Weder Russland, Weissrussland oder Usbekistan konnten den Siegeszug der Chinesen verhindern. In der Königsklasse turnte Titelverteidiger Dong Dong (China) etwas weniger präzis als gewohnt und musste somit den Siegertitel an seinen Landsmann Xiao Tu übergeben. Tu zeigte mit 61,125 Punkten eine atemberaubende Übung mit einer Flugzeit von 18,125 Sekunden. Der Weissrusse Uladzislau Hancharou nutze die mangelnde Ausführung von Dong Dong aus und erreichte mit einer hervorragenden Übung und dem höchsten Schwierigkeitswert den zweiten Rang. Dong Dong wurde Dritter. Im Synchronwettkampf konnten dann die beiden Chinesen, Dong Dong und Xiao Tu, ihr Tempo halten und sicherten eine weitere Goldmedaille für China.
Bei den Schweizern zeigte sich Cheftrainer Roby Raymond enttäuscht: «Ich habe besseres erwartet», sagte er am Ende des Wettkampfes. «Körperlich und psychisch waren die Athleten/-innen nicht auf der Höhe und es fehlte die nötige Frische. Sie hatten ihren Höhepunkt im April dieses Jahres an den Europameisterschaften». Trotzdem ist Raymond mit dem fünften Rang von Nicolas Schori und Simon Progin im Synchronturnen zufrieden. Sie zeigten eine Übung mit einem Schwierigkeitswert von 15,20 Punkten die für die Weltmeisterschaften im Herbst zwingend nötig ist, um vorne mithalten zu können.
Dank des Reglements, welches einen Finalplatz für das Gastgeberland zusichert, startete Nicolas Schori (Rang 18 in der Qualifikation) als Neunter im Final der besten Acht im Einzelwettkampf. Enttäuscht durch den schlechten Start den angestrebten Schwierigkeitswert von 17,80 Punkten nicht erreicht zu haben, musste er sich mit dem achten Rang zufriedengeben.
Bei den Damen (Einzel) war Dan Li (China) die Überfliegerin. Mit Zhong Xingping gewann sie dann auch den Synchronwettkampf.
Gold für Viktoria Bosshard bei den Juniorinnen
Rund 32 Mädchen und 24 junge Knaben aus neun Ländern (Österreich, Weissrussland, Bulgarien, Italien, Holland, Grossbritannien, Russland, USA und Schweiz) starteten im Juniorenwettkampf des Nissen Cups. Viktoria Bosshard, welche sich mit Rang 2 für den Final qualifizierte, zeigte Stärke und liess sich im Final nicht unter Druck setzen. Elegant flog sie durch die Luft und erzielte die beste Flugzeit (time of flight) und sicherte sich die Goldmedaille.
Synchronturnen Junioren: Gold wäre möglich gewesen
Mit über 1,700 Punkten auf die Zweitplatzierten belegten Lucia Hakkaart und Anina Wechsler in der Qualifikation den ersten Rang. Wechsler und Hakkaart (14 und 13 Jahre alt) zeigten einen beeindruckenden synchronen Wettkampf mit einem D-Wert (Schwierigkeit) von 9,000. Diese gute Leistung konnten die beiden Turnerinnen im Final nicht mehr abrufen. Nach ihrem zweiten Sprung mussten sie ihre Übung abbrechen und erreichten Rang 8.
Die exzellente Übung von Sébastien Lachavanne und Yann Amsler machte die verpasste Goldmedaille von Wechsler und Hakkaart wieder wett. Lachavanne und Amsler erhielten die beste Synchronnote mit einem Schwierigkeitswert von 9,900 und belegten Rang 2.
Text: Annika Gil/cw
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Trampolin: Die Chinesen waren Taktgeber am Nissen Cup
Selbst wenn Dong Dong nicht am 48. Nissen Cup in Arosa dabei gewesen wäre, sicherten sich die Chinesen in den Finals vom Samstag, 28. Juni 2014 in allen Kategorien die Goldmedaille (Einzel- und Synchronwettkampf). Auf Schweizer Seite war das Synchronpaar Nicolas Schori und Simon Progin in der Elite mit Rang 5 am erfolgreichsten.