«Der zweitägige Wettkampf erlaubt es, dass wir uns dazwischen erholen können, aber wir bevorzugen eintägige. Man bleibt besser im Wettkampf», sind sich Lucie Donzé (GR Neuchâtel) und Marina Nechaewa (RG Glarnerland) nach den Durchgängen mit Ball und Reif einig. Nach dem ersten Tag, lag Donzé auf dem zweiten Platz, 0,175 Punkte hinter Nechaewa.
Am zweiten Wettkampftag, am Montag, 20. Mai 2013, konnten beide Gymnastinnen ihre Gelassenheit in den Übungen mit Band und Keulen wahren. Obwohl der Druck da war. «Ich war sehr gestresst, aber zuversichtlich», meinte Lucie Donzé bei der Rangverkündigung. «Keine Übung war viel besser als die anderen», ergänzte die frischgebackene Schweizer Meisterin und gab zu, nicht genau zu wissen, was genau den Sieg ausmachte.
Geschenk zum Dank
Die Neuenburgerin bezwang ihre Konkurrentin Marina Nechaewa um Haaresbreite (0,05 Punkte). Lucie Donzé machte ihrem Verein, der die diesjährigen Schweizer Meisterschaften ausrichtete, ein schönes Geschenk: «Dass ich das geschafft habe, verdanke ich euch», freute sich die Gymnastin. Mit mehr als drei Punkten Rückstand gewann Nathalie Komagata SM-Bronze.
Das gleiche Szenario in der Kategorie P5, wo es um den Juniorinnentitel ging. Am Sonntag, 19. Mai 2013, lag Mélinda Martinet (GR Leytron) nach zwei Durchgängen (Band, Keulen) auf Rang 2, mehr als einen Punkt hinter Julie Pantillon (GR Neuchâtel). Nach einem knappen Kampf in der Ballübung, entschied die Keulenübung zugunsten der Walliserin.
Gute Show und viel Publikum
Auch wenn die Vorführungen das Publikum begeisterten, welches die Tribünen der «La Riveraine» an diesem Pfingstwochenende füllte, überraschte die Rangliste der Gruppenwettkämpfe Seniorinnen und Juniorinnen vom Sonntag wenig. Die Gruppen des National- und des Juniorenkaders, die auf hohem Niveau turnen, gewannen in beiden Kategorien überlegen.
Für die Schweizer Juniorinnengruppe war die SM der letzte Wettkampf vor ihrer Abreise an die Europameisterschaften, die vom 31. Mai bis am 2. Juni 2013 in Wien (Ö) stattfinden.
Auswirkungen sichtbar
Doris Klein, Ressortchefin RG beim Schweizerischen Turnverband, stellt eine schöne Entwicklung bei den ganz jungen Gymnastinnen, genauer in der Kategorie P3 Jugend, fest. «Die Anpassungen, die wir vorgenommen haben, beginnen Früchte zu tragen.» Das sichert einen soliden Nachwuchs für die Zukunft. Die Präsidentin der GR Neuchâtel Marie-Thérèse Suter bereut es nicht, die Organisation der SM RG 2013 Ende des letzten Jahres übernommen zu haben: «Für die Gymnastinnen ist es wichtig, dass sie Wettkämpfe bestreiten können.»
Corinne Gabioud / ahv