«Der STV reitet auf einer positiven Welle. Die Erfolge an den Europameisterschaften im Kunstturnen, an den ersten Europaspielen und natürlich der begeisternde STV-Auftritt an der 15. Welt-Gymnaestrada im Juli in Helsinki, brachten uns viele positive Rückmeldungen ein. Ich freue mich aber auch über die Mitgliederentwicklung und den vergangenen Turnfestsommer im Juni 2015», begrüsste Zentralpräsident Erwin Grossenbacher an der Herbst-VLK die Verbandsdelegierten in Ittigen, bevor der Luzerner zum geschäftlichen Teil überleitete.
Zünftiger 2016-Aufwandüberschuss
Felix Mangold (ZV, Finanzverantwortlicher) und Kurt Hunziker (Abteilungschef Finanzen) erläuterten die STV-Finanzlage. Das Budget 2016 schliesst, bei einem Gesamtumsatz von gegen 17,3 Millionen, mit einem Aufwandüberschuss von 800000 Franken ab. Zur finanziellen Grosswetterlage meinte der Abteilungschef Finanzen: «Der Aufwandüberschuss scheint auf den ersten Blick gross, ist aber erklärbar.»
Hunziker erläuterte die ausserordentlichen 2016-Aufwendungen: EM Kutu Bern 300000, IT-Neuorganisation Rechnungslegung 80000, Projekt/Umsetzung Muki- und Kitu-Hit 75000 Franken sowie neue Werbe- und Videoproduktionen, sind die vier höchsten Posten von 13 Punkten, die gemäss Hunziker zum grossen Aufwandüberschuss führen werden. Gemäss einer Konsultativabstimmung, die STV-Mitgliederbeiträge bleiben gleich, sollte das Budget an der AV durchgehen. An der STV-Abgeordnetenversammlung (AV) vom 24./25. Oktober 2015 in Maienfeld, wird endgültig entschieden.
Projekt «Breitensport Schweiz» – auf dem Weg
Im April wurde kommuniziert, dass die Verbandsspitzen der Schweizer Turnverbände SATUS (SATUS Schweiz), SVKT (SVKT Frauensportverband) und SUS (Sport Union Schweiz) die Absicht haben, sich per 1. Januar 2017 dem Schweizerischen Turnverband (STV) als Partnerverbände anzuschliessen. Die VLK-Delegierten erfuhren in Ittigen, dass die Projektarbeiten von einer strategischen (Verbandspräsidenten) und operative Projektleitung (Geschäftsführer/-innen) aufgenommen wurden. Man ist «sportlich»-optimistisch, mit der Neuorganisation am 1. Januar 2017 starten zu können.
Projekt «Nationale Aktion» – wie weiter?
Weniger «sportlich» scheint die an der Herbst-VLK 2014 (Olten) in einer Konsultativabstimmung noch «bejahte», gemeinsame nationale Aktion 2017 zur Mitgliedergewinnung, unterwegs zu sein. Nachdem STV-Geschäftsführer Ruedi Hediger, unterstützt von vielen Folien, über den «Stand der Dinge» in dieser Angelegenheit informierte, meldete Marcel Cathomen (Präsident Graubündner Turnverband) seine Zweifel an. Basisarbeit müsse in den Vereinen stattfinden, das Projekt sei nicht mehr das gleiche wie im Herbst 2014, es fehle das Fleisch am Knochen, so Cathomen und weiter: «Ich bin etwas provokativ und sage hier und heute: abbrechen».
Der Bündner erhielt Unterstützung aus diversen Verbänden (Solothurn: «Die Vereine leben das längsten, wir dürfen sie nicht überfordern.» – Uri: «Wir haben so etwas schon gemacht und viel Geld ausgegeben: Erfolg ‹null›.»). Frank Günthardt (Präsident Zürcher Turnverband) zeigte sich über den Gesinnungswandel erstaunt. Der Zürcher appellierte an die Solidarität innerhalb der Kantonalturnverbände. «Vor diesem Hintergrund hat das Projekt keine Chance mehr», so ein erstaunter Günthardt. Die Frage stellt sich: Wie weiter?
Umfassender Info-Reigen
Die Herbst-VLK entwickelte sich zum umfassenden Info-Reigen für die Verbände: Brigitte Häni (Büetigen) wurde als neue Präsidentin der Verwaltungskommission der Sportversicherungskasse vorgestellt. Häni ist die Nachfolgerin vom im März 2015 verstorbenen August Stolz (Oberbüren). Sie löst den a.-i.-Präsidenten Daniel Raemy (Düdingen) ab.
Stefan Heiniger (Geschäftsführer Montana Sport AG: «Projekte mit dem STV sind gelebte Solidarität») informierte über die Partnerschaft ASICS-STV. Olivier Bur (Ausbildungschef) referierte über das neue Angebot «Vereinsmanagement» (Ersatz Führungsschulung), Felix Stingelin (Spitzensportchef) blickte auf die ersten Europaspiele von Baku (Aser) zurück. Reto Hiestand (GK.15-Präsident) lieferte spannende Infos vom Auftritt der 4000 Turner/-innen starken Gymnaestrada-Delegation in Helsinki (Fi) und Lisa Worthmann (Generalsekretärin) erklärte dem Plenum die kommende EM Kunstturnen 2016 in Bern.
Die Verantwortlichen aus der Geschäftsleitung STV lieferten im «Haus des Sports» in Ittigen zudem Infos über den Turnfestsommer 2015 (Auswertung), zum Swiss Cup Zürich, der «Gymotion» im Januar 2016, zur erfreulichen Entwicklung der STV-Mitgliederbestände 2013 bis 2015, zur Renovation der STV-Geschäftsstelle in Aarau und den Arbeiten am neuen Marketing- und Kommunikationskonzept. Das Eidgenössische Turnfest 2019 in Aarau war ebenfalls bereits ein Thema.
Die Kader der Kantonalturnverbände sind für die kommenden Sitzungen auf jeden Fall aufdatiert.
Text: Peter Friedli