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SM Geräteturnen Ti: Elf Medaillensätze bereiten viel Freude

Peter Friedli, GYMlive

Am zweiten Tag der Schweizer Meisterschaften Geräteturnen Einzel/Sie+Er (16./17. November 2013) wurden in Wil SG noch einmal elf Medaillensätze verteilt. Neun davon in Gerätefinals, hier ging es um Schweizer Meistertitel. Die Neuenburgerin Océane Evard erweiterte ihre Titelsammlung mit zwei, der Luzerner Simon Stalder gar mit drei Auszeichnungen. Cilia Kessler holte den K5- und Vera Eigenmann den K-Damen-Kategoriensieg.

Die Ausgangslage vor den Gerätefinals war ausgeglichen. Niemand, der in Wil SG für die Finals qualifizierten Turner/-innen wollte verbindliche Aussagen machen, wer denn an den Einzelgeräten (Boden, Ring, Sprung, Barren, Reck) zu den Favoritinnen und Favoriten zu zählen sei. «Die Tagesform werde entscheiden», war vielfach die Superantwort, die jeden Journalisten extrem weiterbringt. Stefan Meier (TV Obfelden) war der einzige, der hier etwas konkreter wurde: «Grundsätzlich Podestplätze, sicher eine Medaille». Meier bewies, wer optimistisch ist und einigermassen konkrete Ziele hat, erreicht diese: Der Zürcher stand zweimal auf dem Podest (Boden- und Barren-Bronze). Viele der Turnerinnen wollten «einfach gut turnen». Super. Das taten sie dann auch, für Medaillen reichte es nicht bei allen.

Goldig – Evard und Stalder
Klar war: Die Podestturner/-innen aus den K7-Mehrkämpfen (Ti/Tu) werden auch bei den Gerätemedaillen mitreden – das taten sie in der Lindenhofhalle von Wil dann auch. Simon Stalder (STV Rickenbach) fügte seinem Mehrkampftitel drei weitere Gold- (Ring, Sprung, Reck) und eine Silbermedaille (Barren) hinzu. «Was soll ich jetzt sagen, ich bin einfach nur glücklich. Dort wo ich Gold auf sicher erwartet habe, wurde es Silber», so der 22 Jahre alte Luzerner. Ebenfalls ins goldene Buch der Einzel-Gerätemeister eintragen, kann sich Simon Müller (STV Wettingen) mit seinem Bodensieg sowie der mit Jahrgang 1981 älteste Gerätefinalist, Andreas Gasser (TV Belp). Der Titel am Barren war dem Berner Haltungsturner mit dem genialen Spitzwinkelstütz nicht zu nehmen. «Über den Barrenerfolg freue ich mich, insbesonders, weil ich seit der SM vor einer Woche in Bazenheid nie an einem Gerät war», so Gasser. Gelernt ist eben gelernt, das gilt auch im Geräteturnen.

Das weibliche Pendent von Simon Stalder heisst Océane Evard (TA Val-de-Ruz). Die Neuenburgerin lieferte, 19 Stunden nach dem überlegenen Mehrkampfsieg, eine 1:1-Kopie von diesem ab (ausser Boden): Sprung- und Reck-Gold sowie Ring-Bronze. Evard war als einzige Turnerin für alle vier Gerätefinals qualifiziert. Auf der Bodenbahn (9,44, Mehrkampf 9,70) klappte es am Sonntag gar nicht. Dies trübte die Freude der Sportstudentin nicht gross. «Nach dem Erfolg von gestern, wusste ich nicht, ob dieser noch zu toppen ist. Jetzt freue ich mich einfach nur über die heute gewonnenen Medaillen», so Océane Evard mit vier umgehängten SM-Medaillen und einem fröhlichen Lachen im Gesicht. Sabrina Büchel gelang als K6-Turnerin eine Überraschung, die so niemand auf der Rechnung hatte. Die Getu-Staad-Athletin holte, vor der routinierten Natascia Taverna, Bodengold. Bleiben noch die Schaukelringe. Hier liess sich Nicole Strässle (BTV Luzern) mit der Tageshöchstnote (9,76) Gold umhängen.

Die Gerätefinals 2013 waren, für die Turner zum zweiten Mal, eine Leistungsschau vom Feinsten. Das Beste, was das Schweizer Geräteturnen zu bieten hat, war zu sehen. Die Athletinnen und Athleten gaben alles, es wurde nicht gross taktiert. Magnesia an die Hände, «hopp und los», das das Motto in Wil. Dies ganz zur Freude der vielen Zuschauenden, die sich mitreissen liessen. Es waren aber nicht nur die Turnenden gefordert, auch die Wertungsrichter/-innen. Wenn zwei Hundertstel (Ti, Boden) über Gold und Silber entscheiden, braucht es bei der Notengebung Können, Wissen und viel Fingerspitzengefühl.

Eigenmann und Kessler
Am Sonntagmorgen, vor den Gerätefinals, standen die KD- und K5-Mehrkämpfe an. Bei den Damen führte nach zwei Geräten Nicole Mattli (TV Grüningen) die Zwischenrangliste an, bevor sich die Einheimische Vera Eigenmann (Getu Uzwil) an der Spitze installierte und sich den Kategoriensieg mit 35 Hundertsteln nicht mehr nehmen liess. K5-Gold geht in den Kanton Graubünden. Die 13 Jahre alte Cilia Kessler (BTV Schiers) führte während dem ganzen Wettkampf. Wechsel gab es auf den Folgeplätzen – nie an der Spitze. Kessler war das so recht.

Mit der SM in Wil ist der Reigen der Schweizer Geräteturnmeisterschaften 2013 der Turnerinnen und Turner abgeschlossen. Reini Hutter (Diepoldsau, Fachgruppenleiter Wettkämpfe) zeigte sich mit dem Verlauf äusserst zufrieden: «Mit Schiers, Bazenheid und heute hier in Wil, erlebten wir drei ausgezeichnet organisierte Schweizer Meisterschaften. Die Zusammenarbeit mit den örtlichen OKs und auch innerhalb der Wettkampfleitung funktionierte tadellos. Die Sie+Er-Entscheidung passt immer noch optimal in diese SM-Organisation hinein, hier orte ich für die Zukunft gar noch Potenzial», so der gewiefte STV-Funktionär zu den Medien. – Der Winter kommt, die Saisonplanung 2014 kann starten, neue Elemente können trainiert werden.

Text: Peter Friedli

Weitere Infos: www.smgetu2013wil.ch.

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