Um im Januar 2012 in London mit der Mannschaft zum zweiten Olympia-Qualifikationswettkampf antreten zu können, muss mindestens der 16. Rang erreicht werden.
Die Schweizer stiegen denkbar ungünstig am Pferd in den Wettkampf ein. Nur zwei Turner (Brägger und Bucher) kamen ohne Fehler durch. Teamkapitän Manuel Rickli, der am Pferd nicht geturnt hat, beschreibt den Start treffend: «Zu Beginn wurden wir regelrecht überrollt.» An den Ringen konnte sich das Team auffangen. Am dritten Gerät, dem Sprung war das Wettkampfglück definitiv nicht mehr auf der Seite der Schweizer. Daniel Groves riss sich bei der Landung des Yurchenkos mit 2,5 Schrauben am linken Knie das Kreuzband. In der Folge musste das Team am Barren ohne Streichresultat auskommen, da Manuel aufgrund einer alten Handgelenkfraktur seit drei Jahren kein Barren mehr turnt. Leider hielten die Nerven des jungen Pablo Bräggers nicht, so dass sein Sturz in die Wertung kam. Am Reck und Boden kam Nils Haller zum Einsatz: «Ich habe mein Bestes gegeben, aber es war nicht ganz einfach. Ich habe mich auf drei Geräte eingestellt und plötzlich musste ich fünf turnen.» - und dies bei seiner ersten WM. Reck und Boden liefen wieder besser.
Das Total von 340,646 Punkten und der neunte Zwischenrang heisst für uns Zittern bis zum Schluss. «Auf unserem Leistungsniveau darf kein Fehler in die Wertung kommen, es waren heute drei zu viel», so der Cheftrainer Bernhard Fluck, «der 16. Rang wäre sehr wichtig für uns. Es wird sehr, sehr eng.»
Pascal Bucher nach erstem Tag 14.
Bester Mehrkämpfer war Pascal Bucher. Der Zürcher turnte seinen ersten Sechskampf bei den Senioren an einem Grossanlass. «Ich bin stolz auf mich, dass es so gut geklappt hat», sagt er zu Recht nach dem Durchgang, doch auch ihm ist die Sorge um Daniel Groves anzusehen. Im Zwischenklassement nach dem ersten Tag liegt er auf dem 17. Rang. Da im Final nur zwei Turner pro Nation startberechtigt sind, zählt für uns heute der 14. Rang. Es braucht, aber noch eine grosse Portion Glück, um den 24-er Final zu erreichen. Claudio Capelli, von dem der Einzug in den Mehrkampffinal am Ehesten erwartet worden ist, kam nicht ohne Fehler durch und ist zurzeit 21. bzw. 16.
Renate Ried und Murielle Fleury