Vom einfachen Konstrukt zum Hightech-Gerät
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Vom einfachen Konstrukt zum Hightech-Gerät

Alexandra Herzog / Alder + Eisenhut
Fotos: Archiv STV; Martin Fröhlich, Stephan Boegli ; zvg/Alder + Eisenhut

Nach jedem Eidgenössischen Turnfest wird an Disziplinen gefeilt und neu gedacht. Und wenn Herausforderungen neue oder angepasste Geräte verlangen, wie aktuell zum Beispiel ein Softcrosse-Set, ist Alder + Eisenhut am Start. 2026 feiert das Unternehmen sein 135-jähriges Bestehen. Der perfekte Moment für einen Blick zurück: Wie haben sich Turngeräte seit ihrer Entstehung verändert?

Der Schweizer Turngeräteprofi liefert, was der Turnsport braucht – zuverlässig, innovativ und seit Generationen. 2026 feiert das Unternehmen sein 135-jähriges Bestehen. Der perfekte Moment für einen Blick zurück: Wie haben sich bekannte Turngeräte wie der Barren oder das Pauschenpferd seit ihrer Entstehung verändert?

Haben die Gründer von Alder + Eisenhut früher Turn- und Sportgeräte sogar selbst erfunden und entwickelt, geht es heutzutage in erster Linie darum, Optimierungen und Anpassungen von bestehenden Geräten vorzunehmen. «Heute ist es oft so, dass ein Sportverband auf uns zukommt, wenn sie etwas Neues oder eine Spezialanfertigung benötigen», so Jana Nüesch, Marketingmanagerin bei Alder + Eisenhut.

Bekannte Turngeräte früher und heute

Voltigier-/Pauschenpferd/Sprungpferd

Römer übten an Holzpferden das Auf- und Absteigen, ab dem 17. Jahrhundert lernten adelige Knaben in Ritterakademien das Voltigieren am hölzernen Pferd. 

  • Die ersten Voltigierpferde glichen mit Kopf, Hals und Schwanz noch dem lebenden Pferd. Im 19. Jahrhundert verliert es Kopf und Schwanz, später auch den Hals. Die Vollpauschen werden durch Bügelpauschen ersetzt.
  • Noch heute haben die Pauschenpferde zum Teil noch Hufe, um daran zu erinnern, dass es ein Pferd ist. 
  • Pferde mit abnehmbaren Pauschen wurden als Schwing- wie auch als Sprungpferde eingesetzt. 
  • Seit 2001 kommt im Kunstturnen für den Sprung ein Sprungtisch zum Einsatz.

Der Barren

Ursprünglich war dieser als Hilfsgerät für Stützübungen als Vorbereitung für das Voltigieren am Pauschenpferd gedacht. 

  • Die ersten Modelle zu Turnvater Jahns Zeiten (1778 – 1852) waren nicht verstellbar, weder in der Höhe noch in der Breite. Die Turngerätehersteller Robert Alder-Fierz und Johannes Eisenhut erfanden Systeme, die das Verstellen möglich machten, und liessen diese patentieren.
  • Heute gibt es drei verschiedene Barrenmodelle: Schulbarren, Vereinsbarren und Wettkampfbarren (Bild rechts). Erstere beiden sehen praktisch identisch aus. Die zwei wesentlichsten Unterschiede sind einerseits die Holmengasse, die beim Schulbarren ein paar Zentimeter schmaler ist, und andererseits die Pfostenbefestigung, die unterschiedlich ist. Der Wettkampfbarren entspricht der Vorschrift von World Gymnastics. Die Holmen können höher eingestellt werden als bei den anderen beiden Modellen, die Holmengasse ist nochmals breiter und der Wettkampfbarren kommt ohne Rollvorrichtung.

Der Schwedenkasten

Der Sprungkasten wurde 1851 von Schweden (deshalb Schwedenkasten) nach Deutschland gebracht und dann auch im deutschen Turnen gebraucht. Ursprünglich war er aus Buchen-, Tannen-, oder Kieferbrettern. Die Teile waren unterschiedlich hoch. Der oberste war immer gepolstert.

Sprungkästen dienten als unterschiedlich hohe Mauern beim Hindernislauf und mussten überklettert oder übersprungen werden (s. Zeichnung unten).

Zeichnung Sprungkasten
Alder + Eisenhut

Am Anfang der Geschichte von Alder + Eisenhut steht das «UNIVERSAL TURNGERÄTH». Erfunden wurde es 1884 von Emil Trachsler. Es war gleichzeitig Barren, Reck, Schaukel und Hochsprunganlage. Weil zu damaliger Zeit die finanzielle Lage der Landvereine prekär war, sollte ein Gerät konstruiert werden, das mehreren Zwecken diente. Es sollte leicht zu transportieren und überall aufstellbar sein.

Der Erfolg mit der Erfindung des Universalturngerätes war für Emil Trachsler-Wettstein der Ansporn, um sich mit der Konstruktion anderer Turngeräte sowie Turnplatz- und Turnhalleneinrichtungen zu befassen. So entstand die erste «Schweizerische Turngerätefabrik» in Hallau, die 1891 von Robert Alder-Fierz aufgekauft und nach Küsnacht/ZH verlegt wurde. Heute hat das Familienunternehmen den Sitz im toggenburgischen Ebnat-Kappel und vereint Schlosserei, Näherei sowie Schreinerei unter einem Dach.

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