Die Kreuzlingerinnen haben sich den Schweizer Meistertitel zum Ziel gesetzt. Und sie haben dieses Ziel erreicht. Der Weg dahin war aber eine richtige Achterbahnfahrt. Im Halbfinal gegen Elgg-Ettenhausen erfüllten sie die Pflicht, allerdings ohne zu glänzen. Im Final gegen die Serienmeisterinnen aus Diepoldsau spielten sie in den ersten beiden Sätzen gut, konnten aber keinen davon gewinnen. Es schien so, als ob Diepoldsau einmal mehr in den wichtigen Momenten das stärkere Team ist.
Unbeugsames Kreuzlingen
Doch Kreuzlingen gab am heutigen Tag nicht auf. Die Thurgauerinnen gewannen den dritten Satz klar und schafften im vierten Durchgang das Kunststück, beim Stand von 8:10 zwei Matchbälle abzuwehren und den Satzausgleich zu schaffen. Diesen Schwung konnten sie allerdings nicht in den Entscheidungssatz mitnehmen. Sie gerieten schnell mit 0:5 ins Hintertreffen. Doch auch jetzt gaben sie nicht auf und kämpften sich irgendwie zurück ins Spiel. Dank einer Serie von acht Punkten beim Stand von 2:6 erspielten sich die Kreuzlingerinnen vier Matchbälle. Den vierten konnten sie nutzen und lagen sich danach jubelnd in den Armen. «Wir haben die ganze Saison über immer an uns geglaubt. Das war auch heute der Schlüssel. Wir haben bislang sehr oft in den wichtigen Spielen unser Potenzial nicht abrufen können. Heute wollten wir den Sieg aber unbedingt, denn es war das letzte Spiel unseres Trainers Jan und unsere Angreiferin Sara feierte heute ihren Geburtstag. Irgendwie musste es heute einfach passen – genial, dass es tatsächlich geklappt hat», sagt Kreuzlingens Captain Fabienne Frischknecht.
Jona gewinnt Bronze
Im Bronzespiel kam es zum Aufeinandertreffen der Qualifikationssiegerinnen aus Jona, die im Halbfinal die Titelverteidigerinnen aus Diepoldsau über fünf Sätze fordern konnten, und der FG Elgg-Ettenhausen, die in ihrem Halbfinal gegen Kreuzlingen chancenlos geblieben war. Etwas überraschend war es dann allerdings Elgg-Ettenhausen, das den ersten Satz gewinnen konnte – allerdings unter gütiger Mithilfe der Jonerinnen, die viele Eigenfehler begingen. In der Folge aber kam Jona besser ins Spiel und wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Ohne restlos zu überzeugen, erledigten sie die Aufgabe souverän und gewannen die Sätze zwei bis vier sicher. Damit holen die Jonerinnen nach dem Qualifikationssieg zumindest noch die Bronzemedaille.
Die Oberentfelder sind ihrer Favoritenrolle nach dem Qualifikationssieg gerecht geworden. Im Halbfinal haben sie Affeltrangen mit einer konzentrierten Leistung 3:0 geschlagen und haben sich dann im Final mit den amtierenden Feld-Schweizer-Meistern der FG Elgg-Ettenhausen gemessen. Die Aargauer erwischten den besseren Start in diese Partie und konnten dank einem sauberen Spielaufbau und guten Abschlüssen schnell mit 2:0 Sätzen in Führung gehen. Doch mit dem nahenden Sieg vor Augen konnten die Titelverteidiger die Spannung nicht mehr ganz hochhalten, was Elgg-Ettenhausen resolut auszunutzen wusste. Die Elgger glichen das Spielgeschehen zum 2:2 aus.
Das Momentum konnten sie aber im fünften Satz nicht mitnehmen. Es waren die Oberentfelder, die wieder die nötige Energie auf den Platz brachten und auch von der steigenden Eigenfehlerquote des Gegners profitierten. So holten sie sich letztlich den fünften Satz klar mit 11:3. «Es ist toll, dass wir unseren Titel verteidigen konnten. Wir waren von Anfang der Saison an zuversichtlich, dass wir mit der Qualität unseres Kaders um den Schweizer Meistertitel mitspielen können. Das haben wir nun bestätigt», sagt Oberentfeldens Captain Ramon Hochstrasser.
Affeltrangen gewinnt Bronze
Im Bronzespiel kam es zum Aufeinandertreffen zwischen Diepoldsau und den Gastgebern aus Affeltrangen. Beide Teams hatten nach der klaren 0:3-Niederlage im Halbfinal noch etwas gutzumachen. Die Wiedergutmachung gelang dann im Bronzespiel vor allem einem Team: Affeltrangen. Das Heimteam stand in der Abwehr solider und beging insgesamt weniger Eigenfehler. Und weil auch der Angriff gut funktionierte, war das Bronzespiel eine klare Angelegenheit. Nach nur etwas mehr als 35 Minuten Spielzeit stand Affeltrangen als Sieger fest. Sie gewannen mit 3:0 und konnten danach den Gewinn der Bronzemedaille in der eigenen Halle feiern.
Rickenbach-Wilen steigt in die NLA auf
Das erste Highlight des Final4-Turniers waren die Auf-/Abstiegsspiele der NLA/B der Männer, die am Samstagmorgen stattfanden. Zum Auftakt duellierten sich die beiden NLB-Teams Vordemwald (West) und Rickenbach-Wilen (Ost). Rickenbach-Wilen setzte sich dabei in einem veritablen Krimi mit 3:2 durch. Dies, nachdem sie im Entscheidungssatz drei Matchbälle abgewehrt hatten. Bei Vordemwald war nach dieser knappen Niederlage die Luft draussen und sie verloren gegen Jona mit 0:3. Also musste das Direktduell zwischen Jona und Rickenbach-Wilen die Entscheidung bringen, wer nächste Saison in der NLA spielt. Jona erwischte den besseren Start und holte sich den ersten Satz mit 11:3. Danach aber war es Rickenbach-Wilen, das die folgenden Sätze mit 13:11, 12:10 und 11:8 für sich entscheiden konnte. Damit schafft Rickenbach-Wilen den Aufstieg und spielt nächste Saison in der Nati A.














