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Trotz knapper Plätze: Eine Turnfest-Saison mit Herausforderungen

Carolina Estibeira
Fotos: STV/Mirco Böhlen/TFS 2026/Lorenz Reifler | Video: STV

Von Herisau über Islikon und Kerzers bis nach Seengen: Die Turnfest-Saison 2026 führte Turnerinnen und Turner quer durch die Schweiz. Trotz weniger Anlässe als in anderen Jahren boten die Turnfeste vielseitige Wettkämpfe und gelebte Gemeinschaft – nicht zuletzt dank erhöhter Kapazitätsgrenzen.

Die Saison zeigte deutlich: Die Nachfrage nach Startplätzen war hoch – das Angebot jedoch begrenzt. Viele Turnfeste haben darauf ihre Kapazitätsgrenze erhöht. Dies stellte die OKs vor grosse Herausforderungen, zeigte aber auch die Bereitschaft, Lösungen zu finden.

Kerzers: hohe Auslastung und grosser Einsatz

Das Turnfest Kerzers stand, wie die anderen diesjährigen Turnfeste, vor der Herausforderung, einer grossen Nachfrage gerecht zu werden. Sie haben sich entschieden, die Kapazitätsgrenze von rund 10'000 Turnende zu erhöhen, so OK-Präsident Lukas Jauner:

Dieser Entscheid bedeutete einen erheblichen Mehraufwand. Insgesamt standen 874 Helferinnen und Helfer im Einsatz und sorgten für einen reibungslosen Ablauf:

Freiwillige Helfende

Für OK-Präsident Lukas Jauner hat sich der zusätzliche Aufwand aber gelohnt. Er hofft, dass auch andere Vereine den Mut finden, ein Turnfest zu organisieren:

Das OK blickt positiv auf die beiden Turnfest-Wochenenden zurück.

Islikon: Inklusion sichtbar gelebt

Auch das Turnfest Islikon brachte rund 5'000 Turnerinnen und Turner zusammen, die trotz hoher Temperaturen starke Leistungen zeigten.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den PluSport-Wettkämpfen. In der Kategorie «Fit + Fun» traten die Vereine Amriswil, Kreuzlingen und Weinfelden gegeneinander an und überzeugten mit Teamgeist und Begeisterung. Amriswil durfte sich dabei gleich über zwei Siege freuen.

Manuela Schär, STV-Mitarbeiterin für Inklusion, war vor Ort: «Das Turnfest Islikon war trotz der enormen Hitze grossartig. Die Sportlerinnen und Sportler der PluSport-Gruppen waren mittendrin und haben es gerockt.» Die Wettkämpfe zeigten eindrücklich, wie selbstverständlich gemeinsames Turnen gelebt werden kann – auch wenn neue «Fit + Fun»-Aufgaben für zusätzliche Herausforderungen sorgten. «Bei gewissen Übungen musste noch viel unterstützt werden, damit alle wussten, wer wohin laufen oder werfen muss. Ich denke, mit mehr Übungszeit wird das besser funktionieren, so Manuela Schär. 

OK-Präsident Yves Scherrer ist mit dem gesamten Turnfest zufrieden: «Wir sind mit dem Anlass sehr zufrieden. Während des gesamten Wochenendes herrschte eine friedliche und ausgelassene Atmosphäre. Überall waren zufriedene Gesichter zu sehen – genau so haben wir uns unser Turnfest vorgestellt.»

Seengen: sportliche Höhepunkte und eindrückliche Dimensionen 

Auch beim Turnfest Seengen war Inklusion Teil des Programms. Nebst dem lag der Fokus auf den Jugend- und Einzelwettkämpfen. Während des zweiten Wochenendes bildeten die dicht gefüllten Wettkampfplätze den Höhepunkt. Auch das vorübergehende Unwetter beeinflusste die grosse Feststimmung nicht, so der OK-Präsident Christian Büchli. 

Die Schlussfeier war für das OK gleichzeitig der Abschluss einer intensiven Zeit. Der Präsident ist zufrieden: «Das Turnfest Seengen 2026 war ein Gemeinschaftswerk im besten Sinn. Unser OK hat während dreieinhalb Jahren mit grossem Einsatz auf diesen Anlass hingearbeitet, getragen von zahlreichen Helfenden, Vereinen, Partnern, Sponsoren und der Bevölkerung. Wir sind sehr dankbar für diese Unterstützung und stolz, dass Seengen ein so erfolgreiches Turnfest ausrichten durfte. Ganz im Sinne unseres Grundgedankens: ‹mettem Härz’see debi si›.»

Herisau: kantonales Turnfest mit grosser Ausstrahlung

Das Appenzeller Kantonalturnfest in Herisau hat an zwei Wochenenden 200 Vereine, und 6’500 Turnende angezogen. Die Wettkämpfe boten vielfältige Disziplinen für unterschiedliche Alters- und Leistungsklassen und ermöglichten es vielen Turnerinnen und Turnern, sich zu messen. 2’000 Helfende standen an den zwei Wochenenden auf dem Platz. 3’000 Besuchende komplettierten das Turnfest. 

Neben den sportlichen Leistungen überzeugte in Herisau die Organisation, so Silvan Buff, OK-Präsident: «Der Zeitplan ging auf, die Abläufe funktionierten weitgehend problemlos und selbst kleinere Herausforderungen – etwa ein kurzfristiger Ausfall eines Resultatsystems – konnten schnell gelöst werden. Die grosse Einsatzbereitschaft der Helferinnen und Helfer trug wesentlich zum Erfolg bei.»

Wintersingen: Jugend-Regionalturnfest

Aber die Turnfestsaison fing nicht erst ab dem zweiten Juni-Wochenende an los, sondern schon am 7. Juni mit dem Jugend-Regionalturnfest in Wintersingen. Dort stand der Nachwuchs im Zentrum. Die jungen Turnerinnen und Turner zeigten in verschiedenen Disziplinen grossen Einsatz, Teamgeist und Freude an der Bewegung, während im Kinderturn-Wettkampf die Jüngsten ihre Aufgaben mit viel Begeisterung meisterten. 

Auch das Rahmenprogramm sorgte für gute Stimmung, und das erstmals eingesetzte STV-Contest-System bewährte sich im Wettkampfbetrieb.

Jugend-Regionalturnfest

Liesberg: Regioturnfest Laufental Dorneck-Thierstein

Das Regioturnfest Laufental Dorneck-Thierstein in Liesberg war vor allem geprägt von: Freude, Gemeinschaft und gelebte Turnfestkultur. Auf und neben den Wettkampfanlagen standen sportlicher Ehrgeiz, Teamgeist und zahlreiche Begegnungen im Zentrum – begleitet von mitreissender Stimmung auf dem gesamten Festgelände.

Hinter dem Anlass steckte eine lange und intensive Vorbereitungszeit. Mit grossem Engagement und viel Herzblut wurde das Turnfest organisiert, aufgebaut und durchgeführt. Während des gesamten Wochenendes waren die Helferinnen und Helfer unermüdlich im Einsatz und sorgten für einen reibungslosen Ablauf.

Besonders in Erinnerung bleibt das starke Miteinander: Vereine, Helfende, Partner und die Bevölkerung trugen gemeinsam zum Gelingen des Turnfests bei und machten den Anlass zu einem rundum gelungenen Erlebnis.

 

Gemeinschaft als Herzstück

Über alle Turnfeste hinweg zeigte sich: Der Turnsport lebt von Gemeinschaft und Zusammenhalt. Ob auf dem Wettkampfplatz oder im Festzelt – die Turnfamilie kam zusammen, unterstützte sich gegenseitig und feierte gemeinsam Erfolge.

Ausblick: Lehren für kommende Turnfest-Saisons

Mit dem Abschluss der Turnfest-Saison 2026 richtet sich der Blick in die Zukunft. Die Erfahrungen dieses Jahres – insbesondere im Umgang mit begrenzten Kapazitäten und hoher Nachfrage – werden die Planung zukünftiger Turnfeste prägen. 

Tiziana Hämmerli, Verantwortliche Turnfeste beim STV, die auch Teil des OKs in Kerzers war, ist positiv gestimmt: «Für nächstes Jahr sieht es mit der Anzahl Turnfesten gut aus. Und auch für die Jahre danach haben wir schon mit einigen Vereinen Gespräche geführt». Es sei verständlich, dass viele Vereine die Organisation eines Turnfestes meiden. Es ist mit viel Aufwand verbunden. Aber wenn jeder ein wenig mithilft, schafft man für alle ein schönes Erlebnis.

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