Das Schweizer Nationalteam zeigte vor Heimpublikum eine starke Europameisterschaft. Bereits in der Vorrunde überzeugte das Team mit Siegen gegen Namibia, Österreich und Serbien. Einzig gegen dem späteren Europameister Deutschland mussten sich die Schweizerinnen geschlagen geben.
Im Halbfinal gegen Österreich bewiesen die Schweizerinnen grosse Moral. Nach einem zwischenzeitlichen Satzrückstand kämpfte sich das Team zurück und sicherte sich mit einem 3:2-Erfolg den Finaleinzug.
Dort wartete mit Deutschland die dominierende Nation des europäischen Frauenfaustballs. Die Deutschen bestätigten ihre Favoritenrolle und gewannen das Endspiel mit 3:0. Trotz der Finalniederlage durfte sich die Schweiz über die Silbermedaille freuen. Das Team von Nationaltrainer Oliver Lang erreichte damit sein Ziel, vor Heimpublikum den Final zu bestreiten, und begeisterte die zahlreichen Fans auf den Tribünen.
U18-Frauen schreiben ihre eigene Erfolgsgeschichte
Für den emotionalsten Schweizer Moment des Wochenendes sorgten die U18-Frauen. Nach einem grossen Umbruch im Team rechneten nur wenige mit einem Medaillengewinn. Umso bemerkenswerter ist der Gewinn der Bronzemedaille an der Heim-WM.
Im Spiel um Platz drei gegen Brasilien lagen die Schweizerinnen bereits mit 0:2 Sätzen zurück. Doch das Team zeigte eindrücklich seinen Kampfgeist und erzwang einen Entscheidungssatz. Dort entwickelte sich ein wahrer Krimi: Nach einem vergebenen Matchball und der verletzungsbedingten Auswechslung von Angreiferin Lina Berther schien das Momentum auf die Seite der Brasilianerinnen zu kippen. Die Schweizerinnen liessen sich jedoch nicht beirren. Die eingewechselte Lena Frei wehrte einen brasilianischen Matchball mit einem Ass ab, ehe die Gastgeberinnen ihre zweite Chance zum Sieg nutzten und den viel umjubelten Bronzegewinn perfekt machten.
Die Freude über die Medaille war riesig – nicht zuletzt deshalb, weil das Team nach den Veränderungen im Kader und Trainerstaff als Aussenseiterin ins Turnier gestartet war.
U18-Männer verpassen Edelmetall knapp
Die Schweizer U18-Männer hatten sich für die Heim-WM ebenfalls viel vorgenommen. Nach einer soliden Vorrunde mit Siegen gegen Namibia, Neuseeland und Chile qualifizierten sie sich für die Halbfinals. Dort trafen sie auf Deutschland, das sich als zu stark erwies und mit 3:0 gewann.
Im Spiel um Bronze gegen Brasilien fanden die Schweizer anschliessend nicht zu ihrem gewohnten Spiel und mussten sich ebenfalls geschlagen geben. Damit resultierte für das Team der vierte Platz.
Spannende Duelle, viele Emotionen und Schweizer Medaillenmomente: Wer das internationale Faustball-Wochenende in Reiden verpasst hat, findet alle Spiele im Livestream-Archiv:
Mehr als Medaillen
Neben den Schweizer Erfolgen prägte vor allem die internationale Vielfalt das Bild der Titelkämpfe. Teams aus fünf Kontinenten machten Reiden während vier Tagen zum Zentrum der Faustballwelt. Die zahlreichen Begegnungen zwischen Athlet*innen, Betreuenden und Zuschauenden zeigten eindrücklich, was den Faustballsport ausmacht: Fairness, Leidenschaft und ein starkes Miteinander über Landesgrenzen hinweg. Gerade dieser internationale Austausch machte das Faustballfest in Reiden zu etwas Besonderem.
Viele haben sich während des Anlasses noch für Zusatzschichten gemeldet oder sind einfach aufgetaucht, weil sie mehr arbeiten wollten.
Reiden überzeugt als Gastgeber
Nicht nur sportlich, sondern auch organisatorisch hinterliessen die Titelkämpfe einen bleibenden Eindruck. Über 1'900 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten allein am Finaltag die Entscheidungsspiele auf der Sportanlage Kleinfeld.
Drei Wettkampfplätze, Publikumstribünen, Festwirtschaft, Abendunterhaltung und Livestream-Angebote sorgten für beste Bedingungen. Der zentrale Erfolgsfaktor: Nebst dem OK des STV Vordemwald rund 350 freiwillige Helferinnen und Helfern. «Es ist extrem schön, wie unser Verein zusammen geschuftet hat. Noch schöner ist es aber, dass sich sehr viele weitere Helfer aus der Region freiwillig gemeldet und uns tagelang unterstützt haben», so der OK-Präsident Luca Flückiger. Alle zusammen machten Reiden während vier Tagen zum Mittelpunkt der internationalen Faustballwelt.


















