Turnverein setzt Pumptrack-Projekt um

  • 12. Dezember 2023

  • Laura Locher

Manchmal muss man den gewohnten Pfad verlassen und sich auf Neues einlassen. Genau das dachte sich der Turnverein Ins nach dem aufschlussreichen Workshop «Sportverein 2030», organisiert vom Schweizerischen Turnverband. Das Jahr 2020 sollte für sie der Start von etwas Neuem sein, denn da begannen sie mit der Planung eines aufregenden Projekts: einem Pump Track.

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Der Wunsch nach einem Pump Track war nicht nur auf den Turnverein Ins beschränkt. Auch eine private Gruppe hatte diesen Traum, und so bildete sich eine Arbeitsgruppe, die zunächst gemeinsam mit der Gemeinde ein Konzept ausarbeitete.

Die Präsidentin des Turnvereins Ins, Yvonne Flück, erzählt von den anfänglichen Bedenken und Fragen der Vereinsmitglieder: «Es kamen schon Fragen was das mit dem Turnen zu tun habe und warum sich der Turnverein engagieren soll. Von älteren Mitgliedern kam auch häufig die Frage, was ein Pump Track sei oder dass das Projekt doch eine Nummer zu gross für den Verein sei. Einige Mitglieder hatten auch Bedenken wegen der finanziellen Belastung.»

Die Bedenken seien für den Vorstand verständlich gewesen, aber die Arbeitsgruppe sei überzeugt gewesen, was sie weitermachen liess. Sie hätten jederzeit für Fragen zur Verfügung gestanden und suchten gezielt das Gespräch mit den Mitgliedern. Diese klare und intensive Kommunikation habe dazu beigetragen, dass alle am selben Strang zogen.

Yvonne Flück reagiert gelassen auf die Frage nach den Hürden, welche die Arbeitsgruppe während der Umsetzung des Projekts überwinden musste: «Wir waren eigentlich erstaunt, wie einfach alles war.» Die Unterstützung der Brockenstube und der Gemeinde habe die Finanzierung und die Bewältigung von Problemen erheblich vereinfacht.

Es ist wieder ein Beweis, dass mit Freiwilligenarbeit schöne Projekte entstehen können.
Yvonne Flück Präsidentin TV Ins

Rückblickend auf das Projekt ist Yvonne stolz auf das Erreichte und betont, dass dieses Projekt ein weiterer Beweis sei, wie Freiwilligenarbeit erstaunliche Ergebnisse hervorbringen könne.

Als wertvollen Tipp nennt sie die bereits erwähnte Kommunikation: «Alle Mitglieder müssen immer gut informiert werden, und man muss Bedenken ernst nehmen, aber auch mit guten Argumenten entkräften.» Ausserdem ermutigt sie andere, neue Projekte zu starten, auch wenn die Hürden hoch erscheinen: «Plötzlich öffnet sich unerwartet eine Tür, und Unmögliches wird plötzlich Realität.»

Der Höhepunkt nach all der harten Arbeit war zweifellos die Einweihung am 19. September 2023. Yvonne Flück und der Gemeindepräsident sprachen einige Worte an die Anwesenden, bevor der Projektleiter Patrick Flück, der zuständige Gemeinderat Martin Schöni und Brigitte Horisberger von der Brockenstube das Band zum Pump Track durchschnitten und diesen somit offiziell eröffneten. Nach einer Vorführung zweier Demofahrer wurde der Track für alle Anwesenden freigegeben.

Die Mühe hat sich gelohnt. Der Pump Track erfreut sich grosser Beliebtheit und zieht Besucherinnen und Besucher und sogar Schulklassen aus anderen Dörfern an. Es sind zudem Angebote für Trottinett- und Bike-Kurse in Planung – ein Beweis dafür, dass der Mut zu Neuem sich oft mehr auszahlt als anfangs erhofft.

Yvonne Flück im Gespräch über das Projekt

Wer hatte den Lead bei diesem Projekt?

Bis zur Bauphase hatte der Turnverein den Lead. Wir haben nach einer ersten Kontaktaufgabe mit der Gemeinde ein Konzept geschrieben. Gleichzeitig wie wir lancierten auch Private eine Website mit dem Titel «unsere Vision: ein Pumptrack in Ins». Wir haben diese Gruppierung kontaktiert und wir haben beschlossen, gemeinsame Sache zu machen und eine Arbeitsgruppe entstand. Da die Gemeinde Bauherrin war, haben sie während dem Bau den Lead übernommen.
 

Waren alle Mitglieder sofort begeistert von dem Projekt?

Nein, es kamen schon Fragen was das mit dem Turnen zu tun habe und warum sich der Turnverein da engagieren soll. Von älteren Mitgliedern kam auch häufig die Frage: Was ist ein Pumptrack? Oder ob, das Projekt nicht eine Nummer zu gross sei für den Verein. Einige Mitglieder hatten auch Bedenken wegen der finanziellen Belastung.
 

