Der an der Achillessehne verletzte Schweizer Meister von 2012 und zweifache Turnfestsieger (2007 und 2013) Claudio Capelli, (BTV Bern) konnte nur an drei Geräten turnen (Pauschenpferd, Barren und Reck). Der Weg zum Titel schien dem Vize-Turnfestsieger Pablo Brägger (TV Oberbüren, 0,15 Punkt Rückstand) schon vorgezeichnet. Aber zum Gewinnen muss man kämpfen und erst mal turnen. Am Samstag, 7. September 2013 waren in der Mehrzweckhalle «Le Pierrier» in Clarens die Podest Plätze sehr bestritten. Nach fünf Durchgängen führte Kevin Rossi (BTV Luzern), doch patzerte am letzten Gerät (Boden), 13,600. Während Oliver Hegi (2. mit 70,750 Punkte) und Pablo Brägger (STV Oberbüren, 3., 70,00) noch am Reck zum Einsatz kamen. Trotz hervorragenden 15,500 Punkten für seine fantastische Reckübung, reichte es Brägger nicht um sich an die Spitze zu turnen. So holte Oliver Hegi seinen ersten Elite-Schweizer Meistertitel. «Ich hätte nicht damit gerechnet, weil mir die ersten drei Geräte nicht gelungen sind. Am Reck habe ich eine stabile Übung, aber eigentlich ist das Pauschenpferd meine Lieblingsdisziplin».
Giulia ist bereit für die Weltmeisterschaften
Bei den Frauen erschien Titelverteidigerin und Turnfestsiegerin 2013 Giulia Steingruber (TZ Fürstenland/TV Gossau) in ihrem neuen glänzenden Turndress in bester Form. Mit Sicherheit startete sie an ihrem Paradegerät den Sprung, mit einer noch erleichterten Übung (Yurtschenko mit einer Schraube) in den Wettkampf. Nach dem zweiten Gerät (Stufenbarren) hatte die St. Gallerin eineinhalb Punkte Vorsprung auf Ilaria Käslin (SFG Chiasso, 2. Rang SM 2012). Am dritten Gerät, den Balken, vergrösserte sich der Vorsprung auf zweieinhalb Punkte (44,550). Den Titel sicherte sie sich schliesslich mit einer Bodenübung, die das ihr schon angemessene Publikum begeisterte. «Es ist ein sehr schönes Gefühl und hat auch einen grossen Stellenwert», meinte die nun dreifache Schweizer Meisterin zu ihrem Sieg. Des Weiteren hat Giulia Steingruber am ersten SM-Tag zum ersten Mal den Yurtschenko gezeigt. «Ich habe mich für den Yurtschenko entschieden, weil mir dieser besser liegt als der Tsukahara», fügte Steingruber hinzu.
Zwei Romands zuoberst
An der SM können auch Athleten, die nicht Mitglieder des Nationalkaders sind mitmachen. In der Amateuren-Kategorie starteten in Clarens/Montreux 28 Frauen und 18 Männer. Zum zweiten Mal nach 2012 holte bei den Frauen die ehemalige Nati-Kader Turnerin Jennifer Senn (Kutu Stein-Fricktal) den Sieg und bei den Männern der Westschweizer Nathan Bösiger (GYM Serrières) und auf Platz zwei folgt Micha Vorobiev (EGA Genève).
Qualifikationswettkampf für die Weltmeisterschaften
Die SM-Kunstturnen 2013, welche der Verein FSG Montreux kurzfristig im April 2013 übernahm, waren für die Nationalkader Turnenden von Bedeutung. Der Mehrkampf diente nämlich auch als wichtige Qualifikation für die Weltmeisterschaften in Antwerpen (Bel), die in drei Wochen stattfinden.
Der Wettkampf geht Morgen mit den Gerätefinals weiter. (1. Teil 11.10 Uhr – 2. Teil 13.50 Uhr).
Text: Corinne Gabioud