Die favorisierte Mohn konnte zuvor die beiden Qualifikationswettkämpfe jeweils noch für sich entscheiden. Lucie Donzé überzeugte aber am Samstag mit eleganten und sicheren Darbietungen, was vom Kampfgericht mit Gold belohnt wurde. Schanika Mohn wurde mit einem Punkt Rückstand Zweite und der dritte Rang ging an Eléa Zimmerli (GR Neuchâtel). Bei den Gruppen siegte die Nationalmannschaft überlegen mit über 20 Punkten Vorsprung auf den FSG Aïre-le Lignon und die RG Teufen.
Neues Reglement
Die diesjährigen Schweizer Meisterschaften waren in einigen Bereichen eine Premiere. Es wurde zum ersten Mal eine SM nach neuem Wettkampfreglement geturnt, der Wettkampf wurde nicht mehr in Zusammenarbeit mit Trampolin ausgetragen und die Nationalmannschaft durfte wieder teilnehmen. Die zahlreichen Veränderungen stellten das OK der RG Diepoldsau vor einige Herausforderungen, welche jedoch sehr gut gemeistert wurden. Die Wettkämpfe wurden ohne Zeitverzögerungen und vor vollen Publikumsrängen durchgeführt. „Das war wirklich ein gelungener Wettkampf, ein guter Schlusspunkt einer bewegten Wettkampfsaison mit vielen positiven Veränderungen und Weiterentwicklungen“, resümiert Doris Klein, Ressortchefin Rhythmische Gymnastik, nach dieser ersten SM im neuen Modus. Der Entscheid, die Schweizer Meisterschaften RG und Trampolin zu trennen, wurde von verschiedenen Seiten als Gewinn gewertet. Felix Stingelin, Chef Spitzensport Schweizerischer Turnverband: „Beide Sportarten profitieren von dieser Änderung. Die Rhythmische Gymnastik kommt so viel besser zur Geltung, sei es durch die Einrichtung der Wettkampfhalle oder weil die Wettkampfvorbereitung der Gymnastinnen optimaler gestaltet werden konnte.“
Nationalmannschaft in einer anderen Liga
Höhepunkt des Anlasses waren die Auftritte der Nationalmannschaft und des Juniorinnenkaders, die dieses Jahr wieder an den Schweizer Meisterschaften teilnehmen durften. Die Gruppe der Juniorinnen demonstrierten dem Schweizer Publikum eindrücklich, warum sie an den vergangenen Juniorinnen-Europameisterschaften den 6. Platz im Gerätefinal erreichte. Und auch das Team der Nationalmannschaft konnte mit ihrer ausdrucksstarken und spektakulären Ballübung begeistern. Die grosse Klasse dieser Gymnastinnen und der enorme Trainingsaufwand, den sie leisten, waren auch deutlich in den riesigen Punktabständen zu den anderen Gruppen ersichtlich.
Text: Sarah Brander