Im ersten Teil der Spitzensportzusammenkunft 2017 zog Felix Stingelin (STV-Spitzensportchef, Diegten) Bilanz über die Aktivitäten im vergangenen Jahr. «Wir blicken wahrscheinlich auf das erfolgreichste Spitzensportjahr überhaupt zurück», begrüsste der Baselbieter die Anwesenden. Mit dieser Einschätzung liegt er nicht so falsch. Noch kein STV-Spitzensportchef konnte, bis zur heutigen Zeit, Bilanz über ein Jahr ziehen, bei dem aus dem Frauenkunstturnen eine Olympiamedaille (Giulia Steingruber) resultierte. Entsprechend glücklich und zufrieden zeigte sich der Spitzensportchef. Das EM-Edelmetall-Wetterleuchten von Bern glänzte in Aarau ebenfalls noch einmal auf.
RG- und Trampolinwunden
Wo Licht ist, ist aber auch Schatten. Stingelin legte den Finger auch auf die RG- und Trampolinwunden. Er ist zuversichtlich, dass sich in der RG- und Trampolinsparte (personelle und strukturelle Veränderungen) im neuen Olympiazyklus Besserungen ergeben werden. Der Spitzensportchef informiert in Aarau über Personelles (Trainer, Kader usw.), J+S-Nachwuchsförderung und blickte, in einem grossen vierjährigen Bogen, bis zu den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio (Japan). Da möchte der STV eine Männer- und Frauen-Kutu-Riege, eine RG-Gruppe sowie einen oder eine Trampolinturner/-in stellen. In den Zwischenjahren sind erfolgreiche EM- und WM-Leistungen gefordert, die als Basis für die OS-Qualifikation 2020 dienen soll.
Coach Award
Nach dem intensiven Info-Teil von Felix Stingelin wurde im Rahmen der Konferenz Spitzensport erstmals ein/der «STV-Coach-Award» vergeben. Domenico Rossi (FGC Nachwuchs) würdigte in einer eindrücklichen Laudatio das erfolgreiche Schaffen vom Kunstturntrainer Andrej Balabkin (Oberglatt), von dem das Kunstturnen Schweiz extrem viel profitieren könne. Daniela Zuber-Pfister (Frauenfeld) durfte von Stingelin das STV-Trainerdiplom II (Berufstrainerausbildung, Kutu F) empfangen.
«Motiviert sein, das ist …»
«Viele reden – wir machen!» – lautete das Thema mit dem Gian Gilli, der bekannte Sportfunktionär aus dem Kanton Graubünden, der in der Vergangenheit erfolgreich und in verschiedensten Funktionen an vielen Sportfronten kämpfte. Während rund 45 Minuten und 28 Präsentationsfolien mit emotionalen Sportfotos, legte er engagiert los. Gilli, das ist seine Art, sprach schnell, zu schnell für die Übersetzerin, die ihn zügeln musste. Für Gilli ist klar: «Motiviert sein, das ist der Job der Athleten und nicht der vom Trainer oder der Trainerin». Es gelte: «Biss im Training, Coolnes im Wettkampf.»
Den Konferenz-Abschluss bestritt STV-Zentralpräsidenten Erwin Grossenbacher (Neuenkirch). Grossenbacher informierte die versammelte Spitzensportfraktion über das aktuelle STV-Geschehen (Projekt Breitensport Schweiz, Finanzen usw.).
Text: Peter Friedli