Noch nie gewannen die Schweizer Faustballer einen internationalen Titel. An Europameisterschaften resultierten bisher fünf Silber- und sieben Bronzemedaillen. Letztmals stiess die Schweiz 1996 in Linz in den Final vor. Die österreichische Faustballmetropole scheint den Eidgenossen also zu behagen. Der Europameistertitel ist eine besondere Genugtuung für das Trainerduo Marcel Cathomas/Joachim Bork, das in Faustballkreisen nicht überall volle Unterstützung geniesst.
Im Final zeigte die Schweizer Mannschaft mit Hauptangreifer Cyrill Schreiber, Marcel Stoffel vorne rechts, Manuel Sieber in der Mitte sowie Dominik Gugerli und Marcel Eicher in der Abwehr eine geschlossene Leistung. Wohl verfügte Österreich über drei erstklassige Angreifer, doch diese verzweifelten an der kompakten Schweizer Defensive. Im Angriff zeigte Schreiber Konstanz auf hohem Niveau, wie ihm dies zuvor auf internationaler Ebene noch nie gelungen war.
„Als Team extrem stark“
Einziger Wermutstropfen war das Ausscheiden Eichers kurz vor Spielende mit Verdacht auf Kreuzbandriss. Aber in diesem Moment kam der Teamgeist zum Tragen. Ersatzmann Stefan Hutter fügte sich hinten rechts nahtlos ein.
Für Nationaltrainer Cathomas stand die mannschaftliche Einheit über allem: „Wir haben diesen Titel deshalb geholt, weil wir als Team extrem stark waren. Österreich hatte vorne mit drei Topspielern ein grösseres Potential.“
Die Schweiz benötigte bereits im Halbfinal gegen Deutschland Nervenstärke. Nach schwachem Beginn und verlorenem ersten Satz entwickelte sich der dritte, entscheidende Satz in der Verlängerung zu einem Krimi. Dabei setzte sich die Schweiz 25:23 durch. (wr)
Faustball-Europameisterschaft in Linz. Gruppenspiele. Gruppe A: Deutschland - Schweiz 1:2 (18:20, 20:17, 14:20). Österreich - Schweiz 2:1 (20:14, 17:20, 20:9). Österreich - Deutschland 2:1 (15:20, 20:17, 21:19). - Rangliste (alle 2 Spiele): 1. Österreich 4 Punkte (4:2 Sätze). 2. Schweiz 2 (3:3). 3. Deutschland 0 (2:4).
Gruppe B: Italien - Dänemark 0:2 (14:20, 15:20). Dänemark - Italien 1:2 (20:8, 13:20, 16:20). - Rangliste (beide 2 Spiele): 1. Dänemark 2 (3:2). 2. Italien 2 (2:3).
Kreuzspiel: Deutschland - Italien 2:0 (20:10, 20:13).
Halbfinal:Österreich - Dänemark 2:0 (20:14, 20:10). Schweiz - Deutschland 2:1 (16:20, 20:14, 25:23).
Spiel um Platz 3: Deutschland - Dänemark 3:0 (20:10, 20:12, 20:11).
Final: Österreich - Schweiz 1:3 (22:24, 20:14, 17:20:16:20).
Schlussrangliste: 1. Schweiz. 2. Österreich. 3. Deutschland. 4. Dänemark. 5. Italien.
News
Schweizer Faustballer erstmals Europameister
Die Schweizer Faustballer haben den grössten Erfolg seit dem 2. Rang an der Weltmeisterschaft 1995 erreicht. An der Europameisterschaft in Linz (Ö) schlugen sie im Final den Titelverteidiger Österreich überraschend mit 3:1 Sätzen.