Wie seid ihr mit Mitgliedern umgegangen, die mit der Umsetzung nicht sofort einverstanden waren?

Wir vom Vorstand und von der Arbeitsgruppe waren so überzeugt von diesem Projekt, dass wir immer wieder über den aktuellen Stand informiert haben und für Fragen zur Verfügung standen. Wir hatten das Szenario für die Entstehung klar durchgedacht und so auch für kritische Stimmen Antworten bereit. Wir haben auch gezielt Gespräche gesucht.
 

Was hat euch geholfen, den Mitgliedern nahezubringen, wieso ein Track nützlich für den Verein sein kann?

Wie gesagt, die regelmässige Kommunikation.
 

Wie wurde die ganze Organisation aufgezogen?

Am Workshop haben wir die verantwortliche Person bestimmt und haben abgemacht, dass der Vorstand regelmässig über den Stand informiert werden muss. Danach hat eigentlich alles der Projektleiter organisiert. Er hat die Arbeitsgruppe gebildet. Diese bestand aus ihm und einer weiteren Person, die, wie bereits gesagt, von den privaten Interessentengruppe aus dem Dorf stammte. Je nach Entscheidungen, die anstanden, war ein Gemeinderat und die Geldgeberin Brockenstube dabei.
 

Wie wurden die Mitglieder ins Projekt miteinbezogen?

Mit gezielten Gesprächen holte man Rat und Hilfe bei Mitgliedern. Bei der Eröffnungsfeier waren die Mitglieder für die Festwirtschaft und das Bereitstellen zuständig.
 

Was waren Hürden, die ihr nicht erwartet habt?

Wir waren eigentlich erstaunt, wie einfach alles war. Dabei spielte wohl die Zusage der Brockenstube für die Finanzierung eine grosse Rolle. Die Brockenstube unterstützt schon seit Jahren gemeinnützige Projekte in der Gemeinde zum Wohle der Bevölkerung. So mussten wir nicht mühsam das Geld zusammenkratzen.

Der Pumptrack liegt auf dem Areal des Fussballplatzes. Der Fussballclub hatte deshalb zu Beginn keine Freude am Standort des Pumptracks. Nachdem die Gemeinde aber auch einem Anliegen von ihm entgegengekommen ist, wurden die Wogen wieder geglättet.
 

Was würdet ihr im Rückblick auf das Projekt anders machen?

Soweit eigentlich nichts. Was schön ist an dieser Geschichte: Durch die Zusammenarbeit der Vereine mit der Gemeinde konnte ein wunderschönes Projekt entstehen, das nun viele zum Bewegen animiert. Es ist wieder ein Beweis, dass mit Freiwilligenarbeit schöne Projekte entstehen können.
 

Welche Tipps würdet ihr anderen Vereinen mit ähnlichen Projekten geben?

Die Kommunikation ist sehr wichtig. Alle Mitglieder müssen immer gut informiert werden und man muss Bedenken ernst nehmen, aber auch mit guten Argumenten entkräften. Ein weiterer Tipp: Seid mutig, auch einmal ein Projekt zu starten, auch wenn die Hürde noch so hoch erscheint. Plötzlich öffnet sich unerwartet eine Tür und Unmögliches wird plötzlich Realität.
 

Wie wurde der Pump Track eingeweiht?

Anfangs Juli war der Pumptrack fertig. Am 19. September 2023 hat die Einweihungsfeier stattgefunden. Der Turnverein hat die betroffenen Personen und Vereine dazu eingeladen. Ich als Präsidentin und der Gemeindepräsident haben einige Worte an die anwesenden Personen gerichtet, bevor der Projektleiter Patrick Flück, der zuständige Gemeinderat Martin Schöni und die Verantwortliche der Brockenstube, Brigitte Horisberger, das Band zum Pumptrack zerschnitten und diesen symbolisch so eröffneten. Danach gingen zuerst zwei Demofahrer auf den Track um ihr Können zu zeigen. Danach war er offen für alle.
 

Wie wird der Track nun genutzt? (wie oft / von wem)

Wir planen ein erstes Angebot für Trottinett einmal in der Woche. Den Leiter haben wir schon gefunden. Wir suchen noch Leitende für einen Bike-Kurs. Sonst ist er eben für die breite Bevölkerung zugänglich. Er wird rege besucht. Es kommen durch die Woche sogar Schulklassen von anderen Dörfern auf dem Pumptrack. Man sieht, dass es ein Bedürfnis war. Wir haben mit der Gemeinde eine Leistungsvereinbarung zum Betreiben und Unterhalten der Anlage. Sobald sich der Betrieb eingespielt hat, werden wir den Unterhalt unter den Mitgliedern aufteilen. Die verantwortliche Person des Pumptracks (ist ein neues Ämtli) macht einen Einsatzplan für den Unterhalt.

Eröffnung Pumptrack

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