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Medienmitteilung

Marco Pfyl beendet seine Spitzensportkarriere

STV
Fotos: Martin Fröhlich, Tom Weller/24passion

Mehr als 20 Jahre Kunstturnen, unzählige Trainingsstunden, internationale Wettkämpfe, Rückschläge und immer wieder Comebacks: Nun beendet Marco Pfyl seine Spitzensportkarriere. Der 28-jährige Schwyzer blickt auf eine lange Zeit im Schweizer Nationalteam zurück und auf einen Weg, der ihn als Sportler und als Menschen geprägt hat.

Seit 2017 gehört der Turner des STV Pfäffikon-Freienbach dem Nationalkader des Schweizerischen Turnverbandes an. Seine Spezialgeräte sind Barren und Reck. An beiden Geräten konnte er sich national und international immer wieder mit den Besten messen.

Einen besonderen Moment erlebte Pfyl 2021 an den Heim-Europameisterschaften in Basel. Dort erreichte er in der Qualifikation Rang 6 am Reck und Rang 8 am Barren. Ein Jahr später gehörte er zur Schweizer Mannschaft, die an den Europameisterschaften in München den starken vierten Rang belegte. Im Mehrkampf klassierte er sich auf Rang 20.

Weitere Stationen seiner internationalen Karriere waren die European Games 2019 in Minsk, die Universiade 2024 in Chengdu sowie die Weltmeisterschaften 2025 in Jakarta. Gerade die Qualifikation für die WM in Jakarta steht sinnbildlich für seinen Weg.

Immer wieder zurückgekämpft

Seit 2022 musste Marco Pfyl wiederholt verletzungsbedingte Rückschläge hinnehmen. Nach der verpassten Olympiaqualifikation 2024 setzte er sich erstmals intensiv mit der Frage auseinander, ob und wie er seine Karriere fortsetzen möchte. Er entschied sich für einen weiteren Anlauf – und wurde dafür belohnt. 2025 qualifizierte er sich an seinen beiden Spezialgeräten nochmals für die Weltmeisterschaften.

Der Erfolg gab ihm neue Motivation. Für 2026 nahm Pfyl das Training an vier Geräten wieder auf, um seine Chancen auf weitere Grossanlässe zu erhöhen. Doch die körperliche Belastung wurde zunehmend zum limitierenden Faktor. Schulter- und Rückenprobleme verhinderten immer wieder eine konsequente Wettkampfvorbereitung. Als die schwierigen Tage die guten zu überwiegen begannen, reifte der Entscheid zum Rücktritt.

«Die WM-Qualifikation 2025 hat mir nochmals einen enormen Motivationsschub gegeben. Ich wollte es noch einmal wissen. Gleichzeitig musste ich in diesem Jahr akzeptieren, dass mein Körper die Belastungen nicht mehr so mitmacht, wie es für den Spitzensport nötig wäre. Ich bin stolz auf den Weg, den ich gegangen bin, auch wenn ich nicht alle meine hochgesteckten Ziele erreicht habe. Dass ich meine Leidenschaft während so vieler Jahre leben durfte, bedeutet mir enorm viel», sagt Marco Pfyl.

Der Entscheid bedeutet für ihn gleichzeitig den Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Im Sommer 2027 möchte er sein Studium an der Eidgenössischen Hochschule für Sport Magglingen (EHSM) abschliessen. Dem Turnsport wird er verbunden bleiben. Bei seinem Heimverein STV Pfäffikon-Freienbach ist er bereits seit zwei Jahren in die Barrensektion integriert.

Marco Pfyl

Ich bin stolz auf den Weg, den ich gegangen bin, auch wenn ich nicht alle meine hochgesteckten Ziele erreicht habe. Dass ich meine Leidenschaft während so vieler Jahre leben durfte, bedeutet mir enorm viel.

Was bleibt

Wenn Marco Pfyl auf seine Karriere zurückblickt, sind es nicht nur die grossen Wettkämpfe und Resultate, die bleiben. Einer seiner prägendsten Momente liegt weit zurück: das erste Mal als junger Athlet das Dress mit dem Schweizerkreuz auf der Brust zu tragen.

Ebenso wichtig sind für ihn die Jahre mit seinen Teamkollegen. Trainingslager, Wettkampfreisen und der gemeinsame Alltag in der Halle haben Freundschaften entstehen lassen. Obwohl Kunstturnen ein Einzelsport ist, erlebte Marco Pfyl die Nationalmannschaft als Team: Man fordert und pusht sich gegenseitig, feiert Erfolge zusammen und geht gemeinsam durch schwierige Phasen.

«Marco hatte ein ausgeprägtes Körpergefühl und grosses Potenzial an seinen Spezialgeräten. Besonders geschätzt habe ich auch die Zusammenarbeit mit ihm: Sie war immer klar, offen und unkompliziert. Man wusste, woran man war, und konnte sich auf ihn verlassen», sagt Nationaltrainer Claudio Capelli.

Auch für David Huser, Chef Olympische Mission beim Schweizerischen Turnverband, lässt sich der Wert eines Athleten für eine Mannschaft nicht allein an Resultaten messen. «Marco hat sich nie in den Vordergrund gestellt, war aber auf seine Art immer präsent. Mit seinem Humor, seiner abgeklärten Art und seiner Herzlichkeit hat er dem Team sehr gutgetan. Er war loyal und verlässlich, hat angepackt und sich auch in schwierigen Phasen nicht beklagt. Oft hat er mit wenigen Worten genau den Punkt getroffen. Für mich war er ein ruhiger Leader und ein Vorbild, dessen Bedeutung für die Mannschaft man manchmal erst auf den zweiten Blick erkannt hat. Trotz wiederkehrender Rückschläge hat er sich immer wieder zurückgekämpft. Und er wusste auch, wann es Zeit war, gemeinsam zu feiern. Genau diese Mischung hat ihn für unsere Mannschaft so wertvoll gemacht.»

Impressionen von Marco Pfyls Turnkarriere

Mit der SM Anfang Oktober 2026 in Winterthur beendete Marco Pfyl seine lange Kunstturn-Karriere.

Mehr als 20 Jahre nach seinen ersten Schritten im Kunstturnen beginnt für Pfyl nun ein neues Kapitel. Was er aus dieser Zeit mitnimmt, reicht weit über den Sport hinaus: die Erfahrung, nach Rückschlägen wieder aufzustehen, konsequent an einem Ziel zu arbeiten und gemeinsam mit anderen etwas erreichen zu können.

Und ganz ohne Turnhalle geht es ohnehin nicht weiter. Künftig wird man Marco Pfyl einfach häufiger in Pfäffikon-Freienbach als in Magglingen oder Biel antreffen. Daneben gibt es einen etwas alltäglicheren Wunsch für die Zeit nach dem Spitzensport: endlich einmal länger als eine Woche am Stück Ferien machen.

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