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Die K7- und K6-Entscheidungen sind gefallen

29. Oktober 2018

Der zweite Tag der Schweizer Meisterschaften Geräteturnen Turnerinnen, Mannschaften/Sie+Er in Winterthur vom 27./28. Oktober 2018, war noch eine Spur stimmungsvoller als der Samstag. Der Sonntag entwickelte sich zum Vollerfolg für die Zentralschweiz. Der Turnverband Luzern, Ob- und Nidwalden sicherte sich – zum dritten Mal in Folge – den Schweizer K7-Titel. Die K6-Turnerinnen aus dem gleichnamigen Verband turnten es den «Älteren» Vorbildern nach: Goldmedaille und Kategoriensieg. Aargau, Zürich und St. Gallen waren die weiteren Podest-Verbände, die in den Eulachhallen Edelmetall holten.

Die Schweizer Meisterschaften Geräteturnen Turnerinnen, Mannschaften/Sie+Er waren in vielerlei Hinsicht eine Premiere. Nicht im sportlichen Bereich, da gab für die Zuschauenden immer noch, dies wird sich hoffentlich auch nicht ändern und das ist gut so, die hohen Schaukelringschwünge, die Saltos auf der Bodenbahn, die Bückumschwünge am Reck und die grazilen Turnerinnen zu sehen.

Es stellen sich Fragen
Was die SM in Winterthur, auch in der Sie+Er-Klasse, zur speziellen Premiere machte, waren diverse Neuerungen beim Modus. Grundsätzlich kann von einer Annäherung an die SM der Turner geschrieben werden. Wie es aber so ist, Veränderungen machen unsicher und geben zu diskutieren. Es stellen sich Fragen: Gut? Nicht gut? Besser? Verschlechterung? – Und so weiter.

In einem Infoschreiben teilt das Ressort Geräteturnen mit: «Wir möchten die Mannschaftswettkämpfe attraktiver und vielseitiger gestalten.» – Ob dies gelingen wird, der Anfang ist gemacht. Das letzte Wort aber ist in den Verbänden sicher noch nicht gesprochen. Etwas vom Auffallendsten in Winterthur war, dass sich Einzelfinal-Turnerinnen nicht mehr über die Mannschaftsleistung qualifizieren konnten und nach den Rangverkündigungen, wie bis anhin, aufgerufen wurden. Die Einzelfinal-Startplätze werden ab diesem Jahr über die Kontingentlisten der Verbände ermittelt, analog den Turnern.

Eulachhalle Winterthur – SM-Getu- Stimmung vom Feinsten.


Garibay, Strässle, Von Ziegler, Bo Studer, Imfeld
Nach den Modusfragen zum Wettkampf, zum Turnen. Den Schweizer K7-Meisterinnen-Titel 2018 holten Sandra Garibay, Nicole Strässle, Florence Von Ziegler, Paciane Bo Studer und Flavia Imfeld vom Turnverband Luzern, Ob- und Nidwalden (150,15 Punkte). Auf den Plätzen zwei und drei folgen Zürich (2./149,10) und das Duo Aargau/St. Gallen (beide 3./147,65). Die fünf Zentralschweizerinnen sicherten sich dreimal die Geräte-Höchstpunktzahlen: Boden 37,95; Schaukelringe 37,35 und Sprung 37,45. Einzig am Reck (37,40, s. unten) waren die Zürcherinnen (37,85) und Aargauerinnen (37,45) stärker. Für den Turnverband Luzern, Ob- und Nidwalden war es der dritte Titel in Folge.

Bei jedem Titelgewinn auch dabei, der Betreuer und Coach Beni Boos. Mit seinen Riegen gewann er bisher insgesamt sechs Titel, einmal reichte es zu Silber. Immer auch dabei, die Zuverlässigkeit und starke Punktelieferantin in Person: die 26 Jahre alte Nicole Strässle. «Ich sass auf der Tribüne und habe verglichen und gerechnet wie wild. Der neue Modus zwingt die Leitenden nun dazu, da die stärksten Mannschaften nicht mehr in der gleichen Abteilung turnen», so Boos. Da war eine leichte Kritik an der Modusänderung nicht zu überhören.

Eine geballte Ladung Getu-Qualität
Boos hätte aber eigentlich gar nicht so viel, so lange und nervös rechnen müssen. Der ganz normale Menschenverstand reicht völlig aus, um die Vorhersage zu wagen: «Der Turnverband Luzern, Ob- und Nidwalden wird voraussichtlich heute den K7-Titel verteidigen.» Ein Blick auf die Riegenaufstellung reicht um diese Aussage zu bestätigen. Mit Garibay (2017/1.), Bo Studer (2017/2.), Strässle (2017/3.), Von Ziegler (2017/4., startete für den TV Hombrechtikon, Wechsel zum BTV Luzern auf 2018) und Imfeld (2017/16.) in der Frauschaft, kann im Normalfall nicht mehr viel passieren. Da mag es auch einen Reckfehler der Top-Turnerin Garibay leiden. Da ist einfach eine geballte Ladung Getu-Qualität beisammen, die so fast nicht zu schlagen ist.

Möglicherweise geht es mit den Zentralschweizer-Erfolgen auch künftig weiter. Die K6-Truppe mit Kaya Dimmler, Mirjam und Christelle Bregenzer, Anja Langensand und Angela Günther (Betreuerin Claudia Hüsler) holte den Kategoriensieg vor Aargau und St. Gallen. 

Genau, das ist er: der Magnesianebel, der aktuell über der Schweiz schwebt.


Der nationale Getu-Reigen geht weiter
Winterthur war der Start zur SM-Getu-Trilogie 2018. Weiter geht es in Biasca, ennet dem Gotthard (Turner: Einzel/Mannschaften, Samstag/Sonntag, 10./11. November). Die Getu-Trilogie endet in Dietikon (Turnerinnen, Einzel und Gerätefinals Ti/Tu, Samstag/Sonntag, 17./18. November). Während gut drei Oktober- und November-Wochen liegt im Turn-Dreieck Winterthur–Biasca–Dietikon zwar noch kein Schnee in der Luft aber etwas anderes: Magnesiastaub, auch weiss.

Weitere SM-Getu-Infos: www.stv-fsg.ch und/oder www.smmgetu18.ch und/oder GYMlive 6/2018.

Text und Fotos: Peter Friedli

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