Nathanya Köhn, Marine Périchon, Carol Rohatsch, Lisa Tacchelli und Souheila Yacoub begannen bei der heutigen Übung mit fünf Bällen stark. Mit sehr viel Grazie und guter Körperspannung zeigten die Fünf ihr Können, auch die Synchronität stimmte. Dann geschah das Verhängnis: Ein Wurf war zu kurz: Die Gymnastin reagierte ausgezeichnet und konnte den Ball erreichen und fangen, verlor aber wohl dann für einen kurzen Moment die Konzentration und patzte im nächsten Element, der Ball war fort. Eine Zehntelsekunde einen anderen Gedanken und fort ist der Ball. Die Cheftrainerin Heike Netzschwitz lobt zu Recht die Gymnastinnen: „Die Übung war wirklich gut, mit viel Kraft und Synchronität. Dieser Fehler ist hart, doch wir wurden auch sonst streng taxiert.“
Carol Rohatsch verspricht stellvertretend für das ganze Team: „Wir kämpfen weiter!“ Und Nathanya Köhn ergänzt: „Alle müssen morgen noch turnen, es ist immer noch alles möglich. Wir müssen nun schnell umstellen, die Ballübung vergessen und uns auf unsere Band/Reif-Übung konzentrieren.“
An den Weltmeisterschaften im September 2011 bewiesen die Schweizerinnen schon einmal, dass sie die Übung mit drei Bänder und zwei Reifen sehr gut beherrschen. Damals wurden sie ausgezeichnete Vierte im Gerätefinal, von den hier anwesenden Nationen war nur Israel besser. Das in Führung liegende Spanien erreichte in der WM-Qualifikation mit drei Bänder und zwei Reifen 2.3 Punkte weniger als die Schweiz. So gesehen ist alles noch möglich. Der Rückstand der Schweiz auf die viertplatzierten Griechinnen beträgt nach heute 1,55 Punkte. Die vielen mitgereisten Schweizer Fans glauben fest an die Mädchen und unterstützen sie lautstark. Auch ganz zum Schluss, als das Resultat feststand hörte man laut und deutlich: „Allez les Suisse, wir helfen euch!“
Morgen um 16:25 Uhr Schweizer Zeit gilt es die Daumen zu drücken!
Renate Ried