Historischer f√ľnfter Platz f√ľr Schweizer Kunstturn-Team

  • 3. Oktober 2023

  • Thomas Ditzler

  • Janis Fasser

  • VIDEO SRF

Die Schweizer Kunstturner zeigen im WM-Teamfinal von Antwerpen einen ausgezeichneten Wettkampf. Mit einem Punktetotal von 244,426 klassieren sich die Schweizer auf dem historischen f√ľnften Schlussrang. Weltmeister wird Japan vor China und den USA.

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Die Schweizer Kunstturn-Equipe mit Christian Baumann, Luca Giubellini, Florian Langenegger, Noe Seifert und Taha Serhani lieferte auch im WM-Teamfinal vom Dienstag, 3. Oktober 2023, ab. Obwohl sie w√§hrend des Wettkampfes zwei St√ľrze zu verzeichnen hatten, liessen die Schweizer am Ende Deutschland, Kanada und Italien hinter sich und erreichten mit 244,426 Punkte den historischen f√ľnften Rang. Besser war die Schweiz letztmals in einem WM-Teamfinal im Jahr 1954 (3. Rang) klassiert. Im Vergleich zur Qualifikation vom Sonntag, verbesserten sich die Schweizer um zwei R√§nge.

¬ęIch bin einfach nur stolz auf das Team und auf das Turnen in der Schweiz¬Ľ, sagte ein sichtlich erleichterter Nationaltrainer Claudio Capelli nach dem Wettkampf. ¬ęUnsere Erwartungen waren, dass die Jungs ihre Leistungen aus dem Training auch im Wettkampf abrufen k√∂nnen¬Ľ, erg√§nzte der Trainer. Die beiden St√ľrze von Taha Serhani am Barren und Luca Giubellini am Boden, seien zwar schade und dennoch: ¬ęWir m√ľssen realistisch sein. Weiter nach vorne h√§tten wir uns in diesem Final nicht turnen k√∂nnen. Wir sind quasi die Besten der zweiten H√§lfte¬Ľ, sagte Capelli und lacht.

Drei Nationen √ľber 250 Punkte

Die beiden St√ľrze im Schweizer Wettkampf gilt es deshalb zu relativieren, da praktisch keine Nation ohne Sturz durch den Teamfinal an der WM in Antwerpen kam. Zumal der Modus 5-3-3, bei dem jede geturnte Note auch in die Wertung einfliesst, keine Fehler zuliess. Ganz vorne in die Rangliste turnten die Japaner (255,594) als neue Weltmeister, sowie die zweitplatzierten Chinesen (253,794) und die USA (252,428) allesamt √ľber 250 Punkte. Die Briten als Vierte verpassten diese Marke mit einer Note von 249,461 knapp.

Die Schweizer Kunstturner lancierten ihren Final mit Sprung, Barren und Reck an jenen Ger√§ten, an denen erfahrungsm√§ssig eher h√∂here Noten geturnt werden. So waren es dann auch Florian Langenegger und Luca Giubellini, die am Startger√§t Sprung mit zwei Noten √ľber 14 Punkte gleich einmal vorlegen konnten. Taha Serhani als dritter Schweizer am Sprung bekundete bei seiner Landung etwas mehr M√ľhe als seine beiden Teamkollegen. Am Barren stimmte beim Winterthurer nach einer tollen √úbung das Timing beim Abgang leider nicht, weshalb er die √úbung mit einem Sturz beenden musste. Christian Baumann und Noe Seifert als weitere Barren-Turner lieferten hingegen zwei weitere 14er-Noten in die Wertung.

Schweizer glänzen am Reck

W√§hrend die Teamleistung am Barren im Vergleich zur Qualifikation weniger hoch benotet wurde, legten die Schweizer daf√ľr zur Wettkampf-H√§lfte am Reck wieder nach und turnten insgesamt eine h√∂here Note als noch in der Qualifikation. Sowohl Christian Baumann, als auch Taha Serhani und Noe Seifert kratzten mit ihren √úbungen an der 14er-Marke. (13,866, 13,766 und 13,800). Die Ger√§te-Reihenfolge hatte zur Folge, dass die Schweizer zur Wettkampf-H√§lfte gar auf dem dritten Zwischenrang lagen.

Der Auftakt in die zweite H√§lfte des Finals w√§re den Schweizern beinahe √§hnlich gut gegl√ľckt, wie die erste geendet hatte. W√§re da nicht die Landung bei Luca Giubellinis Boden-√úbung gewesen, die ihn leider zu Fall gebracht hatte. Denn auch hier zeigten die weiteren Schweizer mit 13,766 (Langenegger) und 13,600 (Seifert) eine √§hnliche Leistung wie zuvor die drei am Reck turnenden Schweizer. Gross war die Erleichterung danach im Schweizer Team, als alle drei Turner am vorletzten Ger√§t, dem Pauschenpferd, eine sturzfreie √úbung darboten. Sowohl Langenegger, als auch Giubellini und Seifert meisterten diese H√ľrde sehr solide und sauber.

Gl√ľcklich und ausgelaugt

An den Ringen, die nicht zu den Schweizer St√§rken z√§hlen, liessen Florian Langenegger, Noe Seifert und ganz zum Schluss Routinier Christian Baumann aber nichts mehr anbrennen. ¬ęWir haben als Team einen super Wettkampf abgeliefert¬Ľ, freute sich Noe Seifert, der zugleich aber auch v√∂llig ausgelaugt war und hinsichtlich seiner n√§chsten Aufgabe, dem Mehrkampf-Final vom Donnerstag hinzuf√ľgte: ¬ęJetzt brauche ich einfach nur Erholung.¬Ľ Seifert konnte unmittelbar nach dem Wettkampf auch gar noch nicht realisieren, was er und seine Teamkollegen mit diesem f√ľnften Rang in einem WM-Teamfinal aus Schweizer Sicht vollbracht haben.

¬ęIch bin v√∂llig √ľberw√§ltigt. Mit einer solchen Platzierung h√§tte keiner von uns gerechnet¬Ľ, erg√§nzte daf√ľr Florian Langenegger, der mit seinen vier Eins√§tzen im Teamfinal mehr als zufrieden war: ¬ęIch hoffe, ich konnte dem Team mit meinen Leistungen jeweils Sicherheit geben.¬Ľ Ein Schl√ľssel zum Erfolg sah der Turner des STV Schlossrued auch darin, dass der grosse Druck mit der geschafften Olympia-Qualifikation bereits nach der Qualifikation vom Sonntag weggefallen war. ¬ęUnser Hauptziel an dieser WM hatten wir so bereits erreicht und konnten im Teamfinal ohne Druck an die Ger√§te. Es konnte nur noch besser werden.¬Ľ Oder wie es Trainer Capelli passend abrundete: ¬ęWir haben das Optimum aus uns heraus herausgeholt. Wenn wir weiterhin an uns glauben, k√∂nnen wir diese Leistung auch in einem Jahr an den Olympischen Spielen abrufen.¬Ľ

√Ąhnlich lange zur√ľck wie das bislang beste Teamfinal-Resultat an einer WM (1954), liegt der letzte Podestplatz einer Schweizer Kunstturn-Equipe an Olympischen Spielen (1952). Tr√§umen sei an dieser Stelle durchaus auch einmal erlaubt und wenn die Kunstturn-Mannschaft von Antwerpen in diesen Tagen eines bewiesen hat, dann die Tatsache, dass ¬ęhistorische¬Ľ Ergebnisse durchaus immer wieder m√∂glich sind.

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