Geturnt wurde bei den Männern und Frauen nach dem Modus der Europameisterschaften von Ende April/Anfang Mai in Volos (Grie): Fünf pro Team, drei pro Disziplin ohne Streichnote. Die weissrussischen Juges – je vier von sechs – bekundeten in beiden Wettkämpfen grosse Mühe mit dem neuen Taxationsreglement, was den Schweizerinnen den Sieg kostete.
Bei den Männern erwischte ausgerechnet Roger Sager, der Stabilste der letzten Wochen, der als einziger in allen sechs Disziplinen eingesetzt wurde, einen rabenschwarzen Tag ohne eine fehlerlose Übung. Gut turnten an einzelnen Geräten die Nachwuchsleute Niki Böschenstein, Claudio Capelli und Claude-Alain Porchet. Eine zehnminütige Diskussion löste die Reckübung von Christoph Schärer aus. Sie wurde schliesslich von 14,2 auf 15,2 aufgewertet.
Dass Polen nur einen Punkt weniger als die Schweiz aufwies lag, an der besseren Stabilität bei den eher einfachen Übungen. Trotz der klaren Niederlage gegen Weissrussland, das an der EM zu Favoriten gehören wird, war Cheftrainer Sandor Kiraly nicht unzufrieden mit den Leistungen seiner Turner. „An der EM wird es anders sein. Die Vorbereitung in Minsk mit nur eineinhalb Stunden Training trotz der Anreise am Samstag und dem Wettkampf am Montag Nachmittag war schlecht. Roger Sager war in letzter Zeit unser stabilster Mann. Keine Ahnung, weshalb er so schwach turnte. Ein Lichtblick war das Pferdturnen mit der höheren Punktzahl als Weissrussland.“
Die drei Frauenteams lieferten sich einen spannenden Wettkampf, den die Weissrussinnen überraschend mit 0,85 Punkten Vorsprung auf die Schweizerinnen gewannen. Das Einzelklassement gewann Marta Pihan (Pol). Ariella Kaeslin wurde Zweite, Danielle Englert Vierte. Melanie Marti turnte nur an drei Geräten.
Vor einem Jahr hatten beide Schweizer Equipen in Freienstein gewonnen, die Männer allerdings mit grossem Glück.
Erwin Hänggi, Medienverantwortlicher Kunstturnen STV
Minsk (WRuss). Dreiländerkampf. Männer. Modus: 5 Turner, 3 pro Diziplin, 3 in der Wertung. 1. Weissrussland 262,20. 2. Schweiz 256,50. 3. Polen 255,50. – Einzel (Sechskampf): 1. Roman Kulesza (Pol) 86,40. 2. Dimitri Sawitzki (Wruss) 85,30. 3. Kamil Hulboj (Pol) 84,30. 4. Roger Sager (Sz) 82,30. – Alle andern Turner nur in einzelnen Disziplinen eingesetzt.
Frauen. Modus: 5-3-3. 1. Weissrussland 169,55. 2. Schweiz 168,70. 3. Polen 167,10. – Einzel (Vierampf): 1. Marta Pihan (Pol) 58,15. 2. Ariella Kaeslin (Sz) 57,55. 3. Nadja Madaschowskaja (WRuss) 56,05. 4. Danielle Englert (Sz) 55,00. 5. Joanna Skowronska (Pol) 54,50.