Der 21 Jahre alte Genfer Dominguez gewann am 19. März beim traditionellen „Turnier der Meister“ als erster Schweizer einen Weltcup-Wettkampf. Er zeigte beim Bodenturnen im Final nach dem vierten Platz in der Qualifikation eine nahezu perfekte Übung mit einem sicher gestandenen gebückten Doppelsalto als Abschluss. Er schlug dabei prominente Spezialisten wie den Holländer Jeffrey Wammes (Zweiter) oder den Rumänen Ioan Suciu (Vierter). Ebenso hoch einzuschätzen ist der zweite Platz des Genfers beim Sprung. Gegen den Chinesen Lu Bin (9,731) hatte er mit 9,518 keine Chance. Alle andern Spezialisten hielt er mit seinen sicher gestandenen Sprüngen (beide mit einem Ausgangswert von 9,90) in Schach.
Christoph Schärer, im letzten Jahr EM-Bronzemedaillengewinner am Reck, hatte sich als Zweiter für den Final an seinem Spezialgerät qualifiziert. Mit 9,375 wurde er im Endkampf hinter dem Japaner Isao Yoneda (9,55) punktgleich mit dem Russen Sergei Chorochordin erneut Zweiter. Der 24 Jahre alte Berner hat jetzt die Gewissheit, dass seine neu zusammengestellte Übung höchsten Ansprüchen genügt.
Bei den Frauen gab es nicht nur die ersten Schweizer Weltcup-Finalplätze, sondern sogar die erste Medaille: Linda Stämpfli aus Urdorf wurde im Bodenturnen nach dem fünften Platz in der Qualifikation im Final sogar Dritte. Die 16-jährige Zürcherin steigerte sich nach 8,362 in der Qualifikation auf 8,600, bewies bei ihrem ersten Start an einem Weltcup-Wettkampf (!) grosse Nervenstärke und schlug dabei die routinierte Russin Anna Pawlowa. Ihre Übung mit Doppelsalto gebückt und Dreifachschraube zog sie ohne grosse Standprobleme durch. Danielle Englert (19) wurde beim Sprung nach dem siebten Platz in der Qualifikation im Final mit zwei sicher gestandenen Sprüngen Achte.
Mit Turnerinnen und Turnern aus 40 Nationen war dieser Weltcup vor allem bei den Männern erstklassig besetzt. Er galt als erster Test für die Europameisterschaften in Debrecen (Un) Anfang Juni sowie die Weltmeisterschaften im November in Melbourne. In diesem Jahr werden nur Einzeltitel vergeben, weshalb sich viele Spitzenleute auf ihre besten Disziplinen konzentrieren.
Erwin Hänggi, Medienverantwortlicher Kunstturnen STV
Cottbus (De). Turnier der Meister. Weltcup. Finals. Männer.Boden: 1. Patrick Dominguez (Sz) 9,512. 2. Jeffrey Wammes (Ho) 9,420. 3. Zhou Kai (China) 9,112. – Pferd: 1. Marius Urzica (Rum) 9,762 2. Alberto Busnari (It) und Alexander Artemow (USA) 9,412. – Ringe: 1. Yuri van Gelder (Ho) 9,600. 2. Ildar Walejew (Kas) 9,375. 3. Alexander Safoschkin (Russ) 9,362. – Ferner: 11. Andreas Schweizer (Sz) 8,800. – Sprung: 1. Lu Bin (China) 9,731. 2. Dominguez 9,518. 3. Robert Gal (Un) 9,487. – Barren: 1. Urzica 9,362. 2. Johan Mounard (Fr) 9,337. 3. Andrei Lipinski (Bul) 9,312. – Reck: 1. Isao Yoneda (Jap) 9,550. 2. Christoph Schärer (Sz) und Sergei Chorochordin (Russ) 9,375.
Frauen. Sprung: 1. Lais Souza (Br) 9,249. 2. Anna Pawlowa (Russ) 9,237. 3. Tiantian Wang (China) 9,225. – Ferner: 8. Danielle Englert (Sz) 8,912. – Stufenbarren: 1. Ye Fan (China) 9,500. 2. Yulia Loscheschko (Russ) 9,362. 3. Tania Gener (Sp) 9,300. – Ferner: 10. Englert 8,212. 15. Linda Stämpfli (Sz) 7,350. – Schwebebalken: 1. Loscheschko 9,512. 2. Pawlowa 9,400. 3. Ye Fan 8,812. – Boden: 1. Monica Mesalles (Sp) 9,162. 2. Souza 9,050. 3. Stämpfli 8,600.