Was bei Jugend+Sport (J+S) und Erwachsenensport esa längst Realität ist, wird dank der Überarbeitung nun konsequent auf die jüngste Zielgruppe erweitert. Das Resultat: ein durchgängiger pädagogischer und sportfachlicher Leitfaden, der dem gesamten Turnsport als verbindendes Element dient.
Warum ein neues Manual? – Der Wechsel im System
Der Auslöser für die Überarbeitung kam vom Bundesamt für Sport und aus dem BASPO-System selbst. Jugend+Sport hat seine Lehrmittelstruktur erneuert und arbeitet nach einem übergreifenden Ausbildungsverständnis.
J+S hat seine Inhalte angepasst – weg von komplexen Konzepten, hin zu einfach verständlichen Handlungsempfehlungen, basierend auf einem klaren Ausbildungsverständnis.
Mit diesem Wechsel – den J+S als Transmission bezeichnet – wurde klar: Auch das Erwachsenen-Kind-Turnen, das im turnerischen Kontext bereits ab zwei Jahren vor Eintritt in den Kindergarten beginnt, muss auf die neuen Grundlagen abgestimmt werden. «Weil wir sehr eng verbunden sind mit J+S und dem esa, haben wir diese Transmission auch bei uns angestrebt», erklärt Barbara Eichenberger.
Das Erwachsenen-Kind-Turnen richtet sich an Kinder ab dem 3. Lebensjahr gemeinsam mit einer erwachsenen Bezugsperson.
Es schafft motorische Grundlagen, stärkt die Bindung und führt spielerisch an die Welt des Turnens heran.
Mit dem neuen Manual ist Erwachsenen-Kind-Turnen erstmals vollständig ans nationale Ausbildungsverständnis angebunden.
Alle sprechen von den gleichen Inhalten
Ein zentrales Motiv der Überarbeitung war das Thema Quereinsteiger*innen: Personen, die aus J+S oder dem esa ins Erwachsenen-Kind-Turnen wechseln.
Barbara Eichenberger sagt: «Wir wollten sicherstellen, dass wir von den gleichen Inhalten sprechen. Wer aus J+S oder esa kommt, kennt diese Inhalte bereits – darum wollten wir unser Manual daran angleichen.»
Dadurch profitieren heute alle Alterssegmente im Turnsport von einer gemeinsamen Basis.
Der rote Faden – durchgängig über drei Altersstufen
Einer der wichtigsten Effekte: Die Einführung eines echten roten Fadens. «Wir arbeiten auf allen drei Stufen mit dem gleichen Ausbildungsverständnis – aber die Zielgruppe ist jeweils eine andere», betont Barbara Eichenberger die Vorteile der Überarbeitung.
Die Handlungsbereiche Vermitteln, Fördern, Innovieren und Umfeld pflegen bilden die Struktur. Darin befinden sich handlungsorientierte Empfehlungen, welche je nach Altersgruppe angepasst werden.
Mehr Qualität, mehr Klarheit – für Leiter*innen und Teilnehmende
Die gemeinsame Basis stärkt nicht nur die Ausbildung, sondern hebt auch die Qualität der Angebote: «Weil wir alle vom Gleichen reden – von den gleichen Handlungsbereichen und Empfehlungen –, profitieren alle Stufen. Die Leiter*innen verstehen die Struktur sofort, egal aus welcher Zielgruppe sie kommen», erläutert Barbara Eichenberger.
Bereits 2024 am Zentralkurs erfolgte der Startschuss für die Überarbeitung der Inhalte am Leiterkurs und 2025 folgten dann Pilotkurse.
Wir wollen einen roten Faden generieren – vom Erwachsenen-Kind-Turnen über J+S bis zum Erwachsenensport.
Ein Manual exklusiv für die Ausbildung
Das neue Manual wird ausschliesslich an Kursen abgegeben und ist nicht online verfügbar. «Das Manual begleitet neue Leiter*innen mit praxisnahen, direkten Inhalten, die sie im Kurs sofort anwenden können. Es soll motivieren, die Ausbildung aktiv anzugehen – und sicherstellen, dass der Kursbesuch einen echten Benefit bietet», so Barbara Eichenberger.
Mit dem neuen Manual, schliesst der STV eine Lücke im Schweizer Ausbildungssystem:
Zum ersten Mal ist das Turnen von den jüngsten Kindern bis zu den Senior*innen in ein einziges, konsistentes Ausbildungsverständnis eingebettet. Damit entsteht eine strukturelle Verbindung und der Turnsport wird in seiner ganzen Breite gestärkt.






