Titelkämpfe der Steinstösser*innen und Steinheber*innen
Die Titelträger*innen im Steinstossen (v.l.n.r): Roger Gröbli, Simon Hunziker, Sina Cavelti, Urs Hutmacher
News

Titelkämpfe der Steinstösser*innen und Steinheber*innen

Wolfgang Rytz
Fotos: zvg

An der diesjährigen Schweizer Meisterschaft in Schwellbrunn teilten sich drei Steinstösser die vier Schweizer Meistertitel bei den Männer. Bei den Frauen dominierte die Nationalliga-A-Fussballerin Sina Cavelti die Steinstosswettkämpfe. Bei den Steinhebern verteidigte der Lokalmatador Stefan Reutegger seinen Titel. Bei den Frauen entthronte die Zürcherin Andrina Frauenfelder die routiniertere Bernerin Marina Böhlen.

Bei den Frauen hatte zuerst die Appenzeller 17-Meter-Kugelstösserin Miryam Mazenauer (TV Teufen) mit ihrer Teilnahme für Aufregung gesorgt. Die Akzente sowohl mit dem 6- wie mit dem 12,5-kg-Stein setzte dann allerdings NLA-Fussballerin Sina Cavelti (STV Wollerau-Bäch). Die Wollerauerin schnappte sich zweimal mit klarem Vorsprung ab dem ersten Durchgang ihre Titel Nummer 4 und 5. Am Vortag hatte das athletische Talent noch mit dem FC St. Gallen Meisterschaft gespielt. «Ich musste mich mit einem Steinstosstraining begnügen», erklärte sie halb entschuldigend, halb bedauernd. Sie habe technisch unsauber gestossen.

Anspruchsvoller Wechsel

Miryam Mazenauer (TV Teufen) eroberte immerhin Silber mit dem leichten Stein, musste aber erkennen, dass das Umsetzen des Anlaufes trainiert sein will. Elisabeth Santner (STV Sennwald), mit elf Schweizer Meistertiteln die erfolgreichste Steinstösserin des Landes, blieb Bronze mit dem 6- und Silber mit dem 12,5-kg-Stein.

Zwei Überraschungen

Nach klarer Bestweite in der Vorrunde sah sich Titelverteidiger Urs Hutmacher (TV Weisslingen) mit dem 12,5-kg-Stein im Final vom Ostschweizer Roger Gröbli (STV Sax) überrumpelt. Schliesslich siegte dieser mit klarem Vorsprung auf den Zürcher. Dasselbe Schicksal ereilte Hutmacher mit dem 18-kg-Granit. Diesmal gelang Oldie Simon Hunziker (STV Herznach) der perfekte Stoss. Der 44-jährige Fricktaler feierte damit seinen 18. Schweizer Meistertitel, was neuen Rekord bedeutet.

Eindrückliche Reaktion

Nun wars aber genug für den überragenden Steinstösser der letzten Jahre. Der 32-jährige Weisslinger legte den Schalter um und dominierte mit dem 40- und dem 73-kg- Stein. Beide Male setzte er sich vor Simon Hunziker (STV Herznach) und Benedikt Büchenbacher (TV Wenslingen) durch und kratzte gar an den Schweizer Rekorden. Vor allem die 40er-Bestmarke von Hunziker hätte Hutmacher nur zu gerne geknackt. Eine eindrückliche Machtdemonstration wars aber trotzdem.

Die erfolgreichen Steinheberinnen Andrina Frauenfelder (links) und Marina Böhlen

Alles drehte sich an dieser Doppel-SM in Schwellbrunn um Stefan Reutegger (TV Schwellbrunn). Die Erfolge des dominierenden Steinhebers veranlasste seinen Turnverein, die nationalen Titelkämpfe zu organisieren. Als Mitglied des OK war das Aushängeschild auch am Empfang der Ehrengäste und Sponsoren anwesend, allerdings nur mit einem Glas Mineralwasser in der Hand.

Leistung auf den Punkt

Von der grossen Aufmerksamkeit um seine Person liess sich Stefan Reutegger (TV Schwellbrunn) nicht verrückt machen. Tags zuvor erhielt er noch psychologische Tipps von Bob-Olympiasieger Beat Hefti. Schon nach der Vorrunde zeichnete sich die erfolgreiche Titelverteidigung ab. Mit 80 Hebungen führte Reutegger das überraschend grosse Feld mit 43 Teilnehmern klar an. Im Halbfinal setzte sich der Favorit mit 38:29 Hebungen gegen Willi Oertle (TV Urnäsch) problemlos durch. 

«Im Final konnte ich gegen Vereinskollege Beni Scherz (TV Schwellbrunn) nur verlieren», erklärte der spätere Finalsieger. Doch von Nervosität war vor grosser Kulisse nichts zu spüren. Stefan Reutegger (TV Schwellbrunn) zog sein Ding konzentriert durch. Als Scherz nach 30 Hebungen den 22,5-kg- Stein absetzte, hob der Favorit bis 35 Ausführungen weiter, und liess sich dann feiern. Sein fünfter Titelgewinn in Serie war eine Machtdemonstration. Scherz zeigte sich seinerseits zufrieden. «Ich hatte ja nichts zu verlieren.»

Kraft ging Böhlen aus

Bei den Frauen massen sich immerhin 19 Athletinnen mit dem 12,5-kg-Stein. Hier fehlte nach der Vorrunde eine klare Leaderin. Titelverteidigerin Marina Böhlen (SV Riggisberg) sah sich bei 89 Hebungen von den Mitfavoritinnen Andrina Frauenfelder (TV Schlatt) und Myriam Gysin (DR Wenslingen) um eine Einheit übertroffen. Dennoch gelang Böhlen der Finaleinzug. Im Endkampf erwies sich die um 15 Jahre jüngere Frauenfelder als ausdauernder. «Mir ging die Kraft aus», gestand Böhlen. Die Zürcherin strahlte nach dem 55:48-Sieg. Drei Jahre nach Silber hatte sie ihr Ziel, den ersten Titelgewinn, erreicht.

Zu den Resultaten 

Sponsoren

Sponsoren

Platin Partner

Silver Partner

Bronze Partner