Obwohl es heute um keine Olympia-Tickets mehr ging, wollten die Schweizerinnen mit zwei perfekten Auftritten auftrumpfen. Die Schweizerinnen begannen stark, sehr stark. Die Übung mit fünf Bällen gelang ausgezeichnet: Am Ende erhielten sie die gute Wertung von 25,8 Punkten. 1,5 Punkte mehr als in der Qualifikation, so dass die Schweiz nach dem ersten Durchgang verdient hinter Spanien auf Rang 2 lag. Doch in der zweiten Übung, derjenigen mit drei Bändern und zwei Reifen, hielten die Nerven von Souheila Yacoub erneut nicht stand. Das Band und die Gymnastin verliessen die 13 x 13m grosse Wettkampffläche (Penalty 0,4 Punkte) hinzu kam, dass der Wechsel nicht angerechnet wurde. Am Ende reichte es in dieser Übung noch zu 24,30 Punkten. Somit resultierte, wie nach der Qualifikation, der fünfte Rang. Zu Silber fehlten lediglich 0,425 Punkte.
«Ich muss leider sagen fünf Gymnastinnen waren hier in London perfekt, eine zu wenig. Einfach schade, heute wäre eine Medaille drin gelegen. Zudem hätten wir bestätigt, dass wir ins olympische Teilnehmerfeld gehören», äusserte sich die enttäuschte Cheftrainerin Heike Netzschwitz. In der ersten Olympia-Qualifikation, den Weltmeisterschaften im September 2011 in Montpellier, turnte für die lange verletzt gewesene Genferin Souheila Yacoub, Stephanie Kälin (RG Opfikon-Glattbrugg). Am Trainingsrückstand sei es nicht gelegen, versichert die Cheftrainerin. «Dies war der Testevent, der zweite Qualifikationswettkampf für die Olympischen Spiele. Getestet wurde auch, wie die Mädchen im Stress arbeiten. Olympia ist Olympia, der Druck war sehr gross», erklärt sie. Heike Netzschwitz betont, dass das Nationalkader weiterhin aus sieben Gymnastinnen besteht: «Stephanie ist voll integriert, für die Vorbereitungen auf die nächsten Wettkämpfe brauchen wir alle Sieben.»
Und zu diesen nächsten Wettkämpfen gehört, so hoffen wir, die Olympischen Spiele im Sommer. Von verschiedenen Quellen wurde uns bestätigt, dass Grossbritannien auf den «Gastgeber- Startplatz» verzichtet. Noch warten wir auf die offizielle Bestätigung, die spätestens Ende Februar erwartet wird.
Renate Ried