Das Beste aus dem Seeland und Tränen

10. September 2019

Schon wieder zweimal grosser Jubel im Bernbiet. – Am Samstag, 7. September 2019 boten die NL-A/B-Korbballer/-innen auf den Schulsportanlagen von Aarwangen beste Korbball-Unterhaltung. Nach der Meisterschafts-Schlussrunde 2019 haben Täuffelen (Turnerinnen) und Pieterlen (Turner) die Nasen in der NL-A-Klasse vorne: wie beim Korbball-Cup und wie am ETF 2019. Die Auf- und Abstiegsfragen sind beantwortet. ‒ Margrit Buri wurde feierlich verabschiedet.

14 Tage nach dem Schwingerkönig-Stucki-«Chrigu»-Jubel wird im Turnverband Bern Seeland (TBS) bereits wieder flächendeckend gejubelt. Schuld daran sind die Korbball-Frauen aus Täuffelen, respektive -Männer aus Pieterlen. Wie Stucki, kommen die Korbball-Frau- und -Mannschaften aus Täuffelen und Pieterlen, aus dem Berner Seeland. In ihren Sportarten sind sie die Besten im Land. Die beiden Spielriegen wurden am zweiten September-Wochenende in Aarwangen, Turnverband Oberaargau-Emmental (TBOE), Schweizer Korbballmeister und -meisterinnen 2019. – Fazit: Zwischen dem Stucki «Chrigu» und den Korbball-Meister-Riegen 2019 gibt es Gemeinsamkeiten. Diese finden sich in der geografischen Herkunft, diese finden sich aber auch in der sportlichen Konsequenz, im Ehrgeiz und im Denkansatz: «Egal welche Sportart wir betreiben, wir Seeländer/-innen wollen gewinnen, wir wollen die Besten sein im Land.»

Ein «Déjà-vu»-Samstag in Aarwangen
An der Schlussrunde 2019 in Aarwangen verspürten viele der Spielenden aber auch der Zuschauer/-innen ein «Déjà-vu». Sie fühlten, dass sie dies doch alles schon einmal erlebt hatten. – Sie hatten, und nicht nur einmal: viermal. 2013, 2015, 2018 und 2019 holten der TV Pieterlen sowie der DTV Täuffelen in den NL-A-Klasse gemeinsam die SM-Titel.

Nach den ersten fünf Spieltagen reisten Pieterlen (Turner) und Täuffelen (Turnerinnen) als Führende der Zwischenrangliste in den Oberaargau. Die Punkteabstände waren nicht gross, aber so, dass die Rechnung der Führenden einfach war: «Wir haben es in den eigenen Händen.» Pieterlen liess nichts anbrennen und holte sechs Punkte. Der unmittelbare Verfolger, Altnau-Kreuzlingen, wurde in der Direktbegegnung mit 12:9 abgefertigt. Die erfahrenen Seeländer «Chorbbäueler» übernahmen in der dritten Meisterschaftsrunde in Pfaffnau die Führung und gaben sie bis zum definitiven Titelgewinn, übrigens der sechste in der Vereinsgeschichte, nicht mehr ab.

224 Körbe
Die grünweisse, weibliche DTV-Täuffelen-Spielriege um Spielführerin Katja Bader und Robert Codelka (Trainer), legte eine Feldsaison 2019 vom Feinsten hin. Die äusserst routinierten Seeländerinnen mit dem ETF-2019-Sieg in den Turntaschen wissen längstens wo der Korb hängt. Sie warfen in der Saison 2019 224 Körbe und mussten 140 hinnehmen. Nach der zweiten Runde in Willisau gingen sie alleine in Führung. Diese behaupteten sie bis am Finaltag in Aarwangen ohne Verlustpunkte.

Nationalliga B – Auf- und Abstiege
Bözberg (Gold, Aufstieg) dominierte die NL-B-Meisterschaft bei den Männern. Zusammen mit Hochwald-Gempen (2.) spielen die Solothurner und Aargauer in der Saison 2020 in der höchsten Klasse. Sie ersetzen die Absteiger aus Neuenkirch und Büsingen.

In der NL B, bei den Turnerinnen, trat Urtenen II absolut dominant auf. Von der ersten bis zur sechsten, letzten Runde in Aarwangen, lagen die Mittelländerinnen in Führung. Von den 18 Begegnungen verloren sie in der fünften Runde in Brügg einzig gegen Buchthalen mit 8:9. Das Aufstiegspech für die Urtenen-II-Spielerinnen ist, dass mit Urtenen I bereits eine Frauschaft in der höchsten Klasse agiert. So kommen die Riegen aus Buchthalen (2.) und Willisau (3.) zum NL-A-Handkuss. Die Schaffhauser- und Luzernerinnen ersetzen die Absteigerinnen aus Wolfenschiessen und Unterkulm (Die Auf- und Abstiegsinfos sind ohne Gewähr, es kann noch Veränderungen geben.).

Bilanz …
«Mit der abgelaufenen Saison bin ich sehr zufrieden. Einzig das Wetter spielte in der Vorrunde nicht immer mit. In Pfaffnau mussten wir, wegen Gewitter, nach zwei Spielen abbrechen. Die Rückrunde verlief dann im August wieder tipptopp und problemlos. Ich denke, wir haben würdige Meister/-innen. In beiden Ligen ist es an der Spitze klar enger geworden, dies tut dem Korbball gut», so die STV-Korbball-Chefin Margrit Buri in einem ersten Saison-2019-Fazit.

… und Abschied: Margrit Buri
Wer in den letzten 30 Jahren im STV von Korbball sprach, landete relativ rasch beim Namen Margrit Buri (STV-Fachbereichsleiterin Korbball). Seit 1989 ist sie das Gewissen hinter allen Korbbällen und Korbständern. Auf die NL-A/B-Schlussrunde 2019 hin, kommunizierte die Korbball-Funktionärin aus Rüdtligen ihren Rücktritt. «In diesem Rucksack habe ich alle ‹Sorgen und Nöteli› verpackt. Jetzt lege ich diesen beiseite», so Buri, nachdem sie demonstrativ einen Rucksack auszog und auf den Boden legte.

Auf den Sportanlagen von Aarwangen wollten Buri noch einmal alle Danke für das einmalige Spiel-Engagement sagen: Die Spieler/-innen sammelten innerhalb der Frau- und Mannschaften und schenkten Buri ein rotes E-Bike: Es flossen Tränen. Die Schiedsrichter/-innen überbrachten 30, je Buri-Jahr eine rote Rose: Es flossen, beidseitig, Tränen. Jérôme Hübscher (Chef Breitensport STV) würdigte Buri als grosse Korbball-Botschafterin sowie -Chrampferin und überbrachte ein originelles STV-Geschenk: Es flossen Tränen.
«Ich wurde absolut überrascht, wollte nicht heulen und standhaft bleiben. Einfach sensationell, was da gerade um mich herum passiert ist. So etwas hätte ich nie erwartet: ein super Abschluss», so eine total gerührte Margrit Buri.

Text und Fotos: Peter Friedli


Übrigens: Korbball ist auch im GYMlive 5/2019 ein Thema – die Vorfreude ist gross.

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Am Samstag, 21. September 2019 findet auf dem Sportplatz «Rietzelg» von Neukirch-Egnach die Aufstiegsrunde 1. Liga/NL B statt.

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Bild ganz oben: Spieler/-innen, ein Ball und Körbe: Korbball.

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