Faszinierend, mit welcher Leichtigkeit der Chinese Dong Dong Höchstschwierigkeiten aneinanderreihte. Auch beim zweiten Chinesen Tu Xiao kamen die Zuschauer aus dem Staunen nicht hinaus – er wirbelte durch die Luft, nicht nur Laien kamen beim Zählen der Saltis mit Schrauben nicht mehr nach. Er erreichte einen Schwierigkeitswert von 18,0 Punkten. Spitzenathleten turnen eine Übung mit einem Schwierigkeitswert zwischen 15,0 bis 19,0 Punkte, was einem Durchschnitt pro Element von mindestens einem Doppelsalto mit einer Doppelschraube entspricht – und dies zehnmal hintereinander. Dong Dong siegte mit nur 0,015 Punkten Vorsprung auf Tu Xiao. Der Schweizer Nicolas Schori turnte im Final sehr engagiert und zeigte zum ersten Mal seine neue schwierigere Übung mit neu vier Dreifachsaltos und steigerte damit seinen Schwierigkeitswert um 0,4 Punkte auf 17,1. «Nico war genial, heute zeigte er wirklich eine Klasseübung», schwärmte Roby Raymond, der Schweizer Cheftrainer. «Mit dieser Übung hat Nico bewiesen, dass er eine olympiawürdige Übung turnen kann. Wirklich schade, dass es im Januar nicht klappte», trauert der Cheftrainer der verpassten Olympia-Qualifikation am Testevent vom Januar in London nach.
Fanny Chilo und Mélanie Peterhans waren sehr nervös vor dem Start des Synchron-Finals. Sie wussten, dass sie nur mit einer perfekten und schwierigeren Übung in diesem hochkarätigen Teilnehmerfeld eine Chance auf den dritten Platz haben würde. Trotzdem beschlossen sie, das Risiko einzugehen und ihre Übung zu erschweren. Es ging nicht ganz auf, nach dem letzten Sprung berührte Mélanie Peterhans den Sprungtisch. Die 0,8 Punkte mehr, die dieser Fehler gekostet hat, hätten dem Synchron höchstens den vierten Platz eingebracht, so hielt sich der «Ärger» in Grenzen. Im Gegenteil, nach dem Studieren der Rangliste kam bei Peterhans Freude auf. Das Schweizer Duo erreichte den höchsten Wert für die Synchronität (9,4 – max. 10,0). Das Männer Synchronduo Fabian Wyler/Nicolas Schori musste leider ihre Übung abbrechen und wurde Siebte.
Am internationalen Junioren Wettkampf in Arosa qualifizierten sich «nur» Fabio Hug und Cédric Jeannerat (TV Grenchen) für einen Final und zwar als Achte für den Synchronfinal. Leider gelang ihnen die Übung nicht mehr, sie mussten sie abbrechen. Doch für die beiden jungen Athleten war es bereits ein grosser Erfolg, dass sie an diesem internationalen Wettkampf im Final standen. Beste Juniorin war Anastasija Bosshard (TV Rüti/RLZ Liestal), sie wurde von 32 Juniorinnen gute Zwölfte. Die Juniorinnen EM Siebte 2012 verpasste den Final der besten Acht um 0,985 Punkte, was sie zu Beginn etwas ärgerte, da ihr die Kürübung nicht ganz nach Wunsch gelang. Anastasija Bosshard war jedoch viertbeste Europäerin. Der Juniorinnen Wettkampf wurde von den Japanerinnen dominiert, die mit einer grossen Delegation in Arosa vertreten waren. In Zukunft wird mit ihnen zu rechnen sein.
Renate Ried