Rhythmische Gymnastik im Wandel der Zeit
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Rhythmische Gymnastik im Wandel der Zeit

Carolina Estibeira
Fotos: Archiv STV

Handgeräte, Musik, Bewertung, Athletinnen – die Rhythmische Gymnastik hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Der Sport ist vielseitiger, differenzierter und nachhaltiger geworden als noch vor einigen Jahren.

Neue Materialien, neue Möglichkeiten

Ein Blick auf die Handgeräte zeigt den Wandel deutlich: Während früher Holzgeräte genutzt wurden, bestehen sie heute aus leichten Materialien wie Plastik. Das Seil gehört nicht mehr zu den Einzel-Handgeräten der Elite dazu. Es könnte in einem neuen Code aber auch wieder zurückkehren.

1984
1977
1997
2001
Code de pointage

Mit Beginn jedes olympischen Zyklus gibt es Änderungen im «Code de pointage» – dem Bewertungssystem in der Rhythmischen Gymnastik - durch das Technische Komitee des internationalen Turnverbandes (FIG) angepasst. Für diesen Zyklus wurde zum Beispiel die Anzahl der Körperschwierigkeiten bei der Elite von neun auf acht und die Handgeräteschwierigkeiten von zwanzig auf fünfzehn reduziert. Der Fokus liegt aber weiterhin auf der Note «Artistic – A», wobei auch in diesem Zyklus die tänzerischen und ausdrucksstärkeren Athletinnen einen klaren Vorteil haben. 

Von Live-Musik bis Gesang

Auch die musikalische Begleitung hat sich weiterentwickelt: von Live-Klaviermusik über Tonband und CD hin zu USB-Sticks. Wurde früher vor allem zu klassischer Musik geturnt, sind heute vermehrt auch Übungen zu Pop- und Rockmusik zu sehen. Neu ist zudem Gesang in der Musik erlaubt – ein Element, das den Übungen mehr Ausdruck verleiht und neue choreografische Freiheiten schafft.
 

Bewertung mit mehr Tiefe

Das Bewertungssystem wird immer wieder angepasst. Wo früher eine Gesamtnote vergeben wurde, werden heute Technik und Artistik separat beurteilt. Jeder Codewechsel bringt neue Schwerpunkte und beeinflusst, welche Fähigkeiten besonders gefragt sind.

EM- und WM-Teilnahme Einzelathletinnen 

Nach längerer Pause nimmt die Schweiz seit 2021 wieder regelmässig mit Einzelathletinnen an Europa- und Weltmeisterschaften teil. Seither konnten mehrere Gymnastinnen internationale Wettkampferfahrung sammeln und die Rhythmische Gymnastik schrittweise stärken. 

Weiterentwicklung Infrastruktur 

Parallel dazu hat sich in den letzten Jahren auch die Infrastruktur bei den Stützpunkten des STV weiterentwickelt: Mit dem Sportzentrum Zürich in Dübendorf, das Mitte August eröffnet wird, sowie dem Stützpunkt RG Südostschweiz in Zizers stehen künftig zwei Trainingsstätten zur Verfügung, die über eine permanent eingerichteten RG-Halle mit gelenkschonendem Unterboden verfügen. Diese Fortschritte schaffen verbesserte Trainingsbedingungen und bilden eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung der Sportart in der Schweiz.

1975
1977
2001

Gesundheit stärker im Fokus

Ein zentrales Umdenken betrifft die Gesundheit der Athletinnen. Elemente werden gezielter aufgebaut, unnötige Risiken reduziert. Das Resultat: Das Durchschnittsalter in der Elite ist gestiegen, Karrieren dauern länger, und der Leistungssport lässt sich nachhaltiger gestalten.

Vielfalt statt Einheitsprofil

Nicht mehr allein extreme Beweglichkeit entscheidet über Erfolg. Auch Koordination, Ausdruckskraft, Musikalität und Technik spielen eine zentrale Rolle. Dadurch öffnen sich neue Wege – und Athletinnen mit unterschiedlichen Stärken können auf höchstem Niveau bestehen.

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