Titelhattrick und geglĂĽckte Revanche

  • 21. Februar 2022

  • Fabio Baranzini/ Swiss Faustball/ adapt. tdi.

  • Fabio Baranzini/ Swiss Faustball

Am Faustball-Final4-Turnier setzten sich in Kirchberg bei den Frauen das Team aus Diepoldsau durch und realisierten damit den Titelhattrick. Bei den Männern revanchiert sich Oberentfelden für die Finalniederlage von vor zwei Jahren gegen Elgg-Ettenhausen und gewinnt seinerseits den zweiten Titel in Folge nach dem Feld-Titel 2021.

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Jona gegen Diepoldsau – so lautete die Finalaffiche bei den Frauen zum fĂĽnften Mal in Folge. Vier Mal hatten die Frauen aus Diepoldsau gewonnen. Zuletzt gabs im vergangenen September einen deutlichen 3:0-Sieg am Final4-Turnier in Neuendorf. Und zunächst sah es auch am Final4-Turnier in Kirchberg aus, als ob die Rheinsinslerinnen erneut nach Belieben dominieren wĂĽrden. Der erste Satz war eine Matchdemonstration. Gleich mit 11:2 holte sich die Equipe von Trainer Anton Lässer den ersten Satz.

So leicht wollten sich die Jonerinnen aber nicht geschlagen geben. Je länger das Spiel dauerte, desto besser fanden sie in die Partie und beschäftigten Diepoldsaus Hauptangreiferin Tanja Bognar geschickt. Diese Taktik ging auf. Die Sätze zwei und drei gingen mit 11:5 und 11:7 an Jona. Würden sie die Titelserie von Diepoldsau brechen können?

Nein, denn Diepoldsau stellte sich je länger je besser auf die Taktik der Jonerinnen ein und fanden – auch dank einigen Fehler im Spiel von Jona – wieder zurĂĽck in die Partie. Mit 11:6 und 11:5 konnten sie die letzten beiden Durchgänge fĂĽr sich entscheiden und so ĂĽber den erneuten Titelgewinn jubeln. «Es war ein schwieriges Spiel, bei dem wir unser gesamtes Können zeigen mussten. Wir mussten riskieren – einfach nur sauber spielen reichte nicht», so Tanja Bognar (Diepoldsau). «Ich glaube letztlich hatten wir das grössere Vertrauen in unsere Fähigkeiten und konnten von den Erfahrungen profitieren, die wir in den letzten Jahren in wichtigen Spielen gesammelt hatten.»

Wir mussten riskieren – einfach nur sauber spielen reichte nicht.
Tanja Bognar Diepoldsau

Kreuzlingen holt Bronze

Im Spiel um Platz drei kam es einmal mehr zum Kräftemessen zwischen Neuendorf und Kreuzlingen. Die Neuendörferinnen hatten das letzte Bronzeduell gegen Kreuzlingen im vergangenen September knapp mit 3:2 gewinnen können. Auch diesmal war es die Solothurnerinnen, die den besseren Start erwischten und mit 2:1-Sätzen führten. Doch Kreuzlingen gab sich nicht geschlagen. Die Ostschweizerinnen kämpften sich zurück und konnten nach fast zwei Stunden Spielzeit den ersten Matchball zum 3:2-Sieg verwandeln. Damit geht die Bronzemedaille an Kreuzlingen.

Kreuzlingen holt Bronze

Final-Klassiker bei den Männern

Oberentfelden gegen Elgg-Ettenhausen – das wird zu einem Klassiker im Final von Schweizer Meisterschaften bei den Faustballern. Die beiden Equipen standen sich bereits im letzten Hallenfinale 2020 gegenüber und auch in der Feldsaison im vergangenen September. Am Wochenende vom 19./20. Februar 2022 folgt nun Final Nummer drei. Die Aargauer legten los wie die Feuerwehr. 11:3 ging der erste Satz nach Oberentfelden. In der Folge konnte Elgg-Ettenhausen das Spiel ausgeglichener gestalten, doch in den entscheidenden Situationen waren die Oberentfelder abgeklärter. So gingen die Sätze zwei und drei ebenfalls nach Oberentfelden.

Sieben Matchbälle vergeben

Eine erneute 0:4-Niederlage im Final wie im Sommer wollten sich die Elgger nicht noch einmal leisten. In Durchgang vier waren sie das bessere Team und holten sich diesen verdient. Was sich dann in Satz Nummer fünf abspielte, war an Dramatik kaum zu überbieten. Oberentfelden führte 10:3. Sieben Matchbälle für die Aargauer. Doch Elgg-Ettenhausen wehrte alle ab. Und so stand es plötzlich 10:10. Was für eine Wende! Elgg-Ettenhausen holte sich Satz fünf mit 14:12 und schöpfte neue Hoffnung.

Bei Oberentfelden dagegen war der Schwung weg. 5:1 fĂĽhrten die Elgger im sechsten Durchgang. Doch die Aargauer kämpften sich zurĂĽck in die Partie. Mit dem insgesamt achten Matchball krönte sich Oberentfelden doch noch zum Schweizer Meister und revanchierten sich damit fĂĽr die Final-Niederlage in der Halle von vor zwei Jahren. «Die sieben vergebenen Matchbälle waren ein brutaler Tiefschlag fĂĽr uns. So etwas habe ich noch nie erlebt – es war extrem schwer, die Motivation und die Stimmung hochzuhalten», sagte Oberentfeldens Captain Ramon Hochstrasser, der den Matchball verwandelt hat. «Dass wir diesen Titel dank der besten Leistung in dieser Hallensaison holen konnte, ist unbeschreiblich und wunderschön.»

Die sieben vergebenen Matchbälle waren ein brutaler Tiefschlag für uns. So etwas habe ich noch nie erlebt.
Ramon Hochstrasser Oberentfelden

Diepoldsau holt Bronze

Im Spiel um Platz drei kam es wie bereits beim letzten Final4-Turnier zum Rheintaler Derby zwischen Widnau und Diepoldsau. Die Partie war ausgeglichen, doch in den entscheidenden Momenten waren es die Diepoldsauer, die einen Gang zulegen konnten. So gingen die ersten drei Durchgänge jeweils knapp an Diepoldsau. Widnau gab sich aber nicht so leicht geschlagen und konnte Durchgang Nummer vier für sich entscheiden. Zu mehr reichte es aber nicht. Diepoldsau blieb im fünften Satz ungefährdet und sicherte sich die Bronzemedaille.

Resultate Final4-Turnier

Halbfinals: Diepoldsau – Neuendorf 3:0 (12:10, 11:8, 11:7), Kreuzlingen – Jona 0:3 (7:11, 7:11, 9:11). – Bronzespiel: Kreuzlingen – Neuendorf (8:11, 15:14, 6:11, 11:7, 11:8). – Finale: Diepoldsau – Jona 3:2 (11:2, 5:11, 7:11, 11:6, 11:5).

Halbfinals: Elgg-Ettenhausen – Widnau 4:0 (11:3, 11:9, 11:7, 15:13), Diepoldsau – Oberentfelden 1:4 (11:7, 8:11, 8:11, 8:11, 7:11). – Bronzespiel: Diepoldsau – Widnau 4:1 (14:12, 12:10, 11:9, 6:11, 11:4). – Final: Oberentfelden – Elgg-Ettenhausen 4:2 (11:3, 12:10, 13:11, 6:11, 12:14, 12:10).

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