Romands sorgen fĂŒr die Show

  • 10. Dezember 2021

  • Emilie Lambiel/ahv

  • Martin Fröhlich / zvg

  • Diesen Beitrag findet ihr auch im GYMlive 5/2021.

Das 2016 von Myriam Bertholet-Laala ins Leben gerufene «Welsch Master Team» besteht aus rund fĂŒnfzig Turnerinnen und Turnern aus allen Teilen der Westschweiz. Im Januar 2022 werden sie auf der BĂŒhne des Hallenstadions an der «Gymotion» auftreten. GYMlive hat sie bei einem Training in Orbe getroffen.

Es ist 9 Uhr am Samstagmorgen, als wir die Orbe-Sporthalle betreten. Die Turnerinnen und Turner des «Welsch Master Teams» (WMT) sind bereits im Einsatz. Sie treffen sich etwa einmal im Monat fĂŒr einen Tag oder ein Wochenende zu einem Intensivtraining in der Romandie. «Wir treffen uns fĂŒr jedes Training an einem anderen Ort. Normalerweise schlafen wir am Samstagabend vor Ort, um den Turnenden lange Fahrten zu ersparen, aber vor allem, um den Zusammenhalt der Mannschaft zu fördern», erklĂ€rt Myriam Bertholet-Laala, die Leiterin und Choreografin der Gruppe.

Die Kriterien fĂŒr die Auswahl eines Trainingsortes sind recht einfach: Es muss eine Schlafmöglichkeit vorhanden sein, ein Parkplatz fĂŒr den Bus, der den 900 Kilogramm schweren Luftboden transportiert, und ein Raum, der gross genug ist. Auch der Mietpreis ist ein entscheidender Punkt, denn die Turnerinnen und Turner bezahlen diesen aus eigener Tasche: «Wir organisieren Abendessen, VerkĂ€ufe, VorfĂŒhrungen oder Spendenaktionen, um unsere Kosten zu decken», fĂŒgt die Verantwortliche hinzu. Zwischen diesen Gruppentrainings mĂŒssen die Turnerinnen und Turner die Choreografien zu Hause einstudieren.

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Einmal im Monat kommt die Gruppe zusammen, um zu trainieren.

«Mehr ermöglichen»

Die meisten WMT-Turnerinnen und -turner sind bereits Mitglied in einem Turnverein. Warum also diese Gruppe grĂŒnden? «Die WMT ermöglicht uns mehr», erklĂ€rt Bertholet-Laala und fĂŒgt hinzu: «Wir nehmen nicht an VereinswettkĂ€mpfen oder Schweizer Meisterschaften teil. Das WMT ist eine sekundĂ€re Gruppe fĂŒr Turnende, die es ermöglicht, uns an Galas oder internationalen Veranstaltungen zu prĂ€sentieren.» UrsprĂŒnglich wurde die Gruppe 2016 gegrĂŒndet, um an der «Gym for Life Challenge» in Oslo teilzunehmen. Dank der Begeisterung der Turnerinnen und Turner geht das Abenteuer seither weiter.

Das WMT tritt mehrmals im Jahr in der Schweiz und im Ausland auf. «Alle Veranstaltungen, an denen wir teilnehmen, sind intensiv. Ich habe tolle Erinnerungen an das â€čGym for Lifeâ€ș-Finale 2016, an den Einzug ins Hallenstadion bei der â€čGymotionâ€ș oder an die FIG-Gala an der Gymnaestrada in Dornbirn», sagt Cyrielle Verdon, die seit der GrĂŒndung dabei ist.

Offen fĂŒr alle

Das WMT ist offen fĂŒr alle Turnerinnen und Turner der französischsprachigen Schweiz. Um in die Gruppe aufgenommen zu werden, muss man jedoch eine Auswahl bestehen. «Wir sind immer zwischen 40 und 50 Turnende im Team», erklĂ€rt Myriam Bertholet-Laala, «wenn wir zu viele Turnende haben oder wenn wir einen bestimmten Wettkampf vorbereiten, gibt es ein Auswahlverfahren.

Die Kandidaten mĂŒssen das GerĂ€t, an dem wir auftreten werden, beherrschen, ein gutes turnerisches Niveau haben und die Choreografie intus haben. Die Turnerinnen und Turner unterzeichnen auch eine Charta, mit der sie sich fĂŒr die Dauer des Wettkampfs verpflichten. Alle Kantone der Westschweiz sind vertreten, und die Turnerinnen und Turner kommen aus verschiedenen Bereichen: GerĂ€teturnen, Kunstturnen, Akrobatik, Trampolin und sogar Rock’n’Roll. Das Konzept funktioniert, denn einige Turnerinnen und Turner sind seit dem Anfang dabei. «Die Trainingseinheiten sind intensiv, aber sehr belebend, denn die Turnerinnen und Turner haben ein hohes Niveau», meint Verdon. «Das WMT ist mehr als nur Turnen, es ist eine richtige Familie», fĂŒgt Bertholet-Laala hinzu.

Das WMT ist wie eine richtige Familie.
Myriam Bertholet-Laala Managerin Welsch Master Team

Internationale Erfahrungen

Im Laufe der letzten Jahre sind die WMT-Mitglieder bei vielen internationalen Galas und Veranstaltungen aufgetreten. Im Jahr 2016, als die Gruppe gegrĂŒndet wurde, belegte das Team in Oslo den zweiten Platz bei der «Gym for Life Challenge». Danach haben sie an der FIG-Gala der Gymnaestrada 2019 in Dornbirn, Österreich sowie mehrmals an der «Gymotion» teilgenommen. Auch die Agenda fĂŒr 2022 und 2023 ist bereits voll: «Wir werden an der Eurogym 2022 in NeuchĂątel teilnehmen und wir hoffen, fĂŒr die FIG-Gala der Gymnaestrada 2023 in Amsterdam ausgewĂ€hlt zu werden», sagt die WMT-Verantwortliche. «Nach einem Jahr Pandemie und ohne Training freuen wir uns, wieder in der Turnhalle zu sein und uns auf Veranstaltungen vorzubereiten.»

Eine besondere AtmosphÀre

Der nĂ€chste Auftritt liegt nicht mehr weit entfernt. Das WMT wird an der «Gymotion» 2022 in ZĂŒrich zu sehen sein. «Wir lieben diese Veranstaltung», lĂ€chelt Bertholet-Laala. «Ein aussergewöhnlicher Anlass in der Schweiz und es ist eine Ehre fĂŒr uns, daran teilzunehmen.» Die WMT-Choreografin bereitet fĂŒr diesen Anlass eine einzigartige Show vor: «Wie 2020 wird die Gruppe eine BodenĂŒbung mit Mini-Luftmatten zum Thema â€čRĂŒckkehr ins Lebenâ€ș prĂ€sentieren, mit vielen Emotionen und Spass. Wir wollen dem Publikum einen echten Kick geben.» Die «Gymotion» ist auch fĂŒr die mitwirkenden Turnerinnen und Turner ein Highlight. Cyrielle Verdon bestĂ€tigt das: «Ich habe bereits zweimal an der Gymotion teilgenommen, es bleibt eine meiner schönsten Erinnerungen mit dem Team. Die AtmosphĂ€re ist unglaublich.» Ein anderer treuer WMT-Turner, SĂ©bastien Lohmann, stimmt zu: «Die Show, die Lichter, die AtmosphĂ€re, alles ist unglaublich.»

Myriam Bertholet-Laala

Geburtsdatum: 9. November 1978

Wohnort: Suchy (VD)

Familie: Geschieden, zwei Kinder (Liam und Maé)

Beruf: Physiotherapeutin in der PĂ€diatrie, Managerin und Choreografin des Welsch-Master-Teams

Hobbys: Turnen

Meine erste Erinnerung an das Turnen: «Das Kunstturnen in Genf als ich vier Jahre alt war».

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