Mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks absolviert Ariella Kaeslin ihr Programm hier in Rotterdam. Nach der gelungenen Qualifikation am vergangenen Sonntag, zeigt sich Kaeslin auch im 24er Final der besten Mehrkämpferinnen in einer beeindruckenden Form. Alle vier Geräte gelingen nach Wunsch und bringen ihr ihr zweites Mehrkampfdiplom an Weltmeisterschaften ein. Ihr erstes Diplom konnte Kaeslin vor Jahresfrist mit einem achten Rang an der WM in London erringen. Dort holte sie im Anschluss Silber am Sprung. Nun erreicht Kaeslin im Mehrkampf wiederum den achten Platz. Wenn das kein gutes Omen für den morgigen Sprungfinal ist!
Ariella Kaeslin strahlt „Heute ist mir alles so leicht gefallen, ich konnte den Wettkampf richtig geniessen“. Zum Vergleich mit der WM im Vorjahr meint sie: „Gegenüber der WM in London ist das Niveau im Mehrkampf nochmals brutal gestiegen. Für mich ist der achte Rang dieses Jahr mehr wert.“
Sehr erfreulich, mit Hinblick auf den morgigen Sprungfinal, ist auch die Tatsache, dass Ariella Kaeslin heute der Tschoussowitina, besser gelang als in der Qualifikation. Sie zeigte ihn in einer deutlich offeneren Position und liess den Wertungsrichterinnen keine andere Wahl als ihn als gestreckt zu werten. Anders als noch in der Qualifikation, als ihr der Sprung als gebückt gewertet wurde was einen um 0,4 tieferen Schwierigkeits-Wert (D-Score) zu Folge hatte.
Auch ihr Trainer Zoltan Jordanov zeigte sich sehr zufrieden, „Was kann ich sagen? Ari was just great.“. Für morgen wird er beide Finger gekreuzt halten. Sehr gefreut hat sich Ariella Kaeslin heute besonders über die vielen Schweizer Fans und die mitgebrachten Transparente. Dies gab Kaeslin gleich noch mehr Motivation. Diese Unterstützung wird sie auch morgen im Sprungfinal gut gebrauchen können. Doch zuerst ist nun Regeneration angesagt oder wie es die Kaeslin passend formuliert: „Nun bringe ich meine Beine an die Tankstelle!“
Thomas Greutmann



