Der STV Zentralfähnrich Jan «Jänu» Christen stand mit dem imposanten STV-Banner stramm. Aus den Lautsprechern im Sportzentrum Grien von Lyss ertönte die Schweizer Nationalhymne für die 12 Meistervereine im Vereinsturnen 2014: TV Gelterkinden, TV Stein (10,0), TV Teufen (10,0), GT TV Brütten, SFG Locarno, STV Wetzikon, STV Kriessern, TV Thun-Strättligen, TV Rüti, STV Wettingen, BTV Luzern (zweimal Meister) und TV Buchthalen. Diese Vereine setzten sich in ihren Disziplinen klar, knapp und/oder «knäpper» durch. Sie sind nun für ein Jahr lang, bis zur SMV 2015 in Yverdon les Bains, die Titelträger.
Wenn Hundertstel entscheiden
Die Finaldurchgänge am zweiten SM-Tag, am Sonntag, verliefen äusserst spannend. Selbst für die turnkundigen Zuschauenden, die turn-unkundigen sind jeweils extrem gefordert, ist es nicht immer ganz einfach, die Unterschiede auf Platz zu erkennen und den Besseren vom etwas weniger Besseren zu unterscheiden. Beispiel Kleinfeldgymnastik: Der TV Stein gewinnt mit der Maximalpunktzahl von zehn Punkten, acht Hundertstel vor Langendorf – wo liegen die acht Hundertstel begraben? Nicht so einfach. Noch spitzfindiger war es beim Schulstufenbarren, beim Reck und/oder in der Gerätekombination. In diesen Sparten trennten Gold und Silber jeweils lediglich zwei Hundertstel – einfach nur spannend.
Als erfolgreichster SMV-2014-Verein verlässt der BTV Luzern das Berner Seeland. Die Zentralschweizer dominierten an den Schaukelringen und bei den Sprüngen. Die Wertungsrichter vergaben in der Gymnastik zweimal 10,0 Punkte: TV Stein (Kleinfeld) und TV Teufen (Gymnastik Bühne). Eine SMV lebt von etwas Kontinuität und vielen Überraschungen. Das war bei der 2014er-Ausgabe in Lyss nicht anders. Es war nicht so, dass die Vorrundensieger/-innen einfach durmarschieren und sich ihre Siege abholen konnten. In neun der 13 SM-Disziplinen wechselte die Führung gegenüber der Vorrunde vom Samstag. – Der TV und der DTV Lyss haben ihre Sache wieder gut gemacht, die letzte SMV am gleichen Ort liegt lediglich fünf Jahre zurück.
Text: Peter Friedli



