Felix Stingelin, Spitzensportchef des Schweizerischen Turnverbandes (STV), informierte in Aarau über die personellen Änderungen in der Abteilung Spitzensport und im STV-Zentralvorstand. Seit Sommer 2014 verstärkt Eleonora Keshova (Bul) in Magglingen als Assistenztrainerin das Team der Rhythmischen Gymnastik. Weiter konnte er Celine Chavanne (RG) und Daniel Groves (Kunstturnen) das Diplom zum STV-Trainer-2-Erfolg überreichen.
2015 – ein Jahr der Entscheidungen
Nach den allgemeinen Informationen hielt Stingelin Rückblick auf 2014 und Ausblick auf das Jahr 2015. Im Verlaufe das Jahres 2014 haben die Schweizer Kaderturnerinnen und -turner an EM, JEM, WM und Youth Olympic Games insgesamt fünf Medaillen und 17 Diplomen erkämpft. Fazit: Die wesentlichen Ziele wurden im letzten Jahr erreicht, teilweise übertroffen. 2014 darf daher als für den STV erfolgreiches Sportjahr bezeichnet werden. «Aber Achtung – wir dürfen uns über den Erfolg freuen, aber uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen», schloss der STV-Spitzensportchef seinen Rückblick.
Im Ausblick zeigte Stingelin dem Plenum die Zielsetzungen für die Europameisterschaften und Weltmeisterschaften 2015 auf. Nachdem es im 2014 darum ging, in Stellung zu gehen und sich für die bevorstehende OS-Qualifikation eine möglichst gute Ausgangslage zu verschaffen, gelte es 2015 ernst.
Die Ziele sehen wie folgt aus: Im Optimum Erreichung der angepeilten OS-Quotenplätze. Im Minimum Qualifikation für den Test-Event im Frühling 2016, sodass noch alle Optionen offen sind. Daraus ergaben sich die Zielsetzungen für die kommenden Wettkämpfe. Weiter erläuterte Stingelin den Modus, um Quotenplätze für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro (Br) zu erreichen. Die endgültige Selektion erfolge am Ende durch Swiss Olympic. Ein Konzept wird zurzeit zusammen mit dem STV erarbeitet. «Die Ziele sind zum Teil hoch angesetzt und nicht einfach zu erreichen. Aber wir haben auch grosse Ansprüche. Der Leistungssport wird auf Gedeih und Verderb am Erfolg gemessen», so Stingelin.
Ethik im Sport
Stingelin griff mit «Ethik im Sport» ein wichtiges Thema erneut auf. «Der Sport muss nicht die Welt retten, aber sich selber schützen.» Die Einhaltung und Umsetzung der Ethik-Charta ist Teil der Leistungsvereinbarung zwischen Swiss Olympic und den Verbänden. Das heisst, die Auszahlung der Beiträge ist direkt mit der Einhaltung verknüpft. Der von STV-Spitzensportchef Stingelin durchgeführte Ethik-Check ergab, dass im Turnsport den vier Bereichen «Förderung von Selbst- und Mitverantwortung», «Respektvolle Förderung statt Überforderung», «Sport und soziales Umfeld im Einklang» und «Gegen Ausbeutung und sexuelle Übergriffe» Risiken bestehen. «Wir alle müssen uns dessen bewusst sein und alles daran setzen, diese zu minimieren», appellierte Stingelin an die Spitzensport-Funktionäre.
Attraktiver werden
«Der Spruch ‹Wenn Turnen einfach wäre, würde es Fussball heissen› bekommt für mich immer wie mehr eine andere Bedeutung», so STV-Zentralpräsident Erwin Grossenbacher in seiner Ansprache. Damit zielte er auf die Tatsache, dass Turnwettkämpfe nur wenige Zuschauer verfolgen, live und im Fernsehen. «Ziel muss sein, diese Anlässe publikumsattraktiver zu gestalten», betonte der Zentralpräsident.
Gastreferentin Daniela Brönnimann brachte den Anwesenden die Arbeitsweise und Wichtigkeit von Antidoping Schweiz näher. «Doping geht alle an, das muss uns bewusst sein», eröffnete sie ihr Referat. Was ist Doping überhaupt? Der Verstoss bei Einnahme von verbotenen Substanzen ist den meisten bekannt. Neben diesen gibt es aber noch andere Methoden/Verstösse, die ebenfalls als Doping geahndet werden, wie zum Beispiel der Besitz und Handel von Dopingmitteln. Oft führe auch Unwissen zu einem Verstoss. Wie schnell ist doch ein Grippemittel eingenommen, ohne zu überlegen, dass da möglicherweise eine verbotene Substanz drin sein könnte. Antidoping Schweiz hat eine «App» entwickelt, bei der man entweder das Medikament eingeben oder scannen kann, um herauszufinden, ob es auf der Liste ist. Auch Wettkämpfe im Breitensport sind dem Dopingstatut unterstellt. «‹Wir wollen ohne Mittel zu sauberen Titeln›, dafür setzen wir uns ein», so Brönnimann. Dazu brauche es die Unterstützung aller – der Zuschauer, der Medien, der Politik und der Sportverbände.
Alexandra Herzog-Vetsch
News
Spitzensport-Zusammenkunft: Nicht auf den Lorbeeren ausruhen
Am Mittwoch, 14. Januar 2015 trafen sich die STV-Spitzensportverantwortlichen zur jährlichen Konferenz in Aarau. 77 Personen nahmen teil. Daniela Brönnimann von Antidoping Schweiz hielt ein Gastreferat zum Thema «Ohne Mittel kein Titel».



