Mit Rang 7 das Olympia-Ticket gelöst

  • 1. Oktober 2023

  • Thomas Ditzler

  • Janis Fasser

Das Kunstturn-Team der MĂ€nner schafft an der WM in Antwerpen «Historisches». Mit 248,192 Punkte in der Qualifikation löst die Mannschaft um Christian Baumann, Luca Giubellini, Florian Langenegger, Noe Seifert und Taha Serhani zum dritten Mal in Serie das Ticket fĂŒr die Olympischen Spiele. Zudem qualifiziert sich die Mannschaft fĂŒr den Team-Final vom Dienstag und Noe Seifert und Florian Langenegger fĂŒr den Mehrkampf-Final vom Donnerstag.

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Geturnt, geliefert und gejubelt! Das Schweizer MĂ€nnerteam hĂ€lt an der Kunstturn-WM 2023 in Antwerpen (BEL) dem Erwartungsdruck stand und qualifiziert sich sicher fĂŒr die Olympischen Spiele vom kommenden Sommer in Paris (FRA). Mit 248,192 Punkten belegen die Schweizer nach der Qualifikation den 7. Rang. Sie lassen gar Nationen wie China, Spanien oder die TĂŒrkei in der Rangliste hinter sich und erreichen das angestrebte Top-12-Resultat souverĂ€n. Nach Rio de Janeiro (2016) und Tokio (2021) wird das Schweizer Team damit auch in Paris wieder olympisch vertreten sein. Drei Olympia-Teilnahmen gelangen im Schweizer Kunstturnen einer Mannschaft zuletzt vor rund 50 Jahren.

Die Schweizer schaffen an der WM zudem den Sprung in den Teamfinal der besten acht Nationen vom Dienstag. Hinzu kommt, dass sich mit Noe Seifert (82,464) und Florian Langenegger (81,864) zwei Schweizer auch fĂŒr den Mehrkampf-Final vom kommenden Donnerstag qualifizieren konnten.

Keine StĂŒrze in der Teamwertung

Die Mannschaft um Christian Baumann, Luca Giubellini, Florian Langenegger, Noe Seifert und Taha Serhani (Ersatzturner Dominic Tamsel) zeigte wĂ€hrend des Wettkampfes vom Sonntag, 1. Oktober 2023 kaum Nerven und turnte einen beinahe fehlerfreien Sechskampf. Die beiden einzigen StĂŒrze im Schweizer Wettkampf verbuchte Taha Serhani am Boden. Seine Note kam im 5-4-3-System jedoch nicht in die Team-Wertung, weshalb die Schweizer so keinen Sturz in der Endabrechnung verbuchen mussten.

Den Schweizern gelang am Barren ein solider Auftakt in die Qualifikation. SĂ€mtliche der drei Noten, die am StartgerĂ€t in die Wertung flossen, lagen ĂŒber der 14-Punkte-Marke. «FĂŒr den Wettkampfverlauf war es wichtig, dass uns der Start gelingt», blickte Nationaltrainer Claudio Capelli zurĂŒck. Auch an den darauffolgenden GerĂ€ten Reck und Boden lieferten die Schweizer die erhoffte Leistung. Einzig am Pauschenpferd habe er dann etwas gezittert, weil es den ersten drei Athleten nicht ganz nach Wunsch gelaufen sei, sagt Capelli: «Christian Baumann hat uns dort mit seiner Übung aber gerettet.» Der angesprochene Team-Routinier gesteht nach dem Wettkampf, dass er vor seiner Pferd-Übung durchaus Druck verspĂŒrt habe. «Ich habe jedoch versucht, diesen so gut es ging auszublenden», sagte Baumann. Dies gelang ihm und so konnte das Team zuversichtlich die letzten beiden GerĂ€te in Angriff nehmen.

Perfekte SprĂŒnge zum Abschluss

Nachdem die Schweizer auch am vorletzten GerĂ€t an den Ringen im Soll geblieben sind, glĂ€nzten gleich alle vier Turner zum Abschluss am Sprung. Allen voran Taha Serhani und Luca Giubellini, welche beide mit einer 14,366 belohnt wurden.  Â«Nach dem bereits meinen Kollegen ein Sprung ĂŒber 14 Punkte gelungen war, wollte ich unbedingt nachziehen», sagte Serhani. Der Winterthurer eröffnete aus Schweizer Sicht nicht nur den Wettkampf wunschgemĂ€ss am Barren, sondern sorgte mit seinem gelungenen Sprung auch fĂŒr das perfekte Wettkampf-Ende, welches in der Qualifikation fĂŒr den Teamfinal und der ErfĂŒllung der Olympia-Teilnahme gipfelte.

«Das ist der Hammer!»

«Ich freue mich riesig, dass es neben der Olympia-Quali fĂŒr mich als 12. im Mehrkampf auch fĂŒr Finalqualifikation gereicht hat», bilanzierte Noe Seifert. Der Wettkampf sei sehr anstrengend gewesen. Umso grösser sei die Last, die danach von ihren Schultern gefallen sei, ergĂ€nzt Seifert. Ähnlich tönt es auch bei Florian Langenegger, der sich neben Seifert als 20. ebenfalls fĂŒr den Mehrkampf-Final vom Donnerstag qualifizieren konnte: «Ich konnte meine Übungen so abrufen, wie ich es mir vorgestellt habe. Das ist der Hammer!»

Erfreut ĂŒber seinen ersten Auftritt auf der WM-BĂŒhne zeigte sich nach dem Wettkampf auch Neuling Luca Giubellini: «Die Anspannung war riesig. Vor allem am Pferdpauschen habe ich es gespĂŒrt. Umso lĂ€nger der Wettkampf aber gedauert hatte, wurde die NervositĂ€t kleiner. Da es eine Team-WM ist, vereinfachte es mir einiges. Wir haben uns wĂ€hrend des Wettkampfes als Mannschaft richtig in einen Flow geturnt.»

GlĂŒcklich zeigte sich nach dem Wettkampf auch Trainer Capelli: «Das Olympia-Ticket war unser grosses Ziel gewesen. Man hat es den Jungs angesehen, dass sie dieses Ziel unbedingt erreichen wollten.» Mit dem Teamfinal seien die Erwartungen gar noch ĂŒbertroffen worden, so Capelli weiter. «Noe und Florian haben mit ihrer Mehrkampf-Qualifikation zudem gezeigt, dass sie hervorragende MehrkĂ€mpfer sind.» Letztendlich habe aber jeder im Team sein Können dazu beigetragen, dass die Schweiz so weit vorne klassiert sei und dass der einstige Traum von Olympia in RealitĂ€t umgewandelt werden konnte – und dies zum dritten Mal in Folge.

Grosse Freude beim Schweizer Team nach dem Wettkampf.

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