Zu wenig Turnfeste - wie weiter?
Aufgrund der geringen Anzahl an Turnfesten müssen zahlreiche Turnvereine diesen Sommer ohne Turnfesteinsatz verbringen – für die betroffenen Vereine sowie ihre Turnerinnen und Turner eine grosse Enttäuschung. Entsprechend war die Zukunft der Turnfeste eines der zentralen Themen der diesjährigen Konferenz Sportförderung in Olten.
Im Fokus stand die Frage, wie künftig genügend Startplätze geschaffen werden können und wie sich Planung und Koordination zwischen Verbänden und Organisatoren verbessern lassen. Tiziana Hämmerli, Leiterin Turnfeste, zeigte auf, welche Sofortmassnahmen in den letzten Monaten umgesetzt wurden und wie sich die Situation für 2027 präsentiert.
Dank verschiedener Initiativen und zusätzlicher Organisatoren kann die Zahl der Startplätze im Jahr 2027 gegenüber 2026 deutlich erhöht werden. Dennoch reicht die Kapazität nach heutigem Stand noch nicht aus, um allen Turnerinnen und Turnern einen Start zu garantieren. Die Organisationskomitees der geplanten Turnfeste prüfen daher Möglichkeiten, ihre Kapazitäten punktuell zu erweitern. Gleichzeitig wird weiterhin nach potenziellen Veranstaltern für zusätzliche, kleinere Turnfeste im Jahr 2027 gesucht.
Ein weiteres wichtiges Instrument ist der während der COVID-19-Pandemie ins Leben gerufene Roundtable der Turnfest-OKs. Dieses Format soll weiter gestärkt werden. Ziel ist eine rollende Planung mit Monitoring, um mögliche Engpässe bei Startplätzen oder Richterkapazitäten frühzeitig zu erkennen sowie Termine und Durchführungsdaten besser zu koordinieren. Gleichzeitig soll durch eine gute Abstimmung möglichst sichergestellt werden, dass Vereine, die 2026 an keinem Turnfest teilnehmen konnten, 2027 einen Startplatz erhalten.
Harmonisierung der Alterskategorien
Ein weiteres Thema der Konferenz war die Harmonisierung der Alterskategorien bei Wettkämpfen. Historisch gewachsen existieren je nach Sportart und Wettkampfformat unterschiedliche Altersstufen und Kategorien. Dadurch starten Athletinnen und Athleten nach Disziplin in verschiedenen Altersgruppen, was Vergleiche erschwert und die Planung von Wettkämpfen und Ausbildungen komplexer macht.
Der STV plant deshalb, ab 2027 eine neue Altersstruktur verbindlich einzuführen. Die bekannten Altersstufen Jugend und Aktive bleiben bestehen. Der Verband orientiert sich dabei an der heute am häufigsten verwendeten Einteilung und strebt langfristig eine möglichst einheitliche Anwendung in allen STV-Sportarten an.
Die Umstellung soll schrittweise erfolgen. Während einer Übergangsphase sollen dann Weisungen und Reglemente der einzelnen Verbände und Turnfeste entsprechend überarbeitet werden.
Austausch und Zusammenarbeit weiter stärken
Aus Sicht von Jérôme Hübscher, Abteilungsleiter Sportförderung beim STV, hat sich die Rückkehr zur Konferenz mit physischer Teilnahme klar gelohnt:
«Der direkte Kontakt und Austausch mit den Mitgliederverbänden ist sehr wertvoll. Gemeinsam können wir Themen vertiefen und das gebündelte Know-how der Teilnehmenden nutzen», sagt Hübscher im Anschluss an die Konferenz. «Gerade beim Thema Harmonisierung der Alterskategorien konnten wir in Gesprächen während der Konferenz und in den Pausen noch besser erkennen, wo offene Fragen bestehen.»
Um den Austausch in technischen Fragen weiter zu stärken, plant der STV künftig zusätzlich zur Konferenz Sportförderung zweimal jährlich einen Online-Austausch mit den technischen Verantwortlichen der Mitgliederverbände.






