In Wirklichkeit ist Faustball ein attraktiver und dynamischer Teamsport, der sowohl von Männern als auch von Frauen gespielt wird. In der Schweiz nehmen gut 460 Teams an der Hallensaison und rund 400 an der Feldsaison teil. Vor allem in der Deutschschweiz ist der Faustballsport verbreitet. Die Schweiz hat sechs Nationalteams, die auf internationaler Ebene schon zahlreiche Erfolge verbuchen konnten.
Die Sportart
Auf einem Spielfeld, das in der Mitte durch eine Linie und in zwei Metern Höhe für Männer und 1,90 Metern für Frauen durch ein Band bzw. Leine in zwei Hälften geteilt ist, spielen zwei Teams mit je fünf Spielern gegeneinander. Jedes Team hat das Ziel, den Ball so über die Leine zu schlagen, dass dem Gegner der Rückschlag nicht gelingt oder möglichst erschwert wird.
Wie beim Volleyball sind drei Ballberührungen – Ball darf vorher einmal auf Boden auftreffen – erlaubt, bevor der Ball wieder auf die andere Seite muss. Dieselbe Person darf nicht zweimal den Ball spielen, wenn dieser nicht vorher wieder auf der Gegnerseite war. Ein Spielgang wird so lange fortgesetzt, bis eine Mannschaft einen Fehler macht oder eine sonstige Spielunterbrechung vorliegt.
Die Faszination am Faustball liegt für mich in seiner einzigartigen Vielseitigkeit: Es vereint körperliche Komponenten wie Ausdauer, Schnellkraft und Beweglichkeit mit präziser Technik, Spielintelligenz und feinem Ballgefühl.
«Eine Besonderheit des Faustballs ist sicher, dass wir pro Jahr eine Hallen- und eine Feldsaison spielen. Beide Varianten unterscheiden sich deutlich voneinander und machen den Sport vielseitig», sagt Lars Haller, Marketingchef von Swiss Faustball. Dadurch entstünden unterschiedliche Spielertypen: Es gebe Athletinnen und Athleten, die sich stärker auf das Feld konzentrieren, andere fühlten sich in der Halle wohler. Viele spielten aber auch erfolgreich beide Varianten. «Diese Vielseitigkeit macht den Faustball abwechslungsreich, wird aber gleichzeitig für uns zur Herausforderung», so Haller weiter.
Auch Markéta Lang, Spielerin im TSV Jona und im A-Nationalteam, betont die Vielseitigkeit der Sportart: «Die Faszination am Faustball liegt für mich in seiner einzigartigen Vielseitigkeit: Es vereint körperliche Komponenten wie Ausdauer, Schnellkraft und Beweglichkeit mit präziser Technik, Spielintelligenz und feinem Ballgefühl. Gleichzeitig entwickelt sich der Sport extrem weiter, gerade im Frauenbereich.»
Nachwuchsförderung und Stärkung Frauenfaustball
Lars Haller beurteilt die Entwicklungen des Faustballsports in der Schweiz insgesamt als angespannt. Es sei zwar in den letzten fünf Jahren gelungen, den Abwärtstrend, der vor rund zehn Jahren eingesetzt hat, zu stoppen und die Anzahl Spielerinnen und Spieler auf einem stabilen Niveau zu halten. «Das war keineswegs selbstverständlich, denn auch Faustball spürt den gesellschaftlichen Wandel und die zunehmende Konkurrenz durch andere Freizeit- und Sportangebote.»
Die Stabilisierung zeige jedoch, dass die Vereine, Regionen und der Verband in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet hätten. Langfristig gehe es aber darum, wieder gezielt Wachstum zu erzielen und insbesondere junge Menschen nachhaltig für Faustball zu begeistern.
Im Zentrum stünden insbesondere die Nachwuchsförderung sowie die Stärkung des Frauenfaustballs. «Wir sind überzeugt, dass die Zukunft des Faustballs nur gesichert werden kann, wenn wir junge Spielerinnen und Spieler früh für den Sport begeistern und ihnen langfristige Perspektiven bieten», so Haller.
Man wolle ausserdem mehr Mädchen und Frauen für Faustball gewinnen, leistungsorientierte Strukturen weiter auszubauen und gleichzeitig attraktive Rahmenbedingungen im Breitensport zu schaffen. Frauenfaustball solle in der Schweiz nachhaltig wachsen können.
Letztlich geht es darum, den Faustball langfristig als dynamische, moderne und gemeinschaftliche Sportart in der Schweiz zu positionieren.
Sichtbarkeit erhöhen
Um diese Ziele erreichen zu können, müsse man die Wahrnehmung von Faustball insgesamt stärken. Dazu gehöre es, den Sport auch online zu präsentieren, digitale Möglichkeiten besser zu nutzen und die Verbindung zwischen Spitzensport und Basis weiter zu intensivieren. Internationale Erfolge sollten dabei genauso helfen wie attraktive nationale Events wie zum Beispiel das Final4 in der Halle und im Feld. «Dieser Anlass zeigt, wie attraktiv, modern und emotional Faustball heute ist. Und sie tragen wesentlich dazu bei, den Sport sichtbarer zu machen und neue Zielgruppen zu erreichen», so Lars Haller.
Vom 23. bis 26. Juli 2026 findet in Reiden sowohl die EM der Frauen als auch die U18-WM der Männer und Frauen statt:
EM Frauen, 24./25. Juli
- Schweizer Spiele, Vorrunde: Freitag, 24. Juli
10 Uhr: Schweiz vs. Namibia
13.15 Uhr: Schweiz vs. Österreich
15.30 Uhr: Schweiz vs. Serbien
19 Uhr: Schweiz vs. Deutschland
- Halbfinal und Finalspiele: Samstag, 25. Juli
Ganzer Spielplan EM
Vorschaubericht
U18-WM Männer und Frauen, 23. bis 26. Juli
Schweizer Spiele Frauen
Vorrunde
Donnerstag, 23. Juli 2026:
13.45 Uhr: Schweiz vs. Brasilien
16.15 Uhr: Schweiz vs. ÖsterreichFreitag, 24. Juli 2026:
17.45 Uhr: Schweiz vs. Deutschland
Schweizer Spiele Männer
- Vorrunde
Donnerstag, 23. Juli 2026:
12.30 Uhr: Schweiz vs. Österreich.
15 Uhr: Schweiz vs. Brasilien.
Freitag, 24. Juli 2026:
11:00 Uhr: Schweiz vs. Deutschland
Ganzer Spielplan WM
Vorschaubericht
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