Es war ein langer Tag für die Tuchspezialisten aus der ganzen Schweiz, der Samstag, 24. Mai 2014. In der schönen und hellen Sporthalle vom «Cycle d’orientation» in Vouvry massen sie sich im Rahmen der Schweizer Trampolin-Meisterschaften (SM) in vielen Leistungs- und Altersklassen. Während es für die Elite um SM-Titel ging, bot der Anlass den Amateuren die Gelegenheit, sich zusammen mit den «Grossen» zu präsentieren.
Einheimischer Sieger
Der grosse Elite-Favorit und Titelverteidiger bei den Männern, Nicolas Schori (FSG Ecublens), schaffte den Finaleinzug nicht. Tobias Herrmann (Liestal), er dominierte die Qualifikation, musste im Final einen Sturz in Kauf nehmen. Als Schweizer Meister sahen dann viele schon Simon Progin (FSG Aigle-Alliance), der alles riskierte: ohne Erfolg – er stürzte ebenfalls. Davon profitierte Romain Holenweg (FSG Aigle-Alliance). Er holte sich im Wallis den 2014-Titel, dank einer sauberen und bis zum Ende durchgezogenen Sprungfolge. «Ich fühlte mich gut, mit viel ‹Power› in den Beinen», kommentierte der kaufmännische Lehrling, der nach einer viermonatigen Pause (Nackenprobleme) erst seit März wieder trainiert. «Ziel war das Podest. Ich wollte beweisen, dass ich zurück bin. Mehr konnte ich nur erhoffen!», fügt der bald 19-Jährige an. – Geburtstag feiert er am 29. Mai.
Nach der EM-Bronzemedaille von Portugal, erwarte man das Erfolgspaar Schori/Progin als SM-Titel-Gewinner: Progin stürzte, aus der Titeltraum. Die zweiten der Quali, Yann Amsler/Sébastien Lachavanne (TC Haut-Léman/Chêne gymnastique Genève) stolperten ebenfalls. Das Duo Janick Schütz/David Siegenathaler (STV Möriken-Wildegg) sprang ohne grosse Fehler durch: Sieg und Goldmedaille.
Wenig Elite-Frauen
Die Frauen wussten schon im Vorfeld, dass alle drei Elite-Springerinnen Vouvry mit einer Medaille verlassen würden. Die Frage war, wer mit welcher Farbe? Nach dem Vorkampf führte Sylvie Wirth (TV Liestal) vor ihrer Leistungszentrum-Kollegin Anastasija Bosshard (TV Rüti): «Mehr als die Goldmedaille verpasst zu haben, bin ich von meiner Leistung enttäuscht», meinte Wirth. Im Synchronfinal lief es auch nicht gut. Obwohl sie mit Partnerin Fanny Chilo (FSG Morges) sehr gut startete, endete das SM-Abenteuer in der Mitte der Übung. Trampolin ist manchmal einfach eine undankbare Sportart.
Vielversprechende Junioren
Bei den Junioren erfuhr die Rangliste nach dem Einzelfinal keine Änderung gegenüber der Qualifikation. Sébastien Lachavanne brillierte und verwies Yann Amsler, er bekam für seine Übung viel Applaus, mit gegen drei Punkten Vorsprung auf den zweiten Rang. Bei den Juniorinnen steigerte sich Lucia Hakkaart im Final um gegen anderthalb Zähler und holte den Sieg.
Im Elite-Mannschaftswettkampf sicherte sich die FSG Aigle-Alliance Gold vor den beiden Liestaler-Mannschaften. Bei den Amateuren gingen Gold und Bronze an den STV Möriken-Wildegg, dazwischen stand der BTV Bern auf dem Silberpodest.
Texte: Corinne Gabioud