Es war stickig und sehr laut in der Sporthalle Tägerhard, es lag viel Magnesiastaub in der Luft. Die stärksten Schweizer Geräteturnerinnen gaben sich an den Schweizer Meisterschaften (SM) Geräteturnen Turnerinnen Mannschaften, vor 1200 motivierten Zuschauenden, die Magnesiawürfel in die Hände. Im «Rüebliland» ging es um den Schweizer K7-Meistertitel im Mannschaftsgeräteturnen. Die verschiedenen Kantonsfahnen, die Kuhglockenklänge und die Anfeuerungsrufe sorgten für ein stimmungsvolles Ambiente beim Start zur SM-Getu-Serie 2014 (drei Meisterschaften innerhalb drei Wochen). Beim SM-Organisator STV Wettingen stellten sich am ersten Tag gegen 250 Athletinnen den Wertungsgerichten.
Zemp – die Neue
Luzern, Ob- und Nidwalden reiste als K7-Titelverteidiger-Verband der letzten drei Jahre – 2011, 2012, 2013 – nach Wettingen und verlässt den Aargau erneut als Meisterinnen-Riege in der höchsten Getu-Klasse. Selina Rinert, Sarah Hurschler, Eliane Zemp, Nicole Strässle und Sandra Garibay zeichnen dafür verantwortlich. Die Meistermannschaft 2013 wurde auf zwei Positionen umgestellt, Zemp und Garibay kamen neu ins Team. «Ich war etwas unter Druck und wollte meine Kolleginnen natürlich nicht enttäuschen. Wir wussten, dass die andern stark sind. Jetzt sind wir, ich zum ersten Mal, Meisterinnen und das freut mich natürlich sehr», äusserte sich Sportstudentin und Team-Neuling Zemp nach dem Wettkampf.
Tageshöchstnote – Garibay 10,0
Nach dem ersten Gerät gingen die Zentralschweizerinnen in Führung, die sie nach dem zweiten Durchgang aber gleich an Zürich abgeben mussten. Die Frauschaft um Beni Boos (Coach) bewies an den Ringen und beim Sprung Charakter. Die Luzern-, Ob- und Nidwalden-Turnerinnen holten hohe 38,20 Ring- und noch höhere 38,90 Sprungpunkte. Sandra Garibay stand einen Doppelsalto mit halber Schraube und sicherte sich mit den vom Publikum bejubelten 10,0 Punkten die Tageshöchstnote. «Ich weiss gar nicht was ich jetzt sagen soll, einfach super. Den Sprung zeige ich seit etwas über einem Jahr. Heute ist er mir top gelungen», meinte Garibay, die letztjährige K6-Siegerin.
«Ich bin einfach nur eines: glücklich. Als Titelverteidiger verspürten wir schon etwas Druck. Das Reck gelang gut. Auf der Bodenmatte lissen wir Punkte liegen. Die Turnerinnen fingen sich auf und machten dann nur noch Freude. Es war ein hartes Stück Arbeit heute. Ich bin Megaglücklich und stolz auf die Mannschaft», analysierte Trainer Boos. Hinter Luzern, Ob- und Nidwalden folgten Waadt und Zürich I. Diese beiden Riegen lieferten sich einen spannenden Zweikampf um den Bronzeplatz, die Westschweizerinnen setzten sich durch.
Ein Gold-Geschenk für den Organisator
Die Damen-Klasse war eine Aargauer-Angelegenheit. Die Frage hier war, wer holt Silber? Die Aargauerinnen gingen mit hohen 28,50 Ringpunkten in Führung, die sie beim Sprung, am Reck und auch nicht auf der Bodenmatte wieder abgaben. Der Jubel gegenüber den einheimischen Siegerinnen war entsprechend. Zurück zur Silberfrage. Zuerst gab ein Duell Zürich gegen Genf und am Schluss düpierte St. Gallen I alle. Die Ostschweizerinnen erturnten sich die Silbermedaillen – vor Zürich I, das war spannend.
«Es war ein genialer erster SM-Tag. Eine volle Halle und Turnerinnen, die sich optimal auf die SM bei uns vorbereitet haben. Nun hoffe ich, dass es auch am Sonntag so weiter geht», zog Mathias Baumann (OK-Präsident) ein erstes Tagesfazit.
Weitere SM-Infos: http://smm2014.stv-wettingen.ch.
Text: Peter Friedli
News
SM Geräteturnen: Luzern, Ob- und Nidwalden – viertes K7-Gold in Folge
An den stimmungsvollen Schweizer Mannschaftsmeisterschaften im Geräteturnen der Turnerinnen, vom Samstag/Sonntag, 1./2. November 2014 in Wettingen, holte sich der Turnverband Luzern-, Ob- und Nidwalden den vierten Schweizer K7-Titel in Folge. Die Zentralschweizerinnen dominierten vor Waadt und Zürich I. Der K-Damen-Titel ging an die einheimischen Aargauerinnen.