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Grosse Ehre f√ľr Erfinder der ¬ęStaldergr√§tsche¬Ľ

  • 21. Mai 2024

  • Ueli Bachmann

  • zvg

Der Luzerner Kunstturner Josef Stalder wurde am Samstag, 18. Mai 2024 f√ľr seine Erfindung der ¬ęStaldergr√§tsche¬Ľ posthum in die International Gymnastics Hall of Fame in Oklahoma City aufgenommen.

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Die Schweizer Kunstturn-Legende Josef Stalder vom BTV Luzern geh√∂rte zu den Weltbesten seines Fachs in den Nach-Kriegsjahren. Der 1991 verstorbene Luzerner gewann insgesamt 14 Medaillen an Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. Doch nicht unbedingt diese imposante Medaillensammlung trug Stalder am Samstag posthum eine Ehrung bei der ¬ęInternational Gymnastics Hall of Fame (IGHOF)¬Ľ in Oklahoma City (USA) ein. Vielmehr zeigt sich das IGHOF-Gremium von einem Element beeindruckt, das Stalder erfand und beim Reck-Olympiasieg 1948 erstmals der Turn-Welt pr√§sentierte: Die nach ihm benannte ¬ęStaldergr√§tsche¬Ľ. ¬ęDie Staldergr√§tsche ist ein Turnelement, das heute noch, mehr als 70 Jahre nach seiner Einf√ľhrung bei Stalders Reck-Olympiasieg 1948 in London, sowohl von M√§nnern als auch von Frauen in Turn√ľbungen auf hohem Niveau geturnt wird¬Ľ, sagte IGHOF-Pr√§sident Bart Connor, der am Samstag zusammen mit seiner Ehefrau, Turnweltstar Nadia Comaneci, die Ehrung vornahm.

Bart Connor (66) weiss wovon er spricht: Der US-Doppelolympiasieger von 1984 hatte den ¬ęStalder¬Ľ ebenfalls geturnt, genauso wie 1989 in die USA ausgewanderte Rum√§nin Nadia Comaneci (62), die den ¬ęStalder¬Ľ 1980 als eine der ersten Turnerinnen am Stufenbarren auf Weltklasse-Niveau zeigte. ¬ęEs gibt kein anderes nach einem Turner benanntes Element, das die Welt des Turnsports l√§nger und st√§rker pr√§gte als die Staldergr√§tsche¬Ľ, wurde in der Laudatio zum geehrten Luzerner gesagt.

IGHOF-Präsident Bart Connor und seine Ehefrau, Turnstar Nadia Comaneci, präsentierten bei der Feier am Samstag das Ehrenportrait der Luzerner Turn-Legende.

¬ęStaldergr√§tsche¬Ľ durch Zufall erfunden

Josef Stalder war bei seinem Reck-Olympiasieg 1948 in London nicht bewusst gewesen, was Spektakul√§res f√ľrs Turnen vollbracht zu haben, wie er mal erkl√§rte. Seltsamer Weise habe auch niemand √ľber das Element gesprochen. Lediglich an der hohen Bewertung habe sich der Neuheitswert widerspiegelt. Auf das Element kam Stalder durch Zufall: Ein Vereinskollege (Walter Rudin) rutschte beim Gr√§tschumschwung mit den F√ľssen von der Stange, unterbrach den Umschwung aber nicht. Stalder baute die Gr√§tsche vom und zum Handstand aus.

Sechs Schweizer in der ¬ęHall of Fame¬Ľ

Josef Stalder ist nach Eugen Mack und Jack G√ľnthard, sowie drei Funktion√§ren der sechste Schweizer, dessen Verdienste mit einer Ehrentafel in der International Gymnastics Hall of Fame gew√ľrdigt wird. Seit 1988 wurden 140 der gr√∂ssten Stars und Leistungstr√§ger des Turnsports aus 22 L√§ndern in die ¬ęHall of Fame¬Ľ aufgenommen.

Erfinder-Elemente heute streng reglementiert

Im Kunstturnen der M√§nner gibt es gegen 300 Elemente, die nach dem Namen des Erfinders benannt sind. Rund ein Dutzend tragen Namen von Schweizern, wie der ¬ęBaumann¬Ľ, ¬ęPiatti¬Ľ, oder ¬ęSteinemann¬Ľ. Viele Elemente werden in den Wertungsunterlagen nicht mehr aufgef√ľhrt, weil die Namens-Bezeichnung ‚Äď anders als zu Zeiten Stalders ‚Äď streng reglementiert wurde. Heute erh√§lt ein neues Element den Namen des Erfinders erst, wenn das Elemente von einem Gremium des Internationalen Turnverbandes (FIG) homoligiert und im Schwierigkeitsgrad eingestuft worden ist.

Aufnahme finden nur Elemente ab Kat. C und die an offiziellen FIG-Wettk√§mpfen erstmals gezeigt wurden. Der Verband des Turners hat ¬ębaldm√∂glichst nach dem Wettkampf¬Ľ Videos und Zeichnungen vorzulegen.

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