National Games: Kunstturnen für alle
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National Games: Kunstturnen für alle

Carolina Estibeira
Fotos: Special Olympics | Videos: zvg

Die National Summer Games 2026 in Zug waren ein Fest des Sports und der Begegnung. Mitten im Grossanlass setzte auch das Kunstturnen als Demo-Sportart ein Zeichen und bewies: Die Disziplin hat auch im inklusiven Sport viel Potenzial.

Ein Sportfest mit nationaler Strahlkraft

Die National Summer Games machten Zug während vier Tagen zur grössten Sportbühne der Schweiz. Rund 1’500 Athlet*innen aus der ganzen Schweiz sowie Delegationen aus elf Nationen traten in 16 Sportarten an und sorgten gemeinsam mit Trainer*innen, Freiwilligen und zahlreichen Zuschauer*innen für einen Anlass voller Emotionen und Begegnungen. Einen Anlass in dieser Grösse zu organisieren sei eine riesige Herausforderung gewesen, so Eliane Müller, OK-Präsidentin der National Summer Games 2026. Aber nach vier Tagen Grossevent sei sie einfach nur dankbar: 

Eliane Müller, OK-Präsidentin National Summer Games 2026

Die Möglichkeit, so viele Menschen zusammenzubringen und gemeinsam sportliche Leistungen zu feiern, ist gelebte Inklusion und pure Freude für alle.

Im Zentrum standen nicht die Einschränkungen, sondern die individuellen Leistungen. Dank der Einteilung in vergleichbare Leistungsgruppen konnten faire Wettkämpfe gewährleistet werden, bei denen alle Teilnehmenden ihr Können zeigen konnten. 

Resultate

 

Carla Bongarzone, Cheftrainerin Kunstturnen in Lugano

Die Freude bei den Athletinnen und Athleten war riesig.

Kunstturnen erstmals im Fokus

In dieses vielfältige Sportangebot eingebettet war auch Kunstturnen. So präsentierten auch Athlet*innen mit einer kognitiven Behinderung ihr Können. «In der Schweiz gibt es Kunstturnen für Menschen mit einer Behinderung nur in Lugano. An den National Games wollten wir zeigen, dass Kunstturnen für alle möglich ist», so Carla Bongarzone, Cheftrainerin Kunstturnen in Lugano. «Wir wollten andere Vereine dazu motivieren, inklusives Kunstturnen in ihr Angebot aufzunehmen.»

Was ist anders? 

Für Carla Bongarzone ist klar: Kunstturnen ist nicht nur als Spitzensport möglich. Es brauche nicht zwingend die klassischen Geräte – vieles lasse sich auch einfach umsetzen, etwa mit Schaukelringen statt Ringen oder Barren als Ersatz für den Stufenbarren. «Die Freude bei den Athlet*innen war riesig. Bereits zwei Vereine haben Interesse gezeigt, solche Angebote aufzubauen.»

Entwicklung mit Perspektive

Ein Blick über die Landesgrenzen zeigt: In Grossbritannien und den USA existieren schon starke Special-Olympics-Bewegungen im Kunstturnen. Auch in Europa pflegt die Schweiz bereits einen engen Austausch – etwa mit Italien, Deutschland oder Norwegen. In der Schweiz hingegen steht der Aufbau entsprechender Strukturen noch am Anfang. 

Carla Bongarzone ist international mit ihren Athlet*innen unterwegs. «Wir sind viel in Italien für Wettkämpfe. Aber in der Schweiz gibt es keine Meisterschaft. Deshalb waren die National Games eine grosse Sache für unser Team.»  

Die Erfahrungen aus Zug zeigen, dass es für erste Schritte im inklusiven Kunstturnen nicht zwingend die vollständige Infrastruktur braucht. Entscheidend sind angepasste Trainingsformen und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Die Demonstration in Zug hat dafür wichtige Impulse geliefert und hat gezeigt, welches Potenzial in der Disziplin steckt. 

 

World Summer Games 2027 in Santiago (CHI) und National Winter Games 2028 in Chur

Mit der Abschlusszeremonie wurde der Staffelstab symbolisch weitergegeben: Chur wird Gastgeberin der nächsten National Winter Games sein.

Nun stehen aber die World Summer Games auf dem Programm, die im Oktober 2027 in Santiago de Chile stattfinden. Die Teilnahme in Zug war eine der Voraussetzungen, um für die Schweizer Delegation ausgewählt zu werden. Wer alles dabei ist, steht am 14. Juni fest.

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