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Spitzensport-Zusammenkunft: 2012 – ein gutes, aber kein überragendes Jahr

Chantal Weinmann

Am Mittwoch, 16. Januar 2013 trafen sich die STV-Spitzensportverantwortlichen zum Jahrestreffen in Aarau. Rund 70 Personen waren an der Konferenz anwesend – unter ihnen auch Hanspeter Tschopp (Zentralpräsident STV) und Thomas Jäger (Gesamtwettkampfleiter ETF Biel).

Im ersten Teil informierte Felix Stingelin (STV-Spitzensportchef, Diegten) über personelle Veränderungen in der Abteilung. Grosses Augenmerk galt dabei den beiden Athletenbetreuerinnen Christianne Henzi und Elisabeth Mauerhofer, die sich stets für die Anliegen und Fragen der Athleten und Athletinnen eingesetzt haben. Sie treten nach 20 Jahren in den verdienten Ruhestand. Nachfolgerin wird per 1. Februar die 37-jährige Sandra Heeb Thalmann.

Weiter wurden drei Verdienstnadeln vergeben: Marcel Gut und Markus Angst (Ressort Trampolin) und Adrian Buholzer (Fachgruppe Ausbildung/Ressort Kunstturnen).

Sieben Medaillen und drei Diplome
Des Weiteren zog Stingelin Bilanz über die Leistungen an internationalen Wettkämpfen 2012. An den Europameisterschaften Kunstturnen Männer in Montpellier (Fr) wurden die Zielstellungen erfüllt – dies trotz schwieriger Vorbereitung und diversen Verletzungen sowie Ausfällen. Bei den Junioren wurde das Ziel mit sechs Medaillen und drei Diplomen weit übertroffen.

Bei den Frauen war das EM-Teamresultat in Bruxelles (Be) eher ernüchternd. Dafür gelang Giulia Steingruber (TZ Fürstenland/TV Gossau) erstmals der Sprung aufs Podest. Mit einem eleganten und sicheren Auftreten überzeugte die Juniorin (heute im Nationalkader) Ilaria Käslin (SFG Chiasso). Sie verpasste als 15. knapp den Balkenfinal.

An den Olympischen Spielen in London (Gb) wurden die Ziele im Kunstturnen Männer und Frauen beinahe erreicht. Das Team Rhythmische Gymnastik verpasste knapp die OS-Qualifikation.

Trampolin: verpasste Medaille
An den Europameisterschaften in St. Petersburg (Russ) war das Nationalkader sowie die Junioren Trampolin vertreten. Dabei zeigte Nicolas Schori (Ecublens Actigym), der die Zielstellung knapp verpasste mit einer soliden Leistung durchaus, dass er im internationalen Umfeld mit der Konkurrenz mithalten kann.  
Erfreuliches war auch auf der Frauenseite zu verzeichnen. Fanny Chilo (FSG Morges) erreichte Rang 18 und Mélanie Peterhans (FSG Aigle-Alliance) Rang 20. Im Synchronturnen verpasste das Paar Chilo/Peterhans mit Rang 4 knapp eine Medaille.

Bilanz 2012: Sieben Medaillen und neun Diplome und somit ein gutes, aber kein überragendes Jahr. Unter dem Motto: «nach den Spielen ist vor den Spielen», startet somit der OS-Zyklus 2013 – 2016.

Massnahmen – Strategie
Nach dem Misserfolg an der WM 2011 in Tokio (Jap) wurde die Situation im Kunstturnen Männer analysiert und die Zielsetzungen neu definiert, wobei am Mannschaftsziel festgehalten wird. Beibehalten wird auch die prioritäre Ausbildungsphilosophie: dezentrale Ausbildung im Nachwuchs- und Juniorenbereich, zentrale Ausbildung im Elitebereich. In Ausnahmen soll aber auch das Gegenteil möglich sein.
Bei den Kunstturnerinnen wird durch ein Basistrainingsprogramm eine Verbesserung des Ausbildungsniveaus angestrebt.

Nach dem erfolgreichen Projekt Juniorinnen Europameisterschaften Rhythmische Gymnastik (JEM), startete der STV mit einem ähnlichen Projekt für 2013 mit dem Neuaufbau einer JEM-Gruppe. Weiter will man mit einem regelmässigen Zuzug von Impulstrainerinnen aus RG-Top-Nationen das Niveau in der Rhythmischen Gymnastik steigern.

Im Bereich Trampolin ist eine Optimierung zur Unterstützung von Talenten, so genannten «High Potentials» geplant. Weiter strebt man im Bereich Ausbildung Elite, Nachwuchs sowie bei den Trainer- und Leiterausbildungen verstärkt Verbesserungen an.

Mehr Geld für die Nachwuchsförderung
Ein weiterer wichtiger Punkt war das neue Sportförderungsgesetz, das per 1. Oktober 2012 in Kraft getreten ist. Mit den Neuerungen wird die Nachwuchsförderung neu mit zehn statt sechs Millionen Franken unterstützt. Des Weiteren wurde das J+S-Alter auf 5- bis 20-Jährige angepasst und der Name von J+S-Kids auf J+S Kindersport (5- bis 10-Jährige) unbenannt.

Europameisterschaften 2016 in der Schweiz
Die UEG hat dem STV für das Jahr 2016 die EM/JEM Kunstturnen Männer und Frauen in Bern zugesprochen. Am 25. bis 30. Mai 2016 finden die Wettkämpfe Junioren und Senioren statt und in der darauf folgenden Woche vom 1. bis 6. Juni 2016 turnen die Seniorinnen und Juniorinnen. Das Bern-Expo Gelände (BEA) bietet dafür eine optimale und gute Infrastruktur mit kurzen Wegen zur Wettkampf- und Aufwärmhalle. Ein Hotelkomplex befindet sich ebenso in unmittelbarer Nähe. Die EM-Vergabe an die Schweiz verpflichtet auch. Nebst der Organisation wollen wir nicht nur präsent sein, sondern auch erfolgreich an diesem Anlass teilnehmen.  

Jedes Jahr gute Ergebnisse erzielen
«Der Rückblick 2012 ist etwas speziell», meinte Hanspeter Tschopp (Ziefen). Dies weil das Jahr mit den Qualifikationen für die OS im Januar begonnen hatte – doch gab es vor den Olympischen Spielen auch noch erfolgreiche Europameisterschaften zu verzeichnen. Für Hanspeter Tschopp ist es für die Zukunft unerlässlich jedes Jahr in allen Spitzensport-Disziplinen gute Ergebnisse zu erzielen, um in der Öffentlichkeit positiv wahrgenommen zu werden. Das macht uns nicht nur für die Medien, Sponsoren oder Mitglieder interessant, sondern auch für die Athleten. «Vier Jahre nur für das oberste Ziel zu trainieren ist beinahe ein Ding der Unmöglichkeit», so Hanspeter Tschopp. Es muss uns gelingen, dass die Athleten und Athletinnen jedes Jahr wieder Motivationsschübe durch eigene oder Erfolge ihrer Turnkollegen und -kolleginnen erleben dürfen.
Weiter kam der Appell, dass Leistung planbar ist. Dafür sind die Trainer zuständig, wo es zu bedenken gilt, dass nicht nur technische Aspekte zählen, sondern es auch psychologische und motivierende Faktoren gibt, die zu beachten sind.
Weiter fordert der Präsident eine bessere Zusammenarbeit und die Akzeptanz des Systems – zentral und dezentral.

ETF 2013 in Biel
Referent Thomas Jäger, Gesamtwettkampfleiter des ETF in Biel, zeigte mit einer Auswahl von Bildern, was in ihm das Feuer entfachte, seine Freizeit in eine Veranstaltung wie das ETF zu investieren. Für Thomas Jäger ist klar, dass für den Spitzensport die Olympischen Spiele einen viel höheren Stellenwert haben als das Eidgenössische Turnfest. Von den rund 60‘000 Turnenden werden zirka 800 Spitzensport-Turnende erwartet. Die Rekordteilnahme von rund 16‘000 Jugendlichen deutet Thomas Jäger als ein gutes Zeichen und einer gesunden Basis im Spitzen- sowie im Breitensport.  
Der Spitzensport wird während des ersten Wochenendes in der Dreifach-Turnhalle Esplanade seine Wettkämpfe durchführen. Ein grosser Anziehungspunkt und Chance für viele Jugendliche und Besucher – am Wochenende der Jugend – Top-Athleten und -Athletinnen aus der Nähe beim Turnen zuzuschauen.

 

Chantal Weinmann

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