News

SM Geräteturnen Tu: Die Luzern-, Ob- und Nidwalden-Festspiele gehen weiter

Peter Friedli, GYMlive

Am zweiten Tag der Schweizer Geräteturnmeisterschaften der Turner in Bazenheid (9./10. November 2013), holten sich die Luzern-, Ob- und Nidwalden-Geräteturner ihren zweiten Schweizer Meistertitel im Mannschaftsturnen in Folge. B-Gold holten die Waadtländer Turner.

Fabio Gasser, Swen Ziegler, Daniel Schacher, Alexander Kurmann und Simon Stalder, alles Top-Turner aus der Zentralschweiz, dürfen sich, wenigsten für die kommenden zwölf Monate, «Schweizer Meister im Mannschaftsgeräteturnen» auf ihre Visitenkarte drucken lassen. Was den Turnerinnen bereits eine Woche früher in Schiers gelang (die STV-Medien berichteten), wiederholten ihre Turnkollegen über das zweite Novemberwochenende in Bazenheid: Luzern, Ob- und Nidwalden turnt sich immer wie erfolgreicher zu «der» Geräteturn-Grossmacht im STV-Land.

Schlicht untertrieben
Der Kampf um die Goldmedaille in der A-Klasse, hier wird der Schweizer Meistertitel vergeben, verlief spannend, war aber auch schon spannender. «Wenn es uns läuft, wird es schwer für die anderen Mannschaften. Es kann aber viel passieren, es muss immer zuerst geturnt werden. Unsere Hoffnung ist es, den Titel aus dem Vorjahr zu behalten», äusserte sich Patrick Hepp (Luzern-, Ow-/Nw-Coach) neun Minuten vor dem Start zum Mannschaftswettkampf um die A-Krone und den SM-Titel. Da hat Hepp schlicht untertrieben. Wer ein solches grosskalibriges Geräteturnarsenal in Stellung fahren kann, wie aktuell die Zentralschweizer Kantone, der kann nicht gewinnen: der muss gewinnen. Mit dem neuen Schweizer K7-Meister (Stalder), dem K6-Sieger (Gasser), dem K-Herren-Sieger (Ziegler), dem K7-Dritten (Schacher) und dem ETF-2013-Sieger von Biel/Bienne (Kurmann) in der Mannschaft, hat Hepp so etwas wie eine Schweizer-Meister-Lebensversicherung in seinem Portefeuille, alles Geräteturn-Edelsteine von hohem Karatgehalt. Das blendet stark, da könnte es für die anderen neun Verbands-Mannschaften der Kategorie A schwer werden. Es wurde schwer.

Luzern, Ob- und Nidwalden startete am Boden und turnte stark, ganz stark. Ausser Ziegler und Schacher, verbesserten sich gegenüber dem Einzelwettkampf vom Samstag in der Gesamtnote alle und dies teilweise um fast einen Punkt. Kurmann stürzte nicht mehr und Stalder sicherte sich beim Sprung und am Barren mit den beiden «Zänis», die Maximalnote – mehr geht einfach nicht. Im Verlauf des Wettkampfes kam Luzern, Ob- und Nidwalden der Titelverteidigung immer wie näher. Die anderen Verbände besassen die (Turn-)Kraft aber nicht, um Paroli zu bieten.

Bern, Zürich, Aargau, Solothurn und und und, turnten alle gut. Bei ihnen ging es um die Silber- und Bronzeplätze und da lagen die Berner, mit dem erfolgreichen Kunstturner Christoph Schärer (9,85, Barren und Reck) in der Riege, vom dritten Gerät an klar auf Silberkurs. «Es ist einfach lässig hier als Berner mit den Bernern turnen zu dürfen. Eine gewisse Lockerheit gepaart mit viel Turnkunst. Es macht grosse Freude und alles bei dieser genialen Stimmung», so der Olympia-Turner und Reck-EM-Bronze-Mann.

«Es war ein Top-Wettkampf für uns. Jeder einzelne ist über sich hinausgewachsen. Fabio, der jüngste, hat sich optimal integriert und Alexander hat sich für seine Samstag-Leistung rehabilitiert. Dann natürlich Simi mit den beiden Maximalnoten, das eine ergab das andere, einfach wunderschön: Wir sind wieder Schweizer Meister», so der Meister-Coach Hepp zwei Stunden nach seiner ersten, noch zögerlichen Aussage.

«Nicht mehr Vierte werden»
Die B-Klasse-Geschichte ist schnell geschrieben. Es war ein klarer Start-Ziel-Sieg für das Waadtland mit Quentin Tschanz, Damien Gendroz, Cédric Bovey, Françis Büchi und Justin Delay. Die fünf Turner starteten am Barren, hielten das Niveau hoch, zogen durch und jubelten am Schluss vom höchsten Siegerpodest: B-Meister vor St. Gallen und Luzern, Ob- und Nidwalden. «Wir wollten einfach auf das Podest, vor einem Jahr wurden wir Vierte. Dies sollte uns nicht noch einmal passieren. Wir starteten mit 38,10 Barrenpunkten gut, die gaben Selbstvertrauen und Motivation. Wir arbeiteten optimal zusammen. Die Goldmedaille ist ein Mannschaftswerk. Das Edelmetall widmen wir Françis Büchi, der unmittelbar nach dem Wettkampf ins Militär musste», diktierten die zufriedenen Cédric Bovey und Duvoisin Jérôme (Coach), dem Schreibenden in den Notizblock.

An der Geräteturngeschichte 2013 wird, nur fünf Kilometer nördlich von Bazenheid entfernt, bereits am Samstag/Sonntag, 16./17. November weitergeschrieben. In Wil SG geht es um die SM-Einzeltitel bei den Turnerinnen, dem Sie+Er-Titel und ganz vielen Geräte-Einzeltiteln (Ti und Tu). – Die Luft im Osten bleibt magnesiageschwängert.

Text: Peter Friedli

Sponsoren

Sponsoren

Platin Partner

Gold Partner

Silver Partner

Bronze Partner