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Testevent: Kunstturner holen sich einen Quotenplatz für die Olympischen Spiele

Renate Ried

Claudio Capelli holt mit seinem 29. Rang und 84,765 Punkten der Schweiz den Quotenplatz für die Olympischen Spiele 2012 in London. Dank dem 53. Rang von Pascal Bucher ist der Startplatz abgesichert.

Die beiden Schweizer zeigten keinen fehlerfreien Wettkampf. Spitzensportchef Felix Stingelin ist enttäuscht: „Gut, wir hätten eh nicht mehr als einen Platz machen können, dieser wurde abgesichert, aber wir haben uns gar nicht gut verkauft.“ Cheftrainer Bernhard Fluck äussert sich nach dem Wettkampf nachdenklich: „Es war kein sehr guter Wettkampf, Claudio Capelli eher positiv und bei Pascal Bucher eher weniger. Aber den Umständen entsprechend müssen wir akzeptieren, dass Pascal mit dem schmerzenden Ellbogen nicht mehr zeigen konnte.“

Claudio Capelli turnte am Testevent in London um 0,6 Punkte besser als an der WM in Tokio, aber ganz glücklich ist auch er nicht: „Mit einem Sturz am Sprung kann ich nicht zufrieden sein, es war ein schlechter Sprung.“ Beim Roche, dem Überschlag mit Doppelsalto gehockt, verpasste er den Abdruck und kam zu tief. Am Reck gelang ihm dafür seine Verbindung sehr gut, so dass er zum ersten Mal an einem wichtigen Wettkampf einen D-Wert von 6,4 erhielt. Dass er den Quotenplatz geholt hat, lässt ihn aber strahlen.

Pascal Bucher spürte im heutigen Wettkampf den Ellbogen doch mehr als er gehofft hat. Obwohl er am Startgerät Pferd sehr gut mit einem neuen Element, dem Li Ning (Schere durch den Handstand) begann, musste er später vom Gerät. Ein Sturz schon zu Beginn war kein guter Auftakt für den Pferdspezialisten. Am Sprung kam er aus der Achse und bekam Strafpunkte fürs Übertreten und auch das Reck wollte nicht gelingen, beim Kovacs gebückt (Doppelsalto über die Stange) kam er zu weit und verpasste den Griff. „Es klappte wirklich nicht optimal, ich hätte gerne mehr gezeigt“, so Bucher. Buchers Punktzahl von 82,398 (4,086 Punkte weniger als an der WM in Tokio) reichen aber um sich besser zu klassieren, als der erste Reserveturner für die olympischen Spiele. Somit kann das interne „Duell“ Capelli – Bucher weitergehen.

Felix Stingelin äussert sich klar: „Wir hatten eindeutig zu viele Stürze, auch wenn dieser Testevent zu einem ungünstigem Zeitpunkt nach der WM stattfand, waren es zu viele grobe Fehler.“ Wie alle ist er froh, dass es weiter geht. Grundsätzlich hat aber erst Pascal Bucher die Selektionskriterien von Swiss Olympic erfüllt. Swiss Olympic stellt an die Athleten, zusätzlich zur Qualifikation, Leistungsanforderungen. Mit dem 20. Rang im Mehrkampffinal an der WM in Tokio hat Pascal Bucher dies erfüllt. Claudio Capelli muss an der EM im Mai in Montpellier einen Gerätefinal erreichen oder sich im Mehrkampf als 10. klassieren. Die Qualifikationsphase dauert bis zu den Schweizer Meisterschaften am 1. Juli 2012.

Renate Ried

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