetzt werden konnten.

Gemäss den Statuten bezweckt der Club die Förderung und Unterstützung des Turnens in der Schweiz sowohl in ideeller als auch in materieller Hinsicht. Allerdings sieht sich der Club nicht als «normaler Sponsor» – dazu wären die finanziellen Mittel zu klein. Der Club unterstützt Aktivitäten welche die Sportart Turnen weiterentwickeln und fördern. In diesem Sinne und als Beispiele unterstützte der Club den STV «Jugend an der Gymnaestrada» 2015 und 2019 mit Total 50’000 Franken. Weiter wurde die Schaffung der Swiss-Cup-Trophy durch den Künstler Stefan Schmidlin mit 17‘500 Franken ermöglicht. Unterstützung erhielten auch diverse Turnanlässe und Kunstturnhallenprojekte.

Ein bereits seit vielen Jahren laufendes Projekt ist der Turnertrunk. Zu reellen Preisen offeriert der Club einen Hüntwangner «Pinot noir Barrique» sowie einen «Pinot gris» (vorher «Chardonnay»). Die Weinflaschen tragen die Original Club-Etikette der STV-Fahne als Blickfang. Die hervorragenden Weine eignen sich ausgezeichnet für Geschenke und Präsente für Turnerinnen und Turner.

Zur Pflege der Kameradschaft führt der Club ein Jahresprogramm durch, zu dem insbesondere der Besuch von sportlichen Highlights wie der Swiss Cup Zürich oder die Gymotion gehören.

Heute darf festgestellt werden, dass sich das Projekt aus der Verbandsplanung 1993 bis 1997 erfreulich entwickelt hat und sich der Club gut in die grosse und vielfältige STV-Organisation einfügt.