¬ęDieser Erfolg ist f√ľr uns alle sehr wichtig¬Ľ

  • 2. Oktober 2023

  • Thomas Ditzler

  • Janis Fasser

Kunstturn-Delegationsleiter David Huser spricht nach der gelungenen Olympia-Qualifikation √ľber seine Gem√ľtslage, die Lehren, die aus der WM vor einem Jahr gezogen wurden und welche Bedeutung der j√ľngste Erfolg f√ľr das Kunstturnen in der Schweiz hat.

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David Huser, wie war bei dir als Delegationsleiter die Gem√ľtslage nach dem Qualiwettkampf der M√§nner am Sonntag?

David Huser: Ich bin nat√ľrlich sehr zufrieden mit den Leistungen, die das Team abrufen konnte. Team ist auch das richtige Stichwort: Nat√ľrlich sind es in erster Linie die f√ľnf Turner, die den Wettkampf absolviert haben. Das eigentliche Team ist aber noch viel gr√∂sser. Da geh√∂rt das Trainerteam, der Staff, alle Personen in Magglingen, oder auch die Leistungszentren dazu, die einen Teil zu diesem Erfolg beigetragen haben.
 

Mit der Olympia-Qualifikation hat man das grosse Ziel erreicht. Kann man daher sagen, dass alles richtig gemacht wurde?

Ja, sicher wurde vieles richtig gemacht. Wir d√ľrfen nicht untersch√§tzen, wie schwierig es war, dieses Ziel zu erreichen. Denn alle anderen Nationen haben sich auch weiterentwickelt. Kunstturnen ist eine Weltsportart, in die auf dem ganzen Globus sehr viel investiert wird. Dass wir als kleine Nation Schweiz in einem WM-Teamwettbewerb den siebten Rang belegen ist ausserordentlich. Eine Leistung, bei der viele ihren Teil zum Gelingen beigetragen haben.
 

Vor einem Jahr war die Entt√§uschung nach Rang 20 in Liverpool sehr gross. Wurden aus diesem Debakel letztendlich die richtigen Schl√ľsse gezogen?

Die Monate zwischen Liverpool und Antwerpen waren sehr intensiv. Es war nicht einfach, aber notwendig, die richtigen Schl√ľsse daraus zu ziehen. Wir haben uns nach Liverpool intensiv mit den Leistungen auseinandergesetzt und verschiedene Massnahmen eingeleitet. Heute kann man sagen, der Plan ist aufgegangen und es wurden die richtigen Schl√ľsse gezogen, damit ein solches Debakel nicht mehr passiert.

Die Schweiz ist im Kunstturnen vorne dabei und wir befinden uns auf einem guten Weg.
David Huser Chef Olympische Mission und Delegationsleiter WM Antwerpen

Hat es allenfalls einen solchen Tiefpunkt wie vor einem Jahr gebraucht, damit man nun da ist, wo man heute steht?

Dass es so heftig sein musste, w√§re nicht n√∂tig gewesen. Wir haben sehr viel umstrukturiert und waren auch damals mitten im Prozess, der notabene auch heute noch nicht abgeschlossen ist. Viele Dinge sind noch am ¬ęGedeihen¬Ľ. Heute kann man sagen, dass der Auftritt von damals uns aber mit Sicherheit nochmals mehr Schub verliehen hat.
 

Die Schweiz hat sich nun zum dritten Mal in Serie f√ľr die Olympischen Spiele qualifiziert. Welche Bedeutung hat dieser ¬ęhistorische¬Ľ Erfolg f√ľr das Kunstturnen?

Es hat eine sehr grosse Bedeutung. Vor allem auch f√ľr den Schweizerischen Turnverband. Nach all dem, was in den letzten Jahren passiert ist, ist es notwendig, dass wir aufzeigen k√∂nnen, dass wir uns am Ver√§ndern sind. Dieser Schritt war n√∂tig und dass wollten wir auch. Wir befinden uns nach wie vor in diesem Prozess. Es ist umso wichtiger, dass wir auf der obersten Ebene, bei der Elite, solche Erfolge feiern k√∂nnen. Der Erfolg tut nicht nur den f√ľnf Athleten in Antwerpen gut, sondern auch dem ganzen Staff, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf der STV-Gesch√§ftsstelle in Aarau, die sich tagt√§glich sowohl f√ľr den Spitzen- aber auch f√ľr den Breitensport einsetzen. Nicht zu vergessen, all die Turnvereine, die mit viel Herzblut eine unglaubliche Arbeit leisten. Oder auch die Kunstturn-Szene, in der es ebenso viele Menschen gibt, f√ľr die diese Sportart sehr vieles im Leben bedeutet. Dass wir diesen Erfolg feiern k√∂nnen, ist f√ľr alle unglaublich wichtig. Heute k√∂nnen wir deshalb sagen: Die Schweiz ist im Kunstturnen vorne dabei und wir befinden uns auf einem guten Weg. Dennoch m√ľssen wir weiterhin hart arbeiten und uns weiterentwickeln. Jetzt ist aber auch der Moment, an dem man auch einmal sagen darf, dass diese Leistung uns sehr guttut.
 

Nach der Olympia-Qualifikation wurde das gesetzte Ziel erreicht. Welche Erwartungen hast du nun noch an den Teamfinal in Antwerpen?

Alle acht Mannschaften im Teamfinal werden nochmals versuchen, ihr Bestes zu geben. Der Modus 5-3-3 ist sehr spannend. Alle drei Turner, die an die Ger√§te gehen, kommen in die Wertung. Da kann immer vieles passieren. Die bisherigen Wettk√§mpfe haben es zeigt, dass bei St√ľrzen von anderen Nationen f√ľr uns einiges m√∂glich sein kann. Wir gehen mit den Ambitionen in den Wettkampf, nochmals unser Bestes zu geben, damit es aus unserer Sicht m√∂glichst lange spannend bleibt.

David Huser im Austausch mit Team-Routinier Christian Baumann.

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