Vereint ‚Äď Fusion als Chance

  • 15. M√§rz 2022

  • Alexandra Herzog

  • Janine Manns

Oft gibt es im gleichen Dorf mehrere eigenst√§ndige Turnvereine. Viele davon k√§mpfen mit der Besetzung der √Ąmter. Sind Fusionen eine L√∂sung? Die Vereine im bernischen Roggwil haben den Schritt gewagt.

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Die Gr√ľnde, warum Vereine eine Fusion anstreben, k√∂nnen verschieden sein. Wichtig ist, sich gen√ľgend Zeit zu geben, um das Vorhaben richtig aufzugleisen sowie die m√∂glichen Vor- und Nachteile gut abzuw√§gen.

Beim TV Roggwil wurde das Fusionsprojekt im Jahr 2018 initiiert. Die Marke ¬ęTV Roggwil¬Ľ bestand da eigentlich bereits. ¬ęSchon als ich vor √ľber 20 Jahren dem Damenturnverein beigetreten bin, haben die verschiedenen Turnvereine gemeinsam an Wettk√§mpfen teilgenommen oder Anl√§sse organsiert. Gegen aussen wurden wir deshalb schon als ein Gesamtverein wahrgenommen¬Ľ, erz√§hlt Pr√§sidentin Sabrina Federer.

Oberstes Kredo war und ist, dass die Mitglieder durch die Fusion keine Veränderungen im Trainingsbetrieb erfahren.
Sabrina Federer Präsidentin TV Roggwil

Gewohntes beibehalten

Nachdem der Grundstein mit der Zustimmung des DTV, FTV, der M√§nnerriege und des STV Roggwil gelegt war, wurde eine Arbeitsgruppe formiert sowie eine Person als Projektleiter bestimmt. Anschliessend fanden Workshops in diversen Gruppierungen (Leiter, Vorst√§nde, Mitglieder der verschiedenen Riegen etc.) statt, um alle Bedenken aufzunehmen. ¬ęWir haben die Mitglieder, wo immer m√∂glich, miteinbezogen und auf dem Laufenden gehalten¬Ľ, so Federer.

Oberstes Kredo war und ist, dass die Mitglieder durch die Fusion keine Ver√§nderungen im Trainingsbetrieb erfahren. Die M√§nner turnen weiterhin separat am gewohnten Wochentag, ebenso die Frauen und so weiter. Ganz nach dem Motto: ¬ęTV Roggwil ‚Äď mir turne d√ľrs L√§be!¬Ľ bietet der Verein nach wie vor f√ľr alle Altersstufen (von Kind bis Senior/-in) geeignete Turnprogramme und Aktivit√§ten an.

Ein Balance-Akt

Laut Federer sei das Angleichen der Finanzen ein heikler Punkt gewesen, da in den vier bisher bestehenden Vereinen einige Dinge, wie zum Beispiel die Leiterentsch√§digungen oder Beitr√§ge f√ľr gesellige Anl√§sse, unterschiedlich gehandhabt worden waren. ¬ęDa Fairness herzustellen ist ein wahrer Balanceakt. Wie bei allem ist auch hier die Kommunikation mit den Betroffenen massgebend¬Ľ, betont die TV-Roggwil-Pr√§sidentin.

Kleinere Aufgabenbereiche

Die Zusammenlegung der vier Vereine brachte vor allem im Vorstand eine B√ľndelung der Ressourcen. Schliesslich werden nun nicht mehr je vier Kassiere, Pr√§sidentinnen, technische Leiter usw. ben√∂tigt. ¬ęDa wir aber nun Ressorts gebildet haben, braucht es dort im administrativen Bereich sicher nicht weniger Personen¬Ľ, meint Sabrina Federer. Diese h√§tten nach wie vor noch Ehrenamtsfunktion, seien aber nicht mehr Teil des Vorstands.

Der Vorstand √ľbernehme die F√ľhrung des Vereins und das einzelne Vorstandsmitglied die Leitung seines Ressorts. ¬ęSomit hat jedes Vorstandsmitglied ein kleines oder gr√∂sseres Team unter sich. Die Aufgabenbereiche sind viel kleiner, spezialisierter.

Wir können so gegenseitg voneinander lernen
Sabrina Federer Präsidentin TV Roggwil

Als Team zusammenwachsen

Der neue Vorstand besteht aus Mitgliedern aller Interessensgruppen. Menschen mit vielen Jahren Vorstandserfahrung treffen auf solche, die sich ganz neu in einem solchen Gremium befinden. ¬ęSo k√∂nnen wir gegenseitig voneinander lernen¬Ľ, sagt Federer und erg√§nzt: ¬ęWir m√ľssen uns aber noch als Team finden und zusammenwachsen.¬Ľ

Auf Papier ist die Fusion gegl√ľckt, aber eine Vereinskultur, also den TV Roggwil mit gemeinsamen Erinnerungen zu beleben, konnte wegen Corona noch nicht richtig lanciert werden. ¬ęDas ist jetzt noch unsere Herausforderung¬Ľ, so Federer.

Was ist wichtig?

  • Es ben√∂tigt engagierte Personen, die bereit sind, so ein grosses Projekt in Angriff zu nehmen.
    ⇒ Bedenken, dass einer Fusion unzählige (ehrenamtliche) Arbeitsstunden stecken.
  • Personen aus allen Interessengruppen miteinbeziehen.
  • Gr√ľnde und Ziele der Fusion in einer umfassenden Botschaft f√ľr die Mitglieder formulieren.
  • Plattform bieten, auf welcher alle Mitglieder ihre Bedenken/Sorgen, √Ąngste oder Anregungen platzieren k√∂nnen.
  • Regelm√§ssig transparent informieren, wie der Stand der Dinge ist.
    ‚áí Ein solches Projekt kann nur dann erfolgreich werden, wenn eine grosse Mehrheit der Mitglieder dahintersteht. Ganze 100 Prozent wird man nie erreichen.

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