Erneut auf dem EM-Podest: Bronze für die Schweiz
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Erneut auf dem EM-Podest: Bronze für die Schweiz

STV
Fotos: Niklas Haertig/24passion

Was für ein Abschluss der Kunstturn-Europameisterschaften in Zagreb: Die Schweizer Männer dürfen erneut jubeln. Noe Seifert, Florian Langenegger, Matteo Giubellini, Mattia Piffaretti und Dominic Tamsel gewinnen EM-Bronze im Teamfinal. Nach Silber 2025 in Leipzig steht die Schweiz damit zum zweiten Mal in Folge auf dem EM-Podest.

Noe Seifert

Wir wollten unbedingt wieder um die Medaillen mitturnen. Jetzt stehen wir tatsächlich wieder auf dem Podest – das ist einfach ein grossartiges Gefühl.

Noch einmal sechs Geräte, noch einmal gemeinsam alles geben – und am Ende wieder eine Medaille: Die Schweizer bestätigten im Teamfinal eindrücklich, dass sie zu den besten Mannschaften Europas gehören. Bereits in der Qualifikation hatten sie mit 243,830 Punkten und Rang 2 ihre Ambitionen unterstrichen. Gleichzeitig löste die Mannschaft dort das Ticket für die Weltmeisterschaften im Oktober in Rotterdam. 

Die Schweizer fanden am Boden gut in den Wettkampf, bevor sie am Pauschenpferd ein erstes Ausrufezeichen setzten. Das Trainerteam gönnte Seifert eine Pause und setzte auf Langenegger, Tamsel und Giubellini – eine Entscheidung, die sich auszahlte. Langenegger bestätigte einmal mehr seine grosse Konstanz, Tamsel steuerte starke 13,733 Punkte bei und Matteo Giubellini brachte gar 14,000 aufs Punktekonto. Nach zwei Geräten lag die Schweiz auf Rang 4 und damit mittendrin im Medaillenkampf.

Am Barren wurde es nochmals richtig spannend. Langenegger lieferte auch bei seinem vierten Einsatz des Tages. Piffaretti musste danach erstmals einen grösseren Rückschlag hinnehmen. Die Schweiz reagierte jedoch: Das Trainerteam legte Einspruch gegen seine Schwierigkeitsbewertung ein und bekam Recht – sechs Zehntelpunkte kamen nachträglich dazu. Seifert hielt die Mannschaft anschliessend auf Kurs.

Damit nahm die Schweiz einen Vorsprung von rund 2,3 Punkten auf Italien mit ans letzte Gerät. Eine gute Ausgangslage – aber am Reck noch lange keine Garantie für eine Medaille.

Nervenstark zu EM-Bronze

Noch drei Übungen trennten die Schweizer von der nächsten EM-Teammedaille. Florian Langenegger machte den Anfang. Statt maximales Risiko zu gehen, setzte die Schweiz bewusst auf Sicherheit. Der Aargauer brachte seine Übung durch und erhielt 13,266 Punkte.

Dann war Dominic Tamsel an der Reihe. Der 26-Jährige liess sich den enormen Druck nicht anmerken und lieferte auch bei seinem letzten Einsatz: 13,200 Punkte. Vier Einsätze im Teamfinal – viermal war auf Tamsel Verlass. Italien konnte den Rückstand nochmals verkürzen. Vor dem letzten Schweizer Turner betrug das Polster noch rund 1,3 Punkte. Damit lag es an Noe Seifert, den Schweizer Wettkampf zu vollenden. Noch einmal volle Konzentration, noch einmal alles auf eine Übung setzen. Seifert turnte kontrolliert durch und brachte auch den schwierigen Dreifachsalto zum Abschluss sicher auf die Füsse.

13,066 Punkte – und dann durfte gejubelt werden. Die Schweiz hatte es wieder geschafft. Italien konnte die Schweizer nicht mehr vom Podest verdrängen. EM-Bronze für die Schweiz. Nach Silber im vergangenen Jahr in Leipzig gelingt den Schweizer Männern damit erneut ein grosser Erfolg im Teamwettkampf. Zum zweiten Mal in Folge gehört die Schweiz zu den drei besten Mannschaften Europas.

 

David Huser, Leiter Olympische Mission

Zweimal in Folge eine EM-Medaille zu gewinnen, ist alles andere als selbstverständlich. Ich bin unglaublich stolz auf dieses Team. Dieser Erfolg zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Gemeinsam zum Erfolg

Der erneute Medaillengewinn ist das Resultat einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Die Schweizer blieben auch unter Druck ruhig und liessen sich selbst von einem Rückschlag am Barren nicht aus dem Konzept bringen. Mit Seifert, Langenegger und Giubellini standen drei Turner im Team, die bereits 2025 EM-Silber gewonnen hatten. Nun dürfen sie gemeinsam mit Tamsel und Piffaretti die nächste Schweizer Teammedaille feiern.


Erfolgreiche Schweizer EM

Die Bronzemedaille im Teamfinal setzt den Schlusspunkt unter starke Schweizer Europameisterschaften in Zagreb. Noe Seifert verpasste im Mehrkampf nur knapp das Podest. Mit 81,198 Punkten erzielte er dort Rang 4. 

Auch die Junioren sorgten für Erfolgsmeldungen. Ben Schumacher gewann bei seinem EM-Debüt Bronze am Sprung und belegte sowohl am Pauschenpferd als auch im Mehrkampf Rang 4. Michael Buckley erreichte im Mehrkampffinal den starken achten Rang.

Damit endet die EM in Zagreb mit zwei Schweizer Medaillen und mehreren Spitzenklassierungen – und mit der Bestätigung, dass die Schweiz im europäischen Männer-Kunstturnen vorne mitmischt.

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