Für die sechs Mädchen und drei Buben, welche die Schweiz am Flower Cup 2015 in Aalsmer (Ho) vertraten, starteten alle in der Juniorenkategorie FIG (Class I, Boys/Girls). Ziel war, das Potential zu testen und eine Standortbestimmung im Hinblick auf die nächsten Junioren-Europameisterschaften im März 2016 vorzunehmen. Der männliche Schweizer Nachwuchs konnte nicht mit den 46 Konkurrenten mithalten, wegen Stürzen bei der Pflicht und der Kür. Trotz eines Fehlers nach einem guten Start, realisierte Yann Amsler die drittbeste Note in der Kür (42,540 Punkte). Sébastian Lachavanne, ein Turner mit sicherem Wert, fand sich schnell in seine Übung ein, beging aber einen kapitalen Fehler, der ihm als Sturz gewertet wurde. Befreit vom Druck, präsentierte er danach eine qualitativ sehr gute Kür (14,200, zweithöchster Schwierigkeitswert) und erzielte die beste Kür-Note der Qualifikationswettkämpe (52,395), was für zukünftige Leistungen zuversichtlich stimmt. Bruno Ferraz erwischte einen guten Start, stürzte aber auch.
Zuversichtlich für die künftige Leistungen
Mit 75 Athletinnen, aufgeteilt in acht Serien, hatte der Wettkampf der Mädchen eine andere Dimension. Die Hoffnung, welche auf Anina Wechsler (Class-II-Siegerin 2013) wurden schnell enttäuscht. In der ersten Serie am Start stürzte sie bei einem Kürelement, das sie eigentlich beherrscht. Die Analyse ihrer ersten Übung veranschaulicht ihr Potential (viertbestes Resultat, viertbeste Flugzeit), dennoch widerspiegelt dieser Wettkampf ihre Trainings nicht. Das ist das harte Gesetz des Sports. Für Moira Ciliberto war es schwierig gerechte Noten zu erhalten, da sie in der letzten Serie starten musste. Mit ihrem neuen Programm an einem internationalen Wettkampf (Schwierigkeit 10,10), klassierte sie sich als Zwölfte mit 83,800 Punkten, nicht weit entfernt von einem Finalplatz. Wegen eines gesundheitlichen Problems, das sie zwang ihre Wettkampfübung zu kürzen, konnte Janina Müller nicht ihr volles Potential ausschöpfen (16., 82,465). Gianna Hofer und Sarah Hunziker (beide Jahrgang 2002), zeigten eine durchschnittliche Leistung. Fiona Glasl hatte einige Schwierigkeiten in der Kür und musste einen grossen Abzug in der Stabilität hinnehmen.
Insgesamt gesehen, ist sowohl bei den Buben als auch bei den Mädchen die fehlende Erfahrung an internationalen Wettkämpfen offensichtlich. Denn für Amsler, Lachavanne, Ciliberto und Wechsler wäre eine Finalqualifikation drin gelegen.
Text: Robert Ducroux/gab/ahv