Dabei sah alles so gut aus. An den Schweizer Meisterschaften vom 3./4. September in Bellinzona konnte Lucas Fischer seit längerem wieder einen Mehrkampf wettkampfmässig turnen. Die Silbermedaille glänzte für ihn wie eine Goldene: «Endlich bin ich zurück!», strahlte er. Nach diversen Verletzungen und dem plötzlichen Auftreten von epileptischen Anfällen, die medikamentös behandelt werden, meldete sich der Aargauer eindrücklich an allen Geräten zurück. Am Sonntag in Bellinzona gewann er zusätzlich Gold am Reck und Bronze am Barren. Lucas Fischers Reck- und Barrenübung sind gespickt mit Höchstschwierigkeiten. Mit diesen beiden Übungen hat er das Potenzial für den Einzug in einen Gerätefinal der besten Acht an internationalen Titelkämpfen. Die Selektion für die Weltmeisterschaften 2011 war die logische Konsequenz.
Nach eingehender Beratung des Swiss Olympic Medical Team zusammen mit den verantwortlichen Trainern und Lucas Fischer wurde nun entschieden, dass Lucas Fischer nicht an den Weltmeisterschaften im Oktober 2011 teilnehmen wird. «Er wird dem Team fehlen, aber die Gesundheit und die Sicherheit des Athleten geht vor», äussert sich der Spitzensportchef Felix Stingelin.
Am Länderkampf vom 10. September kämpften Roman Gisi (26) und Manuel Rickli (24) um den letzten Platz im WM-Aufgebot der Schweizer Männer - nun sind beide selektioniert.
Die Schweizer Delegation besteht aus sieben Athleten:
- Pablo Brägger (18) Oberbüren SG, STV Oberbüren
- Pascal Bucher (22), Schöfflisdorf ZH, STV Wehntal
- Claudio Capelli (25), Lätti BE, BTV Bern
- Roman Gisi (26) Seltisberg BL, TV Seltisberg
- Daniel Groves (27), Grosswangen LU, TV Grosswangen
- Nils Haller (22), Biel BE, KV Solothurn
- Manuel Rickli (24), Biberist SO, TV Biberist
Wer in Tokio im Einsatz stehen wird, wird 24 Stunden vor dem Wettkampf I (Qualifikation) entschieden. Pro Team können sechs Turner eingesetzt werden, pro Gerät fünf, wovon vier in die Wertung kommen (ein Streichresultat). Ziel ist es, eine Teamzusammenstellung zu finden, die an jedem Gerät zu einem möglichst hohem Total führt.
Renate Ried, Medienchefin STV