«Ein herausragendes Jahr für den Schweizerischen Turnverband liegt hinter uns», zog STV-Spitzensportchef Felix Stingelin in seinem Rückblick Bilanz. Mit zehn Medaillen und 18 Diplomen haben die Schweizer Kaderturner/-innen an EM, JEM, WM, European Games und EYOF so viele Auszeichnungen gewonnen werden wie schon lange nicht mehr. Die Ziele für das Olympia-Jahr sind wiederum hochgesteckt. An den Europameisterschaften Kunstturnen vom 25. Mai bis 5. Juni 2016 in Bern will man Medaillen und Diplome gewinnen. «Bei den Männern dürfen wir als sechstplatziertes Team an der WM in Glasgow ambitiöse Ziele verfolgen (Anm. d. Red.: drittbestes europäisches Team). Der fünfte Rang ist das Minimum, es darf auch mehr sein», so Stingelin weiter. Bei den Frauen verfügt die amtierende Mehrkampf-Europameisterin Giulia Steingruber über realistische Chancen auf Edelmetall an ihren Paradegeräten Sprung und Boden. Auch mit den Juniorinnen und Junioren lägen in Bern Medaillenränge drin. «Die Ziele sind hochgesteckt, aber dennoch realistisch.» An den Olympischen Spielen sollen die Schweizer Kunstturner/-innen nicht einfach Teilnehmende sein, sondern auch möglichst gut abschneiden.
Für das Schweizer Frauenteam Kunstturnen und den Trampolinturner Nicolas Schori gilt es bereits Mitte April ernst, wenn sie am vorolympischen Testevent in Rio (Br) nochmals eine Chance haben, sich für Olympia 2016 zu qualifizieren.
Sparmassnahmen und Wiederaufrichtung
Weniger erfreulich steht es im Schweizerischen Turnverband um die Rhythmische Gymnastik (RG). Während die Juniorinnen-Gruppe mit dem siebten Rang an der EM das gesteckte Ziel erreichte, erlebten die Elite-Gymnastinnen ein Desaster. Statt der Qualifikation für den Testevent resultierte an der WM 2015 Rang 21 – das schlechteste Ergebnis einer Schweizer RG-Gruppe. Die Konsequenzen: bevorstehende Rückstufung durch «Swiss Olympic» von Stufe 2 auf 3 der olympischen Sportarten, was eine finanzielle Einbusse von circa 180000 Franken pro Jahr bedeutet. Da diese Lücke nicht durch den STV kompensiert werden kann, sind Sparmassnahmen nötig. Eine davon ist die Reduzierung der Anzahl Kader-Gymnastinnen und die Rückkehr zum alten System (eine Gruppe mit ein bis zwei Ersatzturnerinnen). Weiter wird der Vertrag mit der Assistenztrainerin Eleonora Keshova per Ende Juni 2016 aufgelöst. Trotz momentaner Krise nimmt die Schweizer Gruppe 2016 an der EM RG teil. «Es geht vor allem darum, zu zeigen, dass wir zwar hingefallen sind, uns aber wieder aufrichten und zurückkämpfen», erklärt der Spitzensportchef den Entscheid.
«Das Jahr 2016 birgt viele Herausforderungen. Gehen wir sie gemeinsam an. Nutzen wir die Gunst des Erfolgs und nehmen den herrschenden ‹Spirit to win› mit», so Stingelin abschliessend.
Text: Alexandra Herzog
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Spitzensport: «Wir gewinnen in Bern Medaillen und Diplome»
Am Mittwoch, 13. Januar 2016 trafen sich die STV-Spitzensportverantwortlichen zur jährlichen Konferenz in Aarau. Rund 80 Personen nahmen teil. Man hielt Ausblick auf ein wichtiges Jahr – mit der EM Kunstturnen in Bern und den Olympischen Spielen in Rio (Br).