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«Passive 0/soft+» ‒ der Code für die neue Beitragsstruktur

Peter Friedli (peter,1327)

Samstag, 7. September 2019: Im Herbst-VLK-Rahmen diskutierte die STV-Führung mit den Delegierten aus den Turnverbänden, wie es mit dem grössten Schweizer Sportverband, dem STV, weitergehen soll. Die Verbandsleiterkonferenz (H-VLK) wurde im «Haus des Sports» in Ittigen b. Bern abgehalten. Die Themenspanne war breit: Finanzen, RG-Situation, Turnhallen, Statuten usw. Es passiert viel auf dem grossen STV-Dampfer.

«Geschätzte Delegierte, lasst mich zum Anfang dieser Herbst-VLK etwas schwärmen: Ein geniales ETF 2019 in Aarau liegt hinter uns. Fast unfassbar, was ich und viele andere im Juni 2019 erleben durfte. Zwei Wochen später noch einmal das gleiche an der Welt-Gymnaestrada von Dornbirn. ‒ Noch einmal einen herzlichen Dank an alle, die zu diesen Erfolgen beigetragen haben», begrüsste Zentralpräsident Erwin Grossenbacher (Neuenkirch) das VLK-Plenum.

Der geschäftliche Teil startete mit den Beitragsstrukturen und Finanzen. Nach einer kurzen Diskussion war klar: Der Zentralvorstand wird an der Abgeordnetenversammlung (AV) vom 26./27. Oktober 2019 im Tessin die erarbeitete Variante «Passive 0/soft+» (Behandlung an der Frühlings-VLK) mit fünf Mitgliederkategorien beantragen: Turnende Erwachsene (45.‒/+1.‒). Turnende mit Lizenz eines anderen Sportverbandes (17.‒/wie bisher). Mitglieder PluSport (10.‒/neue Kategorie). Nichtturnende Erwachsene (0.‒/-3.‒). Jugendliche bis und mit 16 Jahre (13.50/+1.‒).
Die Beiträge an die Sportversicherungskasse bleiben wie gehabt. Die AV in Chiasso wird entscheiden müssen.

Ausgeglichen und haushälterisch
Über die STV-Finanzen und das Budget 2020 dozierten Felix Mangold (ZV, Finanzverantwortlicher) und Kurt Hunziker (C Abteilung Finanzen). Die laufende Rechnung 2019 wird aller Voraussicht, budgetiert ist ein Minus, ausgeglichen abschliessen. Das Budget 2020 liegt mit einem Ausgabeüberschuss von 490000 Franken auf dem Tisch. Hier war der Grundtenor aus dem VLK-Plenum klar: «Für einmal nehmen wir ein solches Minus hin. Künftig soll aber wieder ausgeglichen budgetiert und haushälterisch mit dem Geld umgegangen werden.» Markus Meli (Präsident Geschäftsprüfungskommision GPK) hat das Budget geprüft, der Ostschweizer empfahl den Delegierten die Zustimmung für 2020.

Jubihalle in Magglingen, RG-Halle in Biel?
1982 wurde für 3,85 Millionen Franken in Magglingen die Jubiläumsturnhalle (150 Jahre ETV, heute STV) gebaut. Nach fast 40 Betriebsjahren ist die Infrastruktur in die Jahre gekommen. Die Rhythmische Gymnastik wird die Jubihalle verlassen müssen, wenn eine neue/andere Halle bezugsbereit ist: Was nun?
Für die kommende AV gibt es einen Antrag «zur Übertragung der Jubihalle an die Schweizerische Eidgenossenschaft.» Das Kader-Kunstturnen bleibt der Jubiläumshalle in Magglingen erhalten.

Die Hallen-Ausgangslage für die RG hat sich seit der Frühlings-VLK verändert. Die Stadt Biel will in den nächsten Jahren 30 bis 50 neue Schulklassen eröffnen und benötigt auch Turnhallen. Davon könnten die RG und der STV profitieren. Denkbar wären die Varianten «Stadt als Investor ‒ Vermietung an den STV» (NASAK-Gelder, Baukosten 4 bis 6 Millionen) und «Realisierung im Stockwerkeigentum mit der Stadt Biel». Der STV möchte nicht als Bauherr auftreten. «Wir stehen hinter dem STV-Spitzensport, würden aber von einer Vertragsdauer über zehn Jahren absehen», so die Vertreter von Zürcher Turnverband. Andere Verbände schlossen sich den Zürchern an. Für den Aargauer Turnverband stellt sich die Frage: «Wie viele Spitzensportarten können wir uns, wir als STV, im Hinblick auf die in Zukunft gesteckten Ziele leisten? ‒ Unser Fazit: ‹Wir stärken die Schwachen nicht, indem wir die Starken schwächen›», so Jörg Sennrich, der ATV-Präsident, in seinem Votum.
Der ZV wird ermächtigt, zusammen mit dem Gemeinderat Biel das Projekt weiter zu verfolgen. Einer Terminplanung ist zu entnehmen, dass die Inbetriebnahme 2022 erfolgen könnte.

ZV-Nachfolgeplanung
Nach dem Hallenthema und einer kulinarischen Erfrischung, folgte zum Abschluss der grosse VLK-Info-Block. Themen waren: ZV-Nachfolgeplanung, Erwin Grossenbacher (Präsident) wird den STV noch bis Ende 2020 führen. Auch Regina Beeler wir dann den ZV verlassen. Die Verbände sind nun gefordert, Kandidaten/Kandidatinnen zu liefern. Als designierten neuen STV-Präsidenten stellte Grossenbacher bereits das Tessiner ZV-Mitglied Fabio Corti (Besazio) vor. Es folgten Infos zur/zum STV-Mitgliederentwicklung, Rhythmische Gymnastik, WM Kunstturnen in Stuttgart, 76. Eidgenössisches Turnfest 2019 (imposante Zahlen), WM Faustball, Sportart «Parkour», 100 Jahre Sportversicherungskasse (SVK), 16. Welt-Gymnaestrada in Dornbirn (AUT), Swiss-Cup-Zürich (neuer Modus) und «Gymotion» (neues Klangkonzept).

Text und Foto: Peter Friedli

Bild ganz oben: Herbst-VLK ‒ Zentralpräsident Grossenbacher spricht zu den Verbandsdelegierten.

